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Marketing & Personal | Di, 19.02.2013 10:21

Arbeitnehmer sehen Bonuszahlungen skeptisch

Fast 90 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland ziehen eine Gehaltserhöhung einer einmaligen Bonuszahlung vor. Mehr als jeder zweite ist der Meinung, dass eine flexible Vergütung lediglich dazu führe, dass der eigene Erfolg stärker fokussiert wird als die Unternehmensziele. Das ist das Ergebnis einer bevölkerungsrepräsentativen Befragung der Unternehmensberatung ROC Deutschland unter mehr als 1.300 Arbeitnehmern in Deutschland.


84 Prozent der Befragten halten Bonuszahlungen prinzipiell für einen guten Leistungsanreiz. Aber sie sehen deutliche Nachteile bei flexiblen Vergütungsmodellen. 42 Prozent beurteilen diese beispielsweise kritisch, da sie Mitarbeiter dazu verleiten, höhere Risiken in ihrer täglichen Arbeit einzugehen.

„Unsere Befragung zeigt, dass viele Arbeitnehmer erfolgsabhängigen Zuschlägen immer noch reserviert gegenüberstehen“, sagt Oliver Back, Geschäftsführer von ROC Deutschland. „Unternehmensleitungen sollten sich daher stärker um Akzeptanz bei den Mitarbeitern für Sonderzahlungen bemühen. Voraussetzung ist dabei, dass variable Vergütungsmodelle nachvollziehbar sind.“

Dies wird umso wichtiger, da längst nicht mehr nur beim Top-Management das Gehalt in fixe und variable Bestandteile aufgeteilt wird. Immer mehr große wie kleinere Unternehmen beziehen weite Teile der Belegschaft in flexible Vergütungsformen ein. Damit profitieren die Mitarbeiter in guten Jahren vom Erfolg des Unternehmens. In weniger guten Jahren spart der Betrieb Kosten. So kann eine Win-Win-Situation zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgeber geschaffen werden.

Sonderzahlungen sollten nach Überzeugung von 82 Prozent der Befragten aber auf nachhaltigen Erfolg und daher langfristig angelegt sein. Einzubeziehen sind dabei neben der individuellen Bewertung auch die Ergebnisse der Abteilung und des Unternehmens insgesamt. Das fordern drei von vier Arbeitnehmern. „Dies setzt zuverlässige Kennzahlen voraus. Flexible Vergütungsformen erfordern daher eine hohe Qualität des Reportings verbunden mit der Bereitschaft zur Transparenz gegenüber den Mitarbeitern“, so ROC-Geschäftsführer Back.

Für die Unternehmen bieten variable Gehaltsbestandteile zudem Möglichkeiten der gezielten Steuerung über die klassischen Erfolgskennzahlen hinaus. So empfiehlt es sich beispielsweise in vielen Branchen auch die Kundenzufriedenheit als Faktor einzubeziehen. Bewerten Kunden die Leistung eines Mitarbeiters schlecht, macht sich das dann für diesen auch bei der Bezahlung negativ bemerkbar. „Ein akzeptiertes Bonussystem funktioniert nur dann, wenn die Beurteilungsmaßstäbe eindeutig definiert aber gleichzeitig flexibel sind und Anpassungen ermöglichen“, so Back.

(Redaktion)