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Wirtschaft | Do, 01.10.2009 10:34

Arbeitsmarkt in Baden-Württemberg bleibt noch robust: Leichter Herbstaufschwung, aber keine Trendwende

„Die saisonübliche Belebung ist zwar deutlich schwächer ausgefallen als im vergangenen Jahr und es stehen uns noch schwierige Zeiten am Arbeitsmarkt bevor. Dennoch ist diese Entwicklung ein neuer Lichtstreifen in der aktuellen Krise“, sagten Ministerpräsident Günther H. Oettinger und Arbeits- und Sozialministerin Dr. Monika Stolz am Mittwoch (30. September 2009) in Stuttgart.


Erstmals seit Mai 2009 sind die Arbeitslosenzahlen im Land wieder gesunken. Gegenüber dem Vormonat August wurden im Land 11.278 weniger Arbeitslose gezählt. Die Arbeitslosenquote sank von 5,5 Prozent auf jetzt 5,3 Prozent.

„Die Krise ist noch nicht vorbei. Dennoch gibt es Anzeichen für eine leichte Verbesserung der wirtschaftlichen Lage. Wenn sich dies weiter fortsetzt und verfestigt, sind die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt im Land nicht so hart wie befürchtet“, so der Ministerpräsident. Er sei zuversichtlich, dass die bisherige sehr gute Zusammenarbeit aller Arbeitsmarktakteure - Arbeitgeber, Gewerkschaften, Belegschaften, Bundesagentur für Arbeit, Bund und Land - auch in den nächsten Monaten fortgesetzt und zur Krisenbewältigung weiter erfolgreich beitragen wird.

„Zu den Rahmenbedingungen für eine gute wirtschaftliche Entwicklung gehört auch die Unterstützung des Arbeitsmarktes mit Fördermitteln aus dem Europäischen Sozialfonds und den Kofinanzierungsmitteln. Damit leistet das Land einen wichtigen Beitrag dazu, von Arbeitslosigkeit bedrohte oder betroffene Menschen über Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekte für ihre weitere Beschäftigung fortzubilden“, sagten Oettinger und Stolz. Die ESF-Mittel stünden im Land in erster Linie zur Bekämpfung und Verhinderung der Langzeitarbeitslosigkeit und der Jugendarbeitslosigkeit zur Verfügung.

Annähernd 28 000 Teilnehmer hätten im vergangenen Jahr an ESF-geförderten Maßnahmen teilgenommen. Fast die Hälfte (48%) seien Frauen gewesen. Die meisten Teilnehmer – rund 18 000 – seien bei Projekten, die die Chancen der nachwachsenden Generationen erhöhen und die Weiterbildung steigern sollen, zu verzeichnen. „62 Prozent der Teilnehmer und Teilnehmerinnen waren vor Beginn der Maßnahmen unter 25 Jahren. Das entspricht genau unserer Zielsetzung“, so die Ministerin weiter. „Unser Augenmerk gilt aber auch besonders Benachteiligten auf dem Arbeitsmarkt. Von den rund 28 000 Teilnehmern war gut jeder Vierte vor Beginn der Maßnahme arbeitslos. Knapp jeder Fünfte war sogar langzeitarbeitslos“, schilderte die Ministerin.

Allein im Jahr 2008 seien 859 ESF geförderte Vorhaben initiiert worden. 474 dieser Vorhaben dienten der Steigerung der Anpassungs- und Wettbewerbsfähigkeit von Beschäftigten und Unternehmen. 217 weitere Vorhaben sollten die Chancen der nachwachsenden Generation erhöhen, die Weiterbildung vor dem Hintergrund des demografischen Wandels verbessern und die Innovationsfähigkeit von Beschäftigten und Wissenstransfer steigern. Mit 168 Projekten solle der Zugang zu Beschäftigung sowie die soziale Eingliederung von benachteiligten Personen verbessert werden.

Die Ministerin sagte: „Die Förderung ist im vergangenen Jahr in vollem Umfang angelaufen. Insgesamt wurden über 76 Millionen Euro Gesamtausgaben geltend gemacht.“ In der gesamten Förderperiode 2007 bis 2013 könne Baden-Württemberg mit etwa 266 Millionen Euro aus Mitteln des ESF rechnen.

(Quelle: Staatsministerium)