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Wirtschaft | Fr, 25.09.2015 13:17

Arbeitsmarkt bleibt robust

Die Arbeitslosigkeit wird 2016 voraussichtlich bei 2,87 Millionen Personen liegen. Das geht aus einer Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. Das wären dann rund 70.000 mehr als in diesem Jahr. Zugleich wird dem IAB zufolge die Zahl der Erwerbstätigen um knapp 250.000 auf 43,16 Millionen steigen – ein neuer Rekord.


Das IAB erwartet in seiner Prognose ein Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,8 Prozent sowohl im Jahr 2015 als auch im Jahr 2016. Allerdings sehen die Arbeitsmarktforscher einige Risiken: „Die europäische Schuldenkrise bleibt ein wichtiger Unsicherheitsfaktor. Risiken stellen auch die militärischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten und in der Ukraine sowie die weitere wirtschaftliche Entwicklung in China dar.“

Ein großes Plus erwartet das IAB abermals bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. 2015 werden laut der Prognose 30,79 Millionen Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt sein. Für 2016 prognostizieren die Arbeitsmarktforscher mit 31,33 Millionen einen neuen Rekordwert. Gegenüber 2005 bedeutet dies ein Plus von rund fünf Millionen Personen.

Trotz des demografischen Wandels erreicht auch das Erwerbspersonenpotenzial mit 46,16 Millionen einen neuen Höchststand. Die Zuwanderung ist hier der dominierende Faktor: Für 2015 und 2016 wird zusätzlich zu der hohen Zuwanderung aus Süd- und Osteuropa mit je einer Million Asylsuchenden gerechnet. Die weiter steigenden Erwerbsquoten der Frauen und der Älteren tragen ebenfalls zum Wachstum des Erwerbspersonenpotenzials bei.

Im Jahr 2015 geht die Arbeitslosigkeit um 100.000 Personen zurück. Für 2016 wird ein Anstieg der Arbeitslosigkeit um 70.000 Personen erwartet. Hier spielt die Flüchtlingszuwanderung die entscheidende Rolle. Der rechnerische Effekt auf die jahresdurchschnittliche Arbeitslosigkeit 2016 beträgt laut der IAB-Prognose 130.000 Personen. „Arbeitslosmeldungen sind ein erster Schritt im Prozess der Arbeitsuche und Förderung. Das Ziel muss es sein, die Flüchtlinge möglichst frühzeitig in den Arbeitsmarkt zu integrieren“, betont Enzo Weber, Leiter des IAB-Forschungsbereichs „Prognosen und Strukturanalysen“.

(Redaktion)