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Wirtschaft | Fr, 01.07.2011 08:44

Arbeitslosenquote sinkt in Baden-Württemberg auf 3,9 Prozent

Im Juni ist die Arbeitslosigkeit zum fünften Mal in Folge zurückgegangen: Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen sank die Quote um 0,1 Prozentpunkte auf nun 3,9 Prozent. Sie liegt damit erstmals seit November 2008 wieder unter der Vier-Prozent-Marke und damit auf Vorkrisenniveau. Die Arbeitslosenzahl ging im Vergleich zum Mai um 7.604 (minus 3,4 Prozent) auf nun 217.154 Personen zurück. Gegenüber dem Vorjahresmonat sind 48.251 Frauen und Männer weniger arbeitslos. Dieser Rückgang entspricht einem Minus von 18,2 Prozent. Vor einem Jahr lag die Arbeitslosenquote noch bei 4,7 Prozent.

Arbeitslosenquoten im Ländervergleich im Juni 2011. (Quelle: Bundesagentur für Arbeit)

Arbeitslosenquoten im Ländervergleich im Juni 2011. (Quelle: Bundesagentur für Arbeit)


Im Halbjahresschnitt ist die Arbeitslosigkeit im Vergleich zu 2010 um 17,7 Prozent gesunken. Damit weist Baden-Württemberg in den ersten sechs Monaten den stärksten Rückgang unter allen Ländern auf. „Die gute Konjunktur verhindert nicht, dass Menschen unterschiedlich am Aufschwung teilnehmen“, sagte Eva Strobel, Leiterin der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit. Vor allem junge Menschen haben von der Entwicklung im ersten Halbjahr profitiert: Im Vergleich zu den ersten sechs Monaten 2010 sind 32,1 Prozent weniger arbeitslos. Bei den über 55-Jährigen sind hingegen im Vorjahresvergleich noch 0,8 Prozent mehr arbeitslos, bei den schwerbehinderten Arbeitslosen sind es sogar 3,4 Prozent mehr. 

Die unterschiedlichen Wirtschaftsstrukturen innerhalb des Landes haben auch im Juni zu einer großen Bandbreite der Arbeitslosenquoten geführt. Sie liegt zwischen 2,3 Prozent (Landkreis Biberach) und 7,7 Prozent (Stadtkreis Pforzheim). Insgesamt bleiben von den 44 Stadt- und Landkreisen im Südwesten 27 unter der landesweiten Quote von 3,9 Prozent. In sieben Kreisen ist die Quote mittlerweile unter die Drei-Prozent-Marke gesunken. Dort bewegt sich der Arbeitsmarkt in Richtung Vollbeschäftigung. Im Vergleich der Regierungsbezirke war die Quote im Bezirk Tübingen mit 3,2 Prozent am niedrigsten, gefolgt von Freiburg mit 3,6 Prozent und Stuttgart mit 4,0 Prozent. Schlusslicht ist Karlsruhe mit 4,2 Prozent.

Derzeit sind im Land immer noch 74.886 Arbeitslose älter als 50 Jahre. Gegenüber dem vergleichbaren Vorjahresmonat hat sich hier die Zahl der Arbeitslosen lediglich um 8,6 Prozentpunkte verringert; bei den 55jährigen stagniert der Abbau der Arbeitslosigkeit bei einem Rückgang um 3,8 Prozentpunkte. Die Arbeitslosenquote liegt bei den über 50-jährigen mit 4,9 Prozent deutlich über der allgemeinen Quote von 3,9 Prozent. Noch schlechter ist die Situation für die 55jährigen mit einer Quote von 5,7 Prozent.

Die Zahl der gemeldeten Stellen hat im Juni im Vergleich zum Mai um 1.659 (plus 2,2 Prozent) zugenommen, gegenüber dem Vorjahresmonat sind es 26.697 Arbeitsplätze mehr (plus 52,6 Prozent). Derzeit sind 77.500 Stellen offen, knapp 94 Prozent sind ab sofort zu besetzen. Seit Jahresbeginn gingen bei den Agenturen 43.478 Stellen mehr ein als im gleichen Jahreszeitraum 2010 (plus 36,4 Prozent) und 39.523 mehr ab (plus 36,9 Prozent). Unternehmen melden offene Stellen vor allem im Verarbeitenden Gewerbe, in der Kfz-Branche, im Gastgewerbe, in der Zeitarbeit sowie im Gesundheits- und Sozialwesen.

Bei den Arbeitsagenturen waren im Juni mehr Lehrstellen als Ausbildungsbewerber gemeldet: Seit Beginn des Berufsberatungsjahres (Oktober 2010) ist die Zahl der Stellen auf 63.235 gestiegen.[1] Das sind 6.945 mehr (plus 12,3 Prozent) als im Vorjahr. Den Stellen stehen rein rechnerisch 59.617 Ausbildungsbewerber gegenüber. Das sind 730 weniger (minus 1,2 Prozent) als vor einem Jahr.

Ende April 2011 gab es im Land 3.966.400 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, das sind 99.481 (plus 2,6 Prozent) mehr als im Vorjahr. Außer im Finanz- und Versicherungsbereich erleben alle Branchen in Baden-Württemberg einen Beschäftigungsaufbau. Der Zuwachs an Beschäftigten im Südwesten liegt über dem Bundesschnitt von 2,5 Prozent. Die westlichen Bundesländer erreichen einen Schnitt von 2,6 Prozent. Spitzenreiter ist Bayern mit 3,0 Prozent.

(Redaktion)