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Wirtschaft | Do, 31.01.2013 11:33

Arbeitslosenquote steigt in Baden-Württemberg auf 4,3 Prozent

Die Arbeitslosenquote ist im Januar in Baden-Württemberg auf 4,3 Prozent gestiegen, Das bedeutet einen Zuwachs um 0,4 Prozentpunkte gegenüber Dezember 2012. Die Arbeitslosenzahl stieg im Vergleich zum Vormonat um 21.597 (plus 9,7 Prozent) auf 244.525 Personen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es in Baden-Württemberg 15.709 Arbeitslose mehr (plus 6,9 Prozent). Allerdings hat Baden-Württemberg erstmals seit März 2012 wieder die niedrigste Arbeitslosenquote unter den Ländern hat (Bayern: 4,4 Prozent). Mit 3,1 Prozent Jugendarbeitslosigkeit liegt Baden-Württemberg auch hier an der Spitze (Bayern 3,6 Prozent).Das teilt die Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit mit.


„Auch in diesem Jahr macht sich die Kälte im Januar auf dem Arbeitsmarkt deutlich bemerkbar und sorgt für den saisonüblichen Anstieg an Arbeitslosen“, sagte Eva Strobel, Leiterin der Regionaldirektion Baden-Württemberg. „Der Arbeitsmarkt ist aber weiterhin in einem robusten Zustand, obwohl sich die Wirtschaft noch immer in einem unsicheren Umfeld bewegt.“

Im Januar gehörten der steuerfinanzierten Grundsicherung 53,6 Prozent aller Arbeitslosen an. Die Arbeitslosigkeit ist in diesem Bereich im Vergleich zum Vormonat um 5,5 Prozent auf 131.001 Personen gestiegen. Im Vorjahresvergleich sind es minus 0,2 Prozent. In der beitragsfinanzierten Arbeitslosenversicherung gab es gegenüber Dezember eine Zunahme um  15 Prozent.

Die Zu- und Abgänge an Arbeitslosen haben gegenüber dem Vorjahr abgenommen und deuten auf eine sich weiterhin verringernde Dynamik hin. Im Januar meldeten sich 68.894 Personen (neu oder erneut) arbeitslos. Das waren 0,5 Prozent weniger als vor einem Jahr. Gleichzeitig beendeten 47.271 Personen ihre Arbeitslosigkeit, 2,1 Prozent weniger als im Januar 2012.

Die unterschiedlichen Wirtschaftsstrukturen innerhalb des Landes haben auch im Dezember zu einer großen Bandbreite der Arbeitslosenquoten geführt. Sie liegt zwischen 2,9 Prozent (Enzkreis und Landkreis Biberach) und 8,5 Prozent (Stadtkreis Pforzheim). Insgesamt bleiben von den 44 Stadt- und Landkreisen im Südwesten 27 unter der landesweiten Arbeitslosenquote von 4,3 Prozent. Im Vergleich der Regierungsbezirke war die Quote im Bezirk Tübingen mit 3,8 Prozent am niedrigsten, gefolgt von Freiburg mit 4,1 Prozent und Stuttgart mit 4,4 Prozent. Schlusslicht ist Karlsruhe mit 4,7 Prozent.

In Baden-Württemberg waren im Januar 61.245 Arbeitsstellen gemeldet, gegenüber Dezember ist das ein Minus von 3.717 Stellen. Arbeitgeber meldeten im Januar 15.846 neue Arbeitsstellen, das waren 15,3 Prozent weniger als vor einem Jahr. Abgemeldet wurden im Januar 19.438 Arbeitsstellen, 1.022 weniger als im Vorjahr. Die Bandbreite bei dem Verhältnis von Arbeitslosen zu gemeldeten Stellen zeigt Bewerberengpässe in den Berufsbereichen Rohstoffgewinnung, Produktion, Fertigung wie auch im Bereich Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung oder Informatik. Anders sah es in den Berufen im Bereich Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit sowie bei Unternehmensorganisation, Buchhaltung, Recht und Verwaltung aus. In diesen Berufsbereichen war die Relation von Arbeitslosen zu gemeldeten Stellen deutlich höher.

Im Dezember wurde für 299 Betriebe und 5.538 Personen Kurzarbeit angezeigt. Das sind 0,2 Prozent weniger als im Dezember 2011. Nach ersten Hochrechnungen bewegen sich die Anzeigen für Kurzarbeit im Januar 2013 gegenüber Dezember 2012 auf ähnlichem Niveau. Für den gesamten Januar 2013 werden schätzungsweise zwischen 380 und 420 Anzeigen mit zwischen 5.000 und 5.500 Personen erwartet. Die angezeigte Kurzarbeit bewegt sich weiterhin auf einem normalen Niveau.

Bei den arbeitslosen Frauen und Männern, die 50 Jahre und älter sind, waren mit 81.663 Menschen insgesamt 8,5 Prozent als im Dezember. Im Vorjahresvergleich sind es 4.530 Arbeitslose mehr (plus 5,9 Prozent). Bei den arbeitslos gemeldeten Ausländern ist die Quote im Januar um 0,8 Prozentpunkte auf 9,9 Prozent gestiegen. Insgesamt waren 62.209 Ausländer ohne Arbeit. Dies sind 9,6 Prozent als im Dezember.

Beim Geschlechtervergleich sind die Frauen erstmals mit den Männern bei der Arbeitslosigkeit gleichauf: Die Quote steigt bei den Frauen auf 4,3 Prozent (Dezember 2012: 4,0 Prozent). Im Januar waren 114.633 Frauen arbeitslos, das sind 7,2 Prozent als im Dezember. Die Zahl der arbeitslosen Männer ist im Januar um 12,0 Prozent auf 129.892 Personen gestiegen. Die Quote der Männer liegt bei 4,3 Prozent (Dezember 2012: 3,9 Prozent).

Ende November 2012 gab es im Land 4.134.600 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, das sind 66.009 (plus 1,6 Prozent) mehr als im Vorjahr. Mit Blick auf das Vorjahr ist ein deutlicher Rückgang (minus 11,7 Prozent) in der Zeitarbeit zu beobachten.

(Redaktion)