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Wirtschaft | Fr, 20.09.2013 11:21

42 Prozent der Deutschen bereits von fremden Unternehmen mit Job-Angeboten umworben

Bereits vier von zehn Bundesbürgern haben unaufgefordert Job-Angebote erhalten. Die Unternehmen setzen dabei vor allem auf die Ansprache per E-Mail, um die Mitarbeiter anderer Betriebe zu einem Wechsel zu bewegen. Interessante Erkenntnis: Ob die Offerte bei den umworbenen Fach- und Führungskräften verfängt, hängt nicht so sehr vom Absender ab. Jobprofil, Einsatzort und Gehalt müssen stimmen. Dies ergab eine bevölkerungsrepräsentative Befragung der Unternehmensberatung ROC Deutschland unter 1.000 Bundesbürgern.


„Unsere Umfrage bestätigt, dass der durch den demografischen Wandel ausgelöste Fachkräftemangel längst keine theoretische Diskussion mehr ist, sondern bereits sehr breit in der Bevölkerung wahrgenommen wird“, sagt Oliver Back, Geschäftsführer von ROC Deutschland. „Erfreulich ist dabei aus Sicht der Unternehmen, dass drei Viertel der Deutschen auch gar nichts dagegen einzuwenden haben, unaufgefordert einen möglichen neuen Job vorgestellt zu bekommen. Bei der Direktansprache von potenziellen Mitarbeitern geht es also nicht um das ob, sondern um das wie.“

Mit gut 40 Prozent Zustimmung ist die private E-Mail-Adresse dabei der Weg, auf dem die Bundesbürger am liebsten kontaktiert werden möchten. Die Überraschung folgt auf Platz zwei. So würde es fast jeder dritte Befragte gern sehen, im persönlichen Gespräch - sei es etwa im Bekanntenkreis oder im Rahmen einer Messe - in Sachen beruflicher Veränderung angesprochen zu werden.

„Die eigene Belegschaft ist also einer der wichtigsten Kanäle im Kampf gegen den Fachkräftemangel“, konstatiert ROC-Geschäftsführer Back. „Doch die wenigsten Unternehmen versetzen ihre Mitarbeiter bisher in die Lage, diesen Matchball auch zu verwandeln, indem sie beispielsweise mittels einer Smartphone-App ihren Gesprächspartnern sofort alle aktuell freien Stellen präsentieren können.“

Allein mit einer schmucken Oberfläche ist es dabei nicht getan. Denn egal ob App, E-Mail, Telefon oder persönliche Ansprache, es kommt den Umworbenen sehr darauf an, schon beim ersten Kontakt möglichst viel über die zu besetzende Stelle zu erfahren. Hinter dem Filterkriterium Teilzeit- oder Vollzeitstelle sind dabei Angaben über das Jobprofil, den Einsatzort sowie die Entlohnung am wichtigsten, um die Neugier zu wecken. Deutlich weniger wichtig ist den Deutschen der eigentliche Firmenname. Er rangiert in der Studie sogar hinter den Informationen zu den Sozialleistungen.

„Dieses Ergebnis liefert gleich zwei Erkenntnisse“, so Personalexperte Back. „Erstens ist nicht nur der Fachkräftemangel tägliche Realität, sondern auch die unter dem Stichwort 'Generation Y' bekannte Werteverschiebung Richtung Freizeit statt Karriere. Und zweitens ist es für Unternehmen schlichtweg gefährlich, bei der Mitarbeitersuche nur auf den guten Namen zu setzen, statt dieses Thema genauso strategisch und systematisch anzugehen wie das operative Geschäft.“

(Redaktion)