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Wirtschaft | Fr, 21.01.2011 07:20

Arbeitsmarktbilanz 2010: Über 21.000 neue Arbeitsplätze im Südwesten

Die kräftige konjunkturelle Erholung der baden-württembergischen Wirtschaft im vergangenen Jahr sorgte dafür, dass die Arbeitsmarktbilanz bereits ein Jahr nach der schweren Wirtschaftskrise wieder positiv ausfiel. Wie das Statistische Landesamt nach Auswertung erster Berechnungen des Arbeitskreises »Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder« mitteilt, waren im Jahr 2010 in Baden-Württemberg durchschnittlich 5,59 Millionen Personen erwerbstätig, 21 000 oder 0,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der letzte Höchststand von 5,6 Millionen Erwerbstätigen aus dem Jahr 2008 wurde 2010 allerdings noch nicht erreicht. Bundesweit stieg die Zahl der Erwerbstätigen im vergangenen Jahr um 0,5 Prozent auf einen neuen Höchststand von 40,48 Millionen.


Positive Entwicklungen gab es vor allem im Dienstleistungsbereich, wo alleine 3,73 Millionen Personen oder zwei Drittel aller Erwerbstätigen im Land arbeiten. Dort fiel der Stellenzuwachs im vergangenen Jahr mit einem Plus von fast 39.000 Arbeitsplätzen (+ 1 Prozent) doppelt so stark aus wie im Jahr 2009. Für die dynamische Entwicklung im Dienstleistungsbereich war vor allem die deutlich höhere Nachfrage nach Leiharbeitnehmern ausschlaggebend, die während der schweren Wirtschaftskrise von einer Entlassungswelle betroffen waren. Leiharbeitnehmer haben Arbeitsverträge mit Zeitarbeitsfirmen, die wirtschaftsfachlich dem Dienstleistungsbereich zuzurechnen sind, arbeiten jedoch häufig in der Industrie. Nach neuesten Angaben der Bundesagentur für Arbeit waren im Oktober 2010 im Südwesten rund 91.000 Personen bei Zeitarbeitsfirmen beschäftigt. Im Zeitraum Januar bis Oktober 2010 waren durchschnittlich fast 21.000 Leiharbeitnehmer mehr beschäftigt als im gleichen Zeitraum 2009, was einem Zuwachs um 37 Prozent entspricht. Die Zahl aller fast 3,9 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten war von Januar bis Oktober 2010 gegenüber dem Vorjahreszeitraum lediglich um fast 20.000 gestiegen. Anders ausgedrückt wäre die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ohne die Zeitarbeitsbranche in den ersten zehn Monaten 2010 um rund 1.000 niedriger gelegen als ein Jahr zuvor.

Im Produzierenden Gewerbe hat sich der Stellenabbau im Vergleich zum Jahr 2009 auf ein Drittel reduziert. Dort arbeiteten im vergangenen Jahr 1,76 Millionen Erwerbstätige, 16.000 oder 0,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Im Jahr 2009 hatte der Stellenabbau noch fast 50.000 betragen. Im Verarbeitenden Gewerbe ging die Zahl der Erwerbstätigen im vergangenen Jahr um 22.000 auf 1,44 Millionen zurück, im Baugewerbe gab es nach dem Krisenjahr 2009 wieder ein Plus von fast 5.000 Arbeitsplätzen.

Die Kurzarbeit, die im Jahr 2009 ganz wesentlich dazu beigetragen hatte, dass Betriebe ihr Stammpersonal trotz massiver Auftragseinbußen weitgehend halten und eine Entlassungswelle vermeiden konnten, ging im vergangenen Jahr mit dem kräftigen Zuwachs des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts von 4,75 Prozent drastisch zurück. Im September 2010 waren in Baden-Württemberg nach neuesten Angaben der Bundesagentur für Arbeit noch 39.000 Personen konjunkturell bedingt von Kurzarbeit betroffen, im September 2009 waren es mit fast 250.000 Personen noch mehr als sechsmal so viele. Von daher spiegelte sich der starke Konjunkturaufschwung im Jahr 2010 anders als in früheren Aufschwungphasen stärker in einer höheren Auslastung des bereits vorhandenen Stammpersonals als in Neueinstellungen wider.

Auch die Arbeitslosigkeit ging 2010 spürbar zurück. Im vergangenen Jahr waren nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit durchschnittlich 273 000 Menschen im Land arbeitslos, fast 12 000 weniger als 2009. Die Arbeitslosenquote betrug 4,9 Prozent (2009: 5,1 Prozent) und war außer in Bayern (4,5 Prozent) in keinem anderen Bundesland so niedrig wie in Baden-Württemberg. Bundesweit betrug die Arbeitslosenquote 7,7 Prozent.

(Redaktion)