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| Di, 09.03.2010 09:23

Antrag „Schwetzingen – kurfürstliche Sommerresidenz“ für die Aufnahme in die UNESCO-Weltkulturerbeliste nominiert

"Schwetzingen - kurfürstliche Sommerresidenz", so lautet der Titel des Welterbeantrages, den die Bundesrepublik Deutschland im Jahre 2011, zusammen mit dem bayerischen Antrag "Markgräfliches Opernhaus Bayreuth" für die Aufnahme in die Liste des UNESCO Weltkulturerbes nominieren wird. Dies entschied die für die Führung der deutschen Welterbe-Vorschlagsliste (Tentativliste) zuständige Kultusministerkonferenz auf ihrer jüngsten Sitzung.

Das Schwetzinger Schloss mit Schlosspark (Foto: pixelio.de/Tilo Schüßler).

Das Schwetzinger Schloss mit Schlosspark (Foto: pixelio.de/Tilo Schüßler).


Die offizielle Nominierung ist Voraussetzung für das Evaluationsverfahren, das ein Antrag durchlaufen muss, um dem jährlich einmal tagenden Welterbekomitee zur Entscheidung vorgelegt werden zu können. Frühestens wäre dies im Jahre 2012 möglich.

Baden-Württembergs Wirtschaftsminister Ernst Pfister, in dessen Haus der Denkmalschutz angesiedelt ist, sieht in der Entscheidung der Kultusminister zur Nominierung 2011 eine Bestätigung der bisherigen Bemühungen des Landes. "Das ist eine wichtige Etappe auf dem Weg zum Weltkulturerbe", so Pfister.

Finanzminister Willi Stächele: "Ich würde mich sehr freuen, wenn es gelänge, Schwetzingen in den Rang eines Weltkulturerbes zu bringen."

Mit dem Ensemble aus Stadt, Schloss und Garten ist Schwetzingen das am authentischsten erhaltene Beispiel einer europäischen Sommerresidenz in der Tradition des 18. Jahrhunderts. Das Gesamtensemble hat damit ein Alleinstellungsmerkmal.

Das vielfältige Zusammenspiel von Gartenkunst, Architektur und Skulptur macht den Schwetzinger Schlossgarten so außergewöhnlich. Der geringe Überformungsgrad führte zu der vollkommensten Synthese der beiden großen Gartenstile des 18. Jahrhunderts.

Besonders hervorzuheben ist der Erhalt des gesamten Bestandes an Bauwerken und Skulpturen aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Dazu gehören einmalige Objekte wie das früheste erhaltene Rangtheater, die letzte erhaltene Gartenmoschee des 18. Jahrhunderts und die kleinteilige Anlage des Badhauses. Mit dem Kreisparterre und dem Wiesentälchen sind besondere künstlerische Leistungen des Barock- und des Landschaftsgartens erhalten. Die Lebenswelt des 18. Jahrhunderts wird mit technischen Denkmälern wie den beiden Wasserwerken und mit Relikten der Alltagskultur im Schlossgarten anschaulich.

"Wenn es uns gelänge, mit Schwetzingen das UNESCO Prädikat zu erlangen, hätten die Bemühungen der Stadt Schwetzingen und zahlreicher Fachleute Baden-Württemberg ein viertes Weltkulturerbe beschert", so der Wirtschaftsminister. Kloster Maulbronn wird seit 1993, die Klosterinsel Reichenau seit 2000 und der Obergermanisch-Räthische Limes seit 2005 auf der Liste der Weltkulturerbestätten geführt.

(Redaktion/WMBW)