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Wirtschaft | Do, 28.02.2013 08:57

Arbeitnehmer waren 2011 durchschnittlich fast 13 Tage krank

Im Jahr 2011 ist der deutschen Wirtschaft durch die Zahl der Krankheitstage ein Produktionsausfall von 46 Milliarden Euro entstanden. Statistisch gesehen war jeder Arbeitnehmer 12,6 Tage arbeitsunfähig, wenn man die insgesamt 460,6 Millionen Arbeitsunfähigkeitstage mit der Zahl der Arbeitnehmer in Deutschland verrechnet. Ein Jahr zuvor lagen die Werte noch bei 11,3 Tagen beziehungsweise 39 Milliarden Euro. Das ist ein Ergebnis des Berichts „Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit 2011“. Diesen erstellte die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) jährlich im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS).


Die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle ist in Deutschland laut dem Bericht im Jahr 2011 gesunken. Dennoch lag ihre Zahl in diesem Zeitraum bei über einer Million. Von 1.000 Arbeitnehmern in Vollzeit haben im Jahr 2011 statistisch gesehen 26 einen Arbeitsunfall erlitten. Im Jahr davor waren es noch 27,4. Damit nähert sich die Zahl der gemeldeten Arbeitsunfälle langsam wieder dem Tiefststand aus dem Jahr 2009. Da waren 25,8 von 1.000 Vollarbeitern Opfer eines Arbeitsunfalls. Ausreißer ist jedoch das Baugewerbe: Dort ist die Arbeitsunfallquote von 57,6 im Jahr 2010 auf 70,4 im Jahr 2011 gestiegen.

Weniger Arbeitsunfälle als im Jahr zuvor endeten tödlich. Von den verbleibenden tödlichen Unfällen ereigneten sich jedoch mehr als zuvor im Betrieb. Auch die Zahl der meldepflichtigen Wegeunfälle ist im Jahr 2011 stark gesunken. Gleichzeitig endeten mehr dieser Unfälle tödlich. Ebenfalls zum Tod führten im Jahr 2011 zahlreiche Berufskrankheiten. Ihre Zahl ist in diesem Zeitraum im Vergleich zu 2010 sogar gestiegen. Hier sind vor allem Anstiege bei Erkrankungen durch Asbest zu verzeichnen.

Psychisch belastende Arbeitsbedingungen sind in der Arbeitswelt nach wie vor stark verbreitet. Sie haben in den vergangenen Jahren jedoch nicht zugenommen. Das zeigt ein Vergleich zu Erhebungen aus den Jahren 2005/2006. Die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage aufgrund psychischer Erkrankungen hat unterdessen zugenommen. Im Jahr 2008 waren es noch 41 Millionen verpasste Arbeitstage, im Jahr 2011 bereits 59,2 Millionen. Bei der Ursachenforschung ist jedoch berücksichtigen, dass psychische Belastung nicht nur in der Arbeitswelt auftritt. Auch kann sie andere Folgen als psychische Störungen haben, wie beispielsweise Herzkreislauf- oder muskulo-skelettale Erkrankungen.

Die beiden Hauptursachen für Arbeitsunfähigkeit sind wie schon in den Jahren zuvor Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems und Krankheiten des Atmungssystems. Auch die Zahl der von ihnen verursachten ausgefallenen Arbeitstage ist im Vergleich zum Jahr 2010 gestiegen.

(Redaktion)