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Unternehmensnachrichten | Mo, 27.06.2011 08:22

10 Jahre Kooperation zwischen Region Heilbronn-Franken und Hochschule Eberswalde

Anlässlich der 10-jährigen Kooperation zwischen der Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken GmbH (WHF) und der Hochschule Eberswalde fand in der vergangenen Woche am traditionsreichen Werbellinsee in Schorfheide in Barnim-Uckermark ein „Strategieworkshop Fachkräfte“ statt. Gäste aus Wirtschaft, Wirtschaftsförderung, Hochschule, Arbeitsverwaltung und Regionalpolitik diskutierten zusammen mit dem Berliner TV-Journalisten Dr. Bernhard Büchel. Es wurde Strategien erarbeitetet, wie der aktuellen Situation am Arbeitsmarkt begegnet werden kann, so dass ost- und westdeutsche Partner gleichermaßen profitieren. Eberswalde war 2001 die erste Hochschule im heute europaweiten Hochschulnetzwerk der Region Heilbronn-Franken. In Heilbronn-Franken herrscht derzeit nahezu Vollbeschäftigung.

Strategieworkshop: Fachkräfte diskutieren in einem Café am Werbellinsee in der Schorfheide. (Foto: Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken GmbH)

Strategieworkshop: Fachkräfte diskutieren in einem Café am Werbellinsee in der Schorfheide. (Foto: Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken GmbH)


„Gute Kontakte, Beziehungen und Netzwerke stehen und fallen mit Personen“, das betonte Professor Michael Rösler von der Hochschule Eberswalde bei seiner einführenden Begrüßung zum „Strategieworkshop Fachkräfte“ anlässlich des Jubiläums einer ostdeutschen Hochschule mit einer westdeutschen Wirtschaftsregion. Hinter der erfolgreichen 10-jährigen Partnerschaft stehen sowohl er, als Professor für Regionalmanagement und Steffen Schoch, der Geschäftsführer der kooperierenden Standortmarketinggesellschaft Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken GmbH (WHF).

Die Aktionen der Wirtschaftsregionen Heilbronn-Franken GmbH sind heute bundesweit anerkannt und vorbildlich.  Heilbronn-Franken ist einer von 365 Preisträgern, die jedes Jahr von der Standortinitiative „Deutschland – Land der Ideen“ gemeinsam mit der Deutschen Bank unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten prämiert werden.

Noch vor wenigen Jahren sah das alles ganz anders aus. Hohe Arbeitslosigkeit, kaum erfolgreiche Unternehmen. Hoffnungslosigkeit für die Menschen. Für dünn besiedelte Regionen in Brandenburg, wie in der Schorfheide, gab es von Experten sogar den Vorschlag, die Abwanderung zu fördern. Die im Auftrag des Brandenburger Landtages vom Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung erarbeitete Studie kam zu dem Schluss, dass es zu teuer ist, überall die jetzige Infrastruktur aufrecht zu erhalten. Das berichtete noch im Herbst 2007 die "Märkische Oderzeitung". Im Gutachten hieß es, dass man die entleerten Räume "zu einem Naturerlebnisgebiet 'Wildnis' umwidmen" könne, das Touristen anziehe.

Fast unbeachtet hat sich im östlichen Brandenburg in den letzten Jahren eine starke Wirtschaft entwickelt, die qualifizierte Fachkräfte dringend braucht. „Westliche Regionen wie Heilbronn-Franken haben einfach mindestens 60 Jahre Vorsprung in der Marktwirtschaft und hatten Zeit zum Wachsen“, betont Christian Eydam. Er ist diplomierter Forstwirt, kommt aus Eberswalde und erlag vor wenigen Jahren der Verlockung der Umsiedlungsprämie nach Baden-Württemberg. Heute ist er als Arbeitsvermittler im Agenturbezirk Schwäbisch Hall tätig und würde jetzt wahrscheinlich seiner Heimat nicht mehr den Rücken kehren. Die Wahrscheinlichkeit der Rückkehr nehme aber mit jedem Jahr ab, betont der gebürtige Brandenburger.

„Trotz einer Arbeitslosenquote von derzeit 12 Prozent haben auch wir einen Mangel an qualifizierten Fachkräften“, bestätigte sein Kollege Christian Ramm, Leiter der Arbeitsagentur in Eberswalde. „Wir haben viel erreicht im Arbeitsmarkt und die Arbeitslosigkeit in den letzten fünf Jahren von 40.000 auf 20.000 halbiert. Wir wissen, dass Brandenburg heute mit seinen Unternehmen einiges zu bieten hat“, betont Ramm, der die jungen Menschen aufruft hier zu bleiben und eher die Ansiedlung von Unternehmen als die Abwanderung der Menschen hier sehen möchte.

Patrick von Hertzberg hat als Unternehmer im Walzwerk Finow Verantwortung übernommen und produziert heute mit 150 Mitarbeitern unter anderem Präzisionsstahlrohe für die Automobilindustrie. Das Werk, das eine wechselhafte Geschichte hinter sich hat, macht etwa 70 Millionen Euro Umsatz. „Der Demografiefaktor wird demnächst unsere 35-Stunden-Woche kippen“, da ist sich von Hertzberg sicher. „Früher konnte man sich die Bewerber aussuchen, heute muss man nehmen was kommt.“

„Wer stehen bleibt rostet oder hat schon verloren“, bringt es Dr. Peter Kretschmer auf den Punkt. Dass Heilbronn-Franken und Barnim-Uckermark nicht stehen bleiben, das hat der Strategieworkshop bewiesen für den es auch von Ute Trinkhof, der Vertreterin des Brandenburgischen Arbeitsministeriums viel Lob gab. „Beide Regionen haben vieles gemeinsam. Erfolgreiche Unternehmer und Menschen, die anpacken.“

(Redaktion)