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Wirtschaft | Fr, 30.08.2013 08:30

Arbeitslosigkeit in Baden-Württemberg saisonbedingt weiter angestiegen

Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen lag die Arbeitslosenquote in Baden-Württemberg im August bei 4,2 Prozent. Im Juli lag sie bei 4,0 Prozent. Die Arbeitslosenzahl stieg im Vergleich zum Vormonat um 5,1 Prozent auf 242.257 Personen. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist die Arbeitslosigkeit in Baden-Württemberg um 4,4 Prozent gestiegen. Vor einem Jahr lag die Quote bei 4,1 Prozent. Das teilt die Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit mit.


„Auch im August ist die Arbeitslosigkeit im Land saisonbedingt weiter angestiegen“, erläutert Eva Strobel, Leiterin der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit. „Die Beschäftigung in Baden-Württemberg entwickelt sich im Gegensatz zum Bundestrend weiterhin positiv“, erklärt Eva Strobel. „Nach wie vor haben wir in Baden-Württemberg mehr Ausbildungsplätze als Bewerber. Jugendliche können sich in ihrer Arbeitsagentur vor Ort zu den verschiedenen Ausbildungsgängen informieren und direkt auf Ausbildungsstellen bewerben“, so Eva Strobel weiter.

Baden-Württemberg liegt weiter auf Rang zwei hinter Bayern (3,8 Prozent), was die Arbeitslosenquote bei den Erwachsenen betrifft. Bei den Jugendlichen liegt Baden-Württemberg mit 4,0 Prozent (Bayern: 4,1 Prozent) an der Spitze aller Bundesländer.

Die Zu- und Abgänge an Arbeitslosen haben gegenüber dem Vorjahr zugenommen. Im August meldeten sich 71.203 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, das waren 11.981 mehr (plus 20,2 Prozent) als vor einem Jahr. Gleichzeitig beendeten 59.524 Personen ihre Arbeitslosigkeit, 2.786 mehr (plus 4,9 Prozent) als im August 2012. Seit Jahresbeginn haben sich 478.241 Menschen arbeitslos gemeldet, dies sind 9.119 (plus 1,9 Prozent) mehr als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig konnten von Januar bis August 458.746 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden, dies sind 13.958 Menschen (plus 3,1 Prozent) mehr als noch im gleichen Zeitraum 2012.

Die unterschiedlichen Wirtschaftsstrukturen innerhalb des Landes haben auch im August zu einer großen Bandbreite der Arbeitslosenquoten geführt. Sie liegt zwischen 2,7 Prozent (Bodenseekreis) und 7,8 Prozent (Stadtkreis Pforzheim). Insgesamt bleiben von den 44 Stadt- und Landkreisen im Südwesten 27 unter der landesweiten Arbeitslosenquote von 4,2 Prozent. Im Vergleich der Regierungsbezirke war die Quote im Bezirk Tübingen mit 3,6 Prozent am niedrigsten, gefolgt von Freiburg mit 3,9 Prozent und Stuttgart mit 4,3 Prozent. Schlusslicht ist Karlsruhe mit 4,6 Prozent.

Die Jugendarbeitslosigkeit ist auch saisonüblich angestiegen. Insgesamt waren im August 27.288 junge Frauen und Männer unter 25 Jahren arbeitslos, das sind 5.527 Arbeitslose mehr (plus 25,4 Prozent) als im Juli und 1.203 Arbeitslose mehr als noch vor einem Jahr (plus 4,6 Prozent). Die Quote liegt bei 4,0 Prozent. Vor einem Jahr betrug sie 3,8 Prozent. Sie weist große regionale Unterschiede auf: Im Stadtkreis Pforzheim (6,9 Prozent) ist sie am höchsten, im Bodenseekreis (2,5 Prozent) am niedrigsten. 8.732 junge Menschen – das sind 32,0 Prozent aller arbeitslosen Jugendlichen – gehören der Grundsicherung an. Die Politik erwartet von Agenturen und Kommunen, dass kein Jugendlicher länger als drei Monate arbeitslos bleibt. Im August ist das bei 69,3 Prozent gelungen.

Bei den Arbeitsagenturen waren im August mehr Lehrstellen als Ausbildungsbewerber gemeldet: Seit Beginn des Berufsberatungsjahres (Oktober 2012) liegt die Zahl der Stellen bei 69.541. Das sind 2.000 weniger (minus 2,8 Prozent) als im Vorjahr. Den Stellen stehen rein rechnerisch 64.084 Ausbildungsbewerber gegenüber. Das sind 904 (plus 1,4 Prozent) mehr als vor einem Jahr.

(Redaktion)