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Wirtschaft | Do, 27.05.2010 09:51

1.000 IT-Innovationsbotschafter für Baden-Württemberg und Europa

Informationstechnologien gelten als treibende Kraft für Innovationen in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Das neu gestartete EU-Projekt „INNOTRAIN IT“ unterstützt diese Unternehmen künftig dabei, neue Technologien in ihren Produktionsablauf zu integrieren, um Prozess- und Produktinnovationen zu verbessern. Gemeinsam mit elf Partnern und der Unterstützung des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg wird die MFG Baden-Württemberg in den nächsten drei Jahren rund 1.000 KMU aus Mitteleuropa in der Anwendung von IT-Service-Management (ITSM) schulen, davon rund 200 Unternehmen in Baden-Württemberg.


Richard Drautz, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg, unterstrich bei der Auftaktveranstaltung am Mittwoch (26. Mai 2010) in Stuttgart die Bedeutung des Projekts für den Standort: „Die herausragende Position unseres Landes auch auf dem Feld der Informations- und Kommunikationstechnologie geht auf das Zusammenspiel der hier ansässigen internationalen Spitzenreiter mit den hochinnovativen kleinen und mittleren Unternehmen zurück. Mit dem Projekt sollen über Grenzen hinweg Wissen ausgetauscht, Kompetenz aufgebaut und die Wirtschaft unterstützt werden.“

Besonders kleine und mittelständische Unternehmen stehen heute vor der Herausforderung, mithilfe moderner Informationstechnologien ihre Geschäfts- und Produktionsprozesse zu optimieren, um innovativ und wettbewerbsfähig zu bleiben. In der Praxis müssen sich IT-Verantwortliche jedoch zu häufig mit IT-Basisfunktionen befassen, beispielsweise mit der Wartung und Bereitstellung von Druckern, Software und Servern. Dies bindet finanzielle und personelle Ressourcen und schränkt die Innovationsfähigkeit ein. Darüber hinaus fehlt es an geeigneten Methoden und Trainings zur effizienten Nutzung von IT-Services und neuen Technologien.

Die geschilderten Herausforderungen greift das im April 2010 gestartete EU-Projekt „INNOTRAIN IT“ auf. Mithilfe von Vor-Ort-Schulungen und einer Online-Trainingsplattform sollen Projektmanager und Leiter von IT-Abteilungen in KMU geschult werden, IT-Service-Management (ITSM) anzuwenden und IT-basierte Innovationen mit gezielten Veränderungsprozessen zu verwirklichen. Zusätzlich zu den Trainings wird ein transnationales Cluster aufgesetzt, das zum Wissenstransfer zwischen den relevanten ITSM-Akteuren in Mitteleuropa beiträgt und neue Vernetzungen und Kontakte ermöglichen soll.

Drei der insgesamt zwölf beteiligten Projektpartner aus sechs Ländern kommen aus Baden-Württemberg – die Beatrix Lang GmbH aus Weinstadt, die Hochschule Heilbronn sowie die MFG Baden-Württemberg, die als Innovationsagentur des Landes für IT und Medien und Leadpartner die Koordination des bis März 2013 laufenden Projekts übernimmt. Durch das Engagement der MFG und der Hochschule Heilbronn sowie mit Unterstützung des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg konnten rund 650.000 Euro Fördergelder für Baden-Württemberg im Rahmen des europäischen Programms INTERREG IVB Mitteleuropa generiert werden. „Gemeinsam mit unseren Partnern haben wir uns das ehrgeizige Ziel gesetzt, 120 Trainings durchzuführen, 800 Innovationsprozesse anzustoßen und rund 1.000 Botschafter für IT-Innovationen auszubilden. Damit steigern wir die Innovationsfähigkeit insbesondere von kleinen und mittleren Unternehmen – und stärken darüber hinaus den IT-Standort Baden-Württemberg im internationalen Wettbewerb“, so Klaus Haasis, Geschäftsführer der MFG Baden-Württemberg.

Baden-Württemberg zeichnet sich durch eine besonders hohe Dichte an KMU aus. Das Projekt INNOTRAIN IT unterstützt gerade diese mittelständischen Unternehmen, indem es das überwiegend für Großunternehmen konzipierte, hoch komplexe ITSM-Standard-Werkzeug ITIL (IT Infrastructure Library) auf kleine und mittelständische Unternehmen zuschneidet. Um die Projektergebnisse kontinuierlich mit den tatsächlichen Bedürfnissen des baden-württembergischen Mittelstands abzugleichen, richtet die MFG außerdem einen Projektbeirat ein. In engem Kontakt steht die MFG hierfür mit der beas GmbH, der DAMBACH-Werke GmbH, highQ Computerlösungen GmbH, Schunck GmbH & Co. KG sowie der TDS Informationstechnologie AG.

In einem ersten Schritt analysieren die Projektbeteiligten nun den Bedarf an IT-Service-Management in KMU. Dazu werden in allen beteiligten Partnerländern Fallstudien und Online-Umfragen zum Status Quo durchgeführt. Auf Basis der Befragungsergebnisse wird dann eine neue, an die Bedürfnisse der Unternehmen angepasste ITSM-Methode entwickelt. In Trainings lernen IT-Verantwortliche schließlich, diese Methode im eigenen Unternehmen anzuwenden. Interessierte KMU aus Baden-Württemberg können sich noch bis 30. Juni 2010 an der Online-Befragung beteiligen. Alle teilnehmenden Unternehmen erhalten eine Zusammenfassung der Ergebnisse.

(Redaktion/WMBW)