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| Fr, 03.04.2009 10:50

100 Jahre Maybach Motorenbau im Auto & Technik Museum Sinsheim

Das AUTO & TECHNIK MUSEUM Sinsheim präsentiert mit sensationellen Exponaten eine Maybach-Sonderausstellung anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Maybach-Motorenbaus Friedrichshafen, der heutigen Tognum AG.

Kraftprotz mit Siebengang-Getriebe: Ein Maybach Zeppelin DS 8 aus dem Jahre 1938 (Foto: Auto & Technik Museum Sinsheim e.V.)

Kraftprotz mit Siebengang-Getriebe: Ein Maybach Zeppelin DS 8 aus dem Jahre 1938 (Foto: Auto & Technik Museum Sinsheim e.V.)


Am 23. März 1909 gründeten Wilhelm und Karl Maybach den Luftschiffmotorenbau in Bissingen an der Enz um den Grafen Zeppelin mit Motoren für seine großen Zeppeline zu beliefern. Maybach-Motoren waren daraufhin der Qualitätsmaßstab beim Bau dieser großen Maschinen. Aber beide Männer - Vater und Sohn - sind auch Pioniere der Automobilgeschichte.

Zusammen mit Gottlieb Daimler entwickelte Wilhelm Maybach 1883 den kleinen schnell laufenden Benzinmotor, der erst das Zeitalter der globalen Motorisierung ermöglichte. Mit dem Stahlradwagen 1889 und dem ersten Vierzylinder-Motor der Welt 1890 schuf er Meilensteine der Motorisierung, die über den Phönix-Motor bis hin zum ersten richtigen Auto, dem 35-PS-Mercedes von 1901, fast alle wichtigen Grundsatzinnovationen wie auch das Zahnrad-Wechselgetriebe enthielten. Wilhelm Maybach konstruierte bei der Daimler-Motoren-Gesellschaft nicht nur den ersten Mercedes. Er sorgte mit seinen Konstruktionen auch für die beispiellosen Rennerfolge dieser Marke in der Frühzeit des Automobils. Der "König der Konstrukteure", wie Zeitgenossen Maybach voller Bewunderung zu nennen pflegten, begeisterte auch seinen Sohn Karl für den Beruf des Ingenieurs. Als der Vater der berühmten Sechszylinder-Mercedes-Rennwagen konstruierte und baute, war er als junger Entwicklungsingenieur an der Erprobung dieses Fahrzeugs beteiligt. Karl Maybach baute nach dem ersten Weltkrieg 1921 sein erstes Automobil, den "W 3" und präsentierte 1929 den ersten 12-Zylinder-Wagen Deutschlands, den "Maybach Typ 12". Maybach Wagen waren nicht nur exorbitant teuer, sondern brachten eine Reihe von Innovationen für den Automobilbau wie beispielsweise das halbautomatische Getriebe. Neben Rolls Royce, den Kompressor Mercedes Wagen, den englischen Daimler-Wagen und den großen amerikanischen Luxusautomobilen bildeten die Mayach-Fahrzeuge die Spitzenprodukte automobilen Schaffens der 1920er und 1930er Jahre.

Insgesamt wurden zwischen 1921 und 1940 nur etwa 3000 Maybachs gebaut, von denen heute noch etwa 50 Fahrzeuge existieren.

Doch Maybach ist nicht nur eine Marke mit großer Vergangenheit. 1997 präsentierte Daimler-Benz auf der Automobilausstellung in Tokio einen Mercedes-Benz Typ Maybach, der dann in Folge als eigenständige Marke Maybach - als Maybach 57 und Maybach 62 - präsentiert wurde. So sind in der Ausstellung nicht nur ein Maybach 62 und ein Maybach Zeppelin neuer Bauart sondern auch der Maybach Exelero zu bewundern. Zusammen mit der Reifenfirma Fulda hat das Maybach-Team einen Sportwagenprototyp auf die Räder gestellt, der seinesgleichen sucht. Bereits 1939 hatte Fulda einen Maybach "SW 38" Coupé als Versuchsauto modifiziert und für eine Geschwindigkeit von 200 km/h aufgerüstet. Doch über die Zeit geriet das Stromlinienfahrzeug in Vergessenheit. Als das frühe Bildmaterial vor einigen Jahren per Zufall im Fulda-Archiv auftauchte, war die Idee für eine Reinkarnation des Konzeptes in Form des Exelero geboren.

Der 2,7 Tonnen schwere Wagen wird von einem Maybach-12-Zylindermotor mit 700 PS befeuert und erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 351 km/h. Der Stuttgarter Fotograf Rene Staudt hat dieses Fahrzeug exklusiv für diese Ausstellung zur Verfügung gestellt und so bietet sich dem interessierten Besucher die Möglichkeit, nicht nur die Maybach Historie zu besichtigen sondern auch ein Ausblick in mögliche Zukunftswelten der Marke.

In der Ausstellung werden allein zehn historische Maybach Fahrzeuge präsentiert, davon drei Zwölfzylinder Modelle, zwei "Zeppelin DS 7" von 1930 und ein "Zeppelin DS 8" von 1938.

Die Ausstellung wird eröffnet und begleitet von zwei Vorträgen des Maybach Biographen Dr. Harry Niemann über das Leben und Wirken von Vater und Sohn und die Renaissance der Marke Maybach.

Die Sonderausstellung "100 Jahre Maybach Motorenbau" ist von 30. April bis 31. Dezember 2009 täglich von 9 bis 18 Uhr im Auto & Technik Museum Sinsheim zu sehen.

Das AUTO & TECHNIK MUSEUM SINSHEIM ist das größte Privatmuseum Europas. Rund 1 Million Besucher aus Deutschland und der ganzen Welt kommen jährlich, um auf einer Hallenfläche von über 30 000 qm die Faszination von mehr als 3.000 Ausstellungsstücken zu erleben. Mit der Sonderausstellung "100 Jahre Maybach Motorenbau" bietet das Museum eine weitere Attraktion.

Quelle: Auto & Technik Museum Sinsheim e.V.