Sign In

Welcome, Login to your account.

| Mi, 31.08.2011 09:40

Absolventen von Fachhochschulen in Baden-Württemberg gelingt Berufseinstieg meist problemlos

Nach den Ergebnissen der dritten landesweiten Absolventenbefragung haben 71 Prozent der Befragten unmittelbar nach ihrem Abschluss eine Anstellung im Angestellten- oder Beamtenverhältnis gefunden. Die Befragung wurde vom Statistischen Landesamt im Auftrag des Wissenschaftsministeriums und der beteiligten 18 baden-württembergischen Hochschulen sowie einer Kunsthochschule im Jahr 2010 durchgeführt. An dieser Studie nahmen rund 4.900 der knapp 22.000 angeschriebenen Absolventen teil, die in den Prüfungsjahren 2005 und 2008 an den beteiligten Fachhochschulen in Baden-Württemberg einen Abschluss erworben hatten.


Neben den 71 Prozent mit einem abhängigen Arbeitsverhältnis, wagten 4 Prozent direkt nach dem Studium den Weg in die Selbstständigkeit. Weitere 4 Prozent der Absolventen machten ein Praktikum und 12 Prozent absolvierten eine Berufsausbildung, ein weiteres Studium, eine Promotion oder befanden sich in einer sonstigen Lebensphase (z.B. Elternzeit). 9 Prozent der Absolventen waren im Anschluss an ihr Studium arbeitslos bzw. arbeitsuchend gemeldet.

Im Durchschnitt benötigten die Absolventinnen und Absolventen zwei Monate und 14 Bewerbungsversuche, bis sie eine Erwerbs- oder sonstige berufliche Tätigkeit erhielten. Die Absolventinnen und Absolventen der Fächergruppe Mathematik und Naturwissenschaften und der Ingenieurwissenschaften hatten mit 10 bzw. 11 Bewerbungsversuchen und zwei Bewerbungsmonaten einen vergleichsweise problemlosen Einstieg in die Berufswelt. Etwa 40 Prozent dieser Gruppe hatte einen nahtlosen Übergang indem sie direkt im Anschluss an das Studium eine Beschäftigung fand.

Wesentlich mehr Zeit und Versuche mussten die Absolventinnen und Absolventen der Fächergruppe Sprach- und Kulturwissenschaften und der Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sowie der Kunst, Kunstwissenschaft mit durchschnittlich 3 Monaten Bewerbungszeit und 20 bzw. 18 Bewerbungsversuchen investieren.

Von den Absolventinnen und Absolventen, deren Arbeitsplatzsuche erfolgreich war, fanden die meisten ihre Arbeitsstelle über das Internet (38 Prozent). 2008 nannten nur 32 Prozent dies als erfolgreichste Suchmethode. Auch Initiativbewerbungen und Praktika während des Studiums waren für 27 bzw. 26 Prozent der Absolventinnen und Absolventen eine aussichtsreiche Bewerbungsmethode. Der traditionelle Weg über Zeitungsannoncen war nur bei 11 Prozent für den Erfolg der Arbeitssuche verantwortlich.

49 Prozent der Absolventen hatten sowohl vor als auch während des Studiums berufliche Erfahrungen gesammelt. Weitere 18 Prozent lernten die Berufswelt bereits vor dem Studium und 20 Prozent während dessen kennen. Dabei standen die beruflichen Erfahrungen während der Hochschulausbildung in einem engeren Zusammenhang mit der Fachhochschulausbildung als davor. Mit 13 Prozent konnte nur ein relativ geringer Anteil an Hochschulabsolventen keinerlei Berufspraxis für den erfragten Beobachtungszeitraum vorweisen. 38 Prozent der Absolventinnen und Absolventen war während des Studiums im Ausland, überwiegend im Rahmen eines Praktikums (62 Prozent) oder einer Studienphase (47 Prozent).

Beim Berufseinstieg nach dem Studium haben 42 Prozent angegeben, ein Bruttojahreseinkommen von bis zu 40 000 Euro zu verdienen. 32 Prozent verdienten im Jahr zwischen 40 000 und 50 000 Euro. In etwa jeder Fünfte (23 Prozent) zwischen 50 000 und 70 000 Euro. Der Rest sogar mehr.

Einkommensunterschiede zwischen den Fächergruppen sind dabei auch zum Zeitpunkt der Befragung vorhanden. Während unter den Männern und Frauen mit einer naturwissenschaftlichen Ausbildung oder Ingenieurausbildung 38 bzw. 35 Prozent zwischen 40.000 und 50.000 Euro und 29 bzw. 35 Prozent zwischen 50.000 und

70.000 Euro jährlich verdienten, beziehen bei den Kunstwissenschaftlern nur 15 Prozent ein Jahreseinkommen zwischen 40.000 und 50.000 Euro bzw. 4 Prozent zwischen 50.000 und 70.000 Euro.

Die Mehrheit der Absolventen hält ihre berufliche Situation im Hinblick auf ihre Ausbildung für angemessen (20 Prozent) bzw. überwiegend angemessen (43 Prozent). Nur 3 Prozent der Befragten stuften ihre berufliche Situation als nicht ausbildungsadäquat und 7 Prozent als wenig angemessen ein. 27 Prozent gaben sich unentschieden.

Die meisten Absolventen sehen ihr Studium rückblickend positiv. Besonders die Zugänge zu EDV-Diensten (81 Prozent) und die Zugänge zu erforderlichen Praktika/Übungen (81 Prozent) wurden positiv bewertet. 68 Prozent äußerten sich gegenüber der fachlichen Beratung und Betreuung zufriedenstellend. Weniger positiv fallen dagegen die Bewertungen zur Vorbereitung auf den Beruf (55 Prozent), das Angebot von berufsorientierender Veranstaltungen (42 Prozent) und die Unterstützung bei der Stellensuche (26 Prozent) aus. Folglich äußerten die Absolventinnen und Absolventen bei Angeboten zur Berufsorientierung und zu Bewerbungsstrategien den meisten Verbesserungsbedarf (59 Prozent). Bei der Frage, welche Ausbildungsinhalte oder Fähigkeiten im Studium besser gefördert werden sollten, nannten 56 Prozent interdisziplinäres Denken und 41 Prozent die Personalerfahrung bzw. Mitarbeitermotivation. Jeweils etwa ein Drittel würde gerne verstärkt wissenschaftliche Methoden anwenden, die rhetorischen Fähigkeiten und die eigene Organisation verbessern sowie die Fremdsprachenkenntnisse erweitern.

(Redaktion)