Sign In

Welcome, Login to your account.

Wirtschaft | Fr, 30.12.2011 07:42

Anstieg der Verbraucherpreise in Baden-Württemberg verliert zum Jahresende an Tempo

Im Dezember 2011 erhöhten sich die Verbraucherpreise in Baden-Württemberg gegenüber dem Vorjahresmonat um 2,2 Prozent. Damit wurde das Tempo des Preisanstiegs etwas gedrosselt. Zugleich ist dies der niedrigste Stand seit Mai 2011. Ob damit allerdings der starke Preisauftrieb der vorangegangenen Monate beendet ist, muss offen bleiben. Gegenüber dem Vormonat November stiegen die Verbraucherpreise um 0,6 Prozent an. Dies teilt das Statistische Landesamt mit.


Starken Einfluss auf die derzeitige Entwicklung haben weiterhin der Preisanstieg binnen Jahresfrist für Heizöl (17,8 Prozent) und Kraftstoffe (6,4 Prozent). Bemerkenswert ist dabei, dass bei den Kraftstoffen der Dieselpreis weitaus stärker angestiegen ist (11,1 Prozent) als der Preis für Superbenzin (4,9 Prozent). Auch bei anderen Energiearten legten die Preise gegenüber Dezember 2010 deutlich zu und verstärkten den allgemeinen Preisauftrieb: Fernwärme verteuerte sich beispielsweise um 8,1 Prozent, Strom um 7,5 Prozent und Gas um 6,8 Prozent.

Auch bei den Nahrungsmitteln legten die Preise spürbar zu (3,0 Prozent). Stark verteuert haben sich dabei insbesondere Speisefette und –öle (14,5 Prozent) und Molkereiprodukte wie Sahne (7,6 Prozent), Quark (7,3 Prozent) oder Vollmilch (6,7 Prozent). Dagegen verbilligte sich Gemüse deutlich (minus 9,4 Prozent), wobei unter anderem der Preis für Kartoffeln spürbar nachgab (minus 26,7 Prozent). Teurer wurden auch alkoholfreie Getränke (5,2 Prozent) und Wein (3,2 Prozent). Bei den Ausgaben rund um das Wohnen (Miete und Wohnnebenkosten) lag der Anstieg bei 0,8 Prozent. Bei Ersatzteilen und Zubehör von Kraftfahrzeugen nahmen die Preise um 11,4 Prozent zu. Spürbar teurer wurden auch Ausgaben rund um das Reisen: Flugtickets wurden um 19,7 Prozent teurer, Wintersportartikel um 9,1 Prozent und Pauschalreisen um 3,1 Prozent.

Für den weihnachtlichen Gabentisch waren PC-Ausstattung (minus 10,3 Prozent) und Artikel aus der Unterhaltungselektronik (minus 7,6 Prozent) besonders günstig zu haben. Günstiger als im vergangenen Jahr waren auch Bücher (minus 1,3 Prozent) und Spiel- und Hobbywaren (minus 0,2 Prozent). Während bei Parfüm (0,4 Prozent) und Bekleidungsartikeln (2,1 Prozent) der Preisanstieg noch unter dem Gesamtdurchschnitt lag, mussten für Edelmetallschmuck (12,8 Prozent) und Hörbücher (43,2 Prozent) als Präsent deutlich tiefer in die Tasche gegriffen werden als im Dezember 2010.

Für das Gesamtjahr 2011 lag der Anstieg des Verbraucherpreisindex in Baden-Württemberg bei 2,4 Prozent. Dies war der höchste jahresdurchschnittliche Anstieg seit dem Jahr 2008. Insgesamt lag 2011 die Teuerungsrate in allen zwölf Monaten oberhalb der Schwelle von zwei Prozent. Bestimmend für die Gesamtentwicklung war dabei eine Hochphase zwischen den Monaten Juli und November, in der sich der Preisanstieg zwischen 2,5 Prozent und 2,8 Prozent bewegte. Insgesamt stiegen die Preise für Waren mit 3,4 Prozent deutlich stärker an als für Dienstleistungen (1,4 Prozent). Angetrieben wurde die Preise durch den starken Anstieg bei Heizöl (24,5 Prozent) und Kraftstoffen (11,3 Prozent). Ohne Berücksichtigung dieser Mineralölerzeugnisse läge die Jahresteuerungsrate bei 1,8 Prozent.

Stark verteuert haben sich im Jahresdurchschnitt alkoholfreie Getränke mit 7,7 Prozent. Nahrungsmittel legten um 2,0 Prozent, Bekleidung um 2,4 Prozent zu. Auch das Reisen wurde teurer: Flugtickets stiegen die Preise um 13,4 Prozent, bei Pauschalreisen um 2,9 Prozent. Auch Versicherungsdienstleistungen im Bereich Gesundheit wurden teurer (3,4 Prozent).

(Redaktion)