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Wirtschaft | Mi, 07.03.2012 07:49

Akademikerquote unter Arbeitnehmerinnen in Baden-Württemberg steigt

2011 hatten von den insgesamt 1,78 Millionen sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen im Südwesten 154.400 einen akademischen Abschluss. Das sind 61.200 Frauen oder 66 Prozent mehr als noch im Jahr 2001. Unter den beschäftigten Akademikerinnen hatten aktuell 141.700 die deutsche Staatsangehörigkeit (+54.500 bzw. +63 Prozent), 12.700 Frauen besaßen eine ausländische Nationalität (+6.700 bzw. +113 Prozent). Dies berichtet das Statistische Landesamt nach Auswertung der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit.


Gemessen an den ausländischen bzw. deutschen Arbeitnehmerinnen, für die eine Angabe zur Berufsausbildung vorliegt, hat sich seit 2001 der Anteil der hochqualifizierten sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen mit ausländischer Nationalität von 4,4 auf 10,3 Prozent mehr als verdoppelt. Bei den deutschen Kolleginnen nahm die Akademikerquote im gleichen Zeitraum von 6,3 auf 10,2 Prozent zu. Damit übertraf die Akademikerquote bei den ausländischen Arbeitnehmerinnen erstmals leicht die ihrer deutschen Kolleginnen.

Über weite Strecken ist die berufliche Qualifikation der ausländischen Arbeitnehmerinnen jedoch immer noch spürbar geringer als bei ihren deutschen Kolleginnen. So hatten aktuell 71 Prozent der deutschen Arbeitnehmerinnen, aber lediglich 44 Prozent der ausländischen Frauen eine abgeschlossene Lehrausbildung. Auch der Anteil der Frauen ohne Berufsausbildung lag bei den ausländischen Arbeitnehmerinnen mit 46 Prozent mehr als doppelt so hoch wie bei ihren deutschen Kolleginnen (18 Prozent). Allerdings haben die ausländischen Arbeitnehmerinnen auch hier aufgeholt. Von den insgesamt fast 124.000 beschäftigten Ausländerinnen, für die eine Angabe zur Berufsausbildung vorliegt, konnten aktuell 54.200 Frauen eine abgeschlossene Lehrausbildung vorweisen, 4.200 Frauen mehr als noch vor 10 Jahren. Im selben Zeitraum ging darüber hinaus die Zahl der Ausländerinnen ohne Berufsausbildung um 24.000 oder 30 Prozent auf rund 57.000 zurück.

Je nach Staatsangehörigkeit gibt es unter den ausländischen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten große Unterschiede bezüglich der beruflichen Ausbildung. Betrachtet man die fünf Nationalitätengruppen Türkei, Italien, Kroatien, Frankreich und Griechenland, die im Südwesten zahlenmäßig am stärksten vertreten sind, so waren die knapp 9 100 sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen mit französischem Pass weit überdurchschnittlich qualifiziert. 19 Prozent der beschäftigten Französinnen hatten einen akademischen Abschluss, 49 Prozent eine abgeschlossene Lehre und lediglich 32 Prozent konnten keine Berufsausbildung vorweisen. Demgegenüber waren unter den 31.300 türkischen Frauen, der größten Nationalitätengruppe im Südwesten, lediglich 480 Hochqualifizierte, so dass diese mit einem Anteil von 2 Prozent eher selten vertreten waren. Auch hatten türkische Arbeitnehmerinnen überdurchschnittlich oft keine Berufsausbildung (62 Prozent).

Bei einigen zahlenmäßig kleineren Nationalitätengruppen ist das Qualifikationsniveau weit überdurchschnittlich. So hatten von den gut 1.500 chinesischen Arbeitnehmerinnen in Baden-Württemberg 60 Prozent eine akademische Ausbildung, bei den 1.300 Frauen aus den USA bzw. 1.200 Arbeitnehmerinnen aus Großbritannien und Nordirland lag die Akademikerquote bei jeweils über 40 Prozent.

(Redaktion)