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Wirtschaft | Fr, 06.09.2013 13:06

6,7 Millionen Menschen wollen (mehr) Arbeit

Im Jahr 2012 wünschten sich rund 6,7 Millionen Menschen im Alter von 15 bis 74 Jahren Arbeit oder mehr Arbeitsstunden. Dieses ungenutzte Arbeitskräftepotenzial setzt sich aus 2,3 Millionen Erwerbslosen, 1,1 Millionen Personen in Stiller Reserve und insgesamt 3,3 Millionen Unterbeschäftigten zusammen. Dies teilt das Statistische Bundesamt auf Grundlage der Arbeitskräfteerhebung mit.


Das gesamte ungenutzte Arbeitskräftepotenzial teilt sich mit knapp 3,4 Millionen Männern im Vergleich zu 3,3 Millionen Frauen fast gleichmäßig zwischen den Geschlechtern auf. Dagegen gibt es bei den einzelnen Formen des ungenutzten Arbeitskräftepotenzials teilweise deutliche Unterschiede. Am stärksten ausgeprägt sind diese bei der Unterbeschäftigung, wenn zusätzlich nach Vollzeit und Teilzeit differenziert wird.

Unterbeschäftigte sind zwar erwerbstätig, haben aber den Wunsch nach zusätzlichen Arbeitsstunden und stehen für diese auch zur Verfügung. Unterbeschäftigung bei einer Vollzeittätigkeit mit mindestens 32 Wochenstunden ist - anders als die Unterbeschäftigung der Teilzeittätigen - eine Männerdomäne. Von den 1,5 Millionen Unterbeschäftigten in Vollzeit sind 72 Prozent männlich. Bei den 1,8 Millionen Unterbeschäftigten in Teilzeit ist es genau umgekehrt: hier sind 72 Prozent weiblich.

Den 3,3 Millionen Unterbeschäftigten steht eine deutlich kleinere Zahl Erwerbstätiger gegenüber, die weniger arbeiten wollten: Diese insgesamt 855.000 Personen haben den Wunsch ihre Arbeitsstunden zu reduzieren. Dafür sind sie bereit, ein entsprechend verringertes Einkommen hinzunehmen. Anders als bei den Unterbeschäftigten zeigen sich bei ihnen nur geringe Unterschiede zwischen Männern und Frauen.

Personen in Stiller Reserve haben ebenso wie die Erwerbslosen überhaupt keine Arbeit. Sie äußerten in der Befragung aber den generellen Wunsch nach Arbeit. Zur Stillen Reserve gehören Personen, die zwar Arbeit suchen, jedoch im Moment kurzfristig für eine Arbeitsaufnahme nicht zur Verfügung stehen. Ebenfalls zur Stillen Reserve zählen Personen, die keine Arbeit suchen, aber grundsätzlich gerne arbeiten würden und für diese Arbeit auch verfügbar sind.

Im Jahr 2012 waren mehr Frauen (584.000) als Männer (486.000) in der Stillen Reserve. Der Anteil der Stillen Reserve an den Nichterwerbspersonen war bei den Frauen jedoch mit 4,8 Prozent geringer als bei den Männern (5,6 Prozent). 12,1 Millionen weiblichen Nichterwerbspersonen standen nur knapp 8,7 Millionen männlichen Nichterwerbspersonen gegenüber.

(Redaktion)