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Wirtschaft | Mo, 10.09.2012 10:21

Arbeitskosten im 2. Quartal deutlich gestiegen

Die Arbeitskosten je geleistete Arbeitsstunde sind in Deutschland im zweiten Quartal 2012 im Vergleich zum ersten Quartal 2012 um 1,5 % gestiegen. Das ist der vierthöchste Anstieg seit Beginn der Zeitreihen des Arbeitskostenindex im Jahr 1997. Dabei erhöhten sich die Kosten für Bruttoverdienste um 1,8 %, die Lohnnebenkosten um 0,5 %. Im Vergleich zum zweiten Quartal 2011 stiegen die Arbeitskosten um 2,5 %. Dies berichtet das Statistische Bundesamt (Destatis).


Besonders gestiegen sind im zweiten Quartal 2012 gegenüber dem Vorquartal die Kosten für eine geleistete Arbeitsstunde in den Wirtschaftsbereichen Energieversorgung (+ 3,3 %), Wasserversorgung (+ 3,1 %) und Verarbeitendes Gewerbe (+ 3,0 %). Dagegen sanken die Arbeitskosten in den Bereichen Information und Kommunikation (- 0,8 %), Erbringung von sonstigen Dienstleistungen (- 0,7 %), Gesundheits- und Sozialwesen (- 0,5 %) und Kunst, Unterhaltung und Erholung (- 0,4 %).

Der im Vergleich zu den Bruttoverdiensten schwächere Anstieg der Lohnnebenkosten ist durch eine geringere Anzahl von Krankheitstagen begründet. Diese führten zu niedrigeren Kosten für die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.

Für das Jahr 2011 liegen für 25 der 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) Veränderungsraten der Arbeitskosten in der Privatwirtschaft vor. Nach diesen Ergebnissen verteuerte sich in Deutschland eine Stunde Arbeit im Jahr 2011 im Vergleich zum Jahr 2010 um 3,0 %. In der gesamten EU war der durchschnittliche Anstieg der Arbeitskosten im Jahr 2011 mit + 2,6 % etwas niedriger. Die höchsten Wachstumsraten innerhalb der EU wiesen Bulgarien (+ 10,5 %), Rumänien (+ 7,1 %) und die Slowakei (+ 5,5 %) auf. Sinkende Arbeitskosten gab es 2011 sowohl in Portugal (- 0,2 %) als auch in Griechenland (- 5,7 %). Hier machten sich somit die Folgen der wirtschaftlichen Krise bemerkbar.

(Redaktion)