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Wirtschaft | Di, 20.05.2014 13:57

Arbeitsvolumen in Baden-Württemberg am stärksten gestiegen

Die Erwerbstätigen In Baden-Württemberg arbeiteten 2013 erstmals mehr als acht Milliarden Stunden. Insgesamt leisteten die 5,86 Millionen Erwerbstätigen fast 8,1 Milliarden Arbeitsstunden. Das waren 1,4 Prozent oder 109 Millionen Stunden mehr als ein Jahr zuvor. Baden-Württemberg war damit bundesweit das Land mit dem stärksten prozentualen Zuwachs des Arbeitsvolumens. Dies teilt das Statistische Landesamt nach neuesten vorläufigen Berechnungen des „Arbeitskreises Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder“ mit.


Bundesweit stieg die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden um 0,2 Prozent auf 58 Milliarden Stunden. Die so genannte Pro-Kopf-Arbeitszeit, also die Zahl der durchschnittlich geleisteten Arbeitsstunden je Erwerbstätigen, stieg um 0,3 Prozent auf 1.374 Stunden. Im Durchschnitt aller Bundesländer ging diese um 0,4 Prozent auf 1.388 Stunden zurück.

Ausschlaggebend für die positive Entwicklung des Arbeitsvolumens in Baden-Württemberg war in erster Linie der Zuwachs an Erwerbstätigen (+1,1 Prozent, +61.200 Personen). Dieser kam der Gruppe der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zugute. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit standen zur Jahresmitte 2013 insgesamt 4,13 Millionen Personen in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis, 62.500 oder 1,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Rund drei Viertel dieses Zuwachses entfielen auf Vollzeitstellen, ein Viertel auf Teilzeitstellen. Dagegen ging die Zahl der Personen, die ausschließlich einen Minijob ausüben, im gleichen Zeitraum um 0,8 Prozent auf 684.400 zurück.

Somit entstanden 2013 vor allem Arbeitsplätze mit einem vergleichsweise hohen vertraglich vereinbarten Umfang an Arbeitsstunden. Dies hat Auswirkungen auf die Jahresbilanz 2013 der Arbeitsvolumen nach Wirtschaftsbereichen, da die Industrie von der genannten Entwicklung in besonderem Maße profitiert.

Im Produzierenden Gewerbe arbeiten alleine 90 Prozent aller dort sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Vollzeit, im Dienstleistungssektor lediglich 67 Prozent. Hinzu kommt, dass 83 Prozent aller Personen mit Minijobs im Dienstleistungssektor tätig sind. In der Folge nahm das Arbeitsvolumen im Produzierenden Gewerbe um 2,0 Prozent zu (+53 Millionen Stunden), fast doppelt so stark wie im Dienstleistungssektor, wo der Zuwachs lediglich 1,1 Prozent betrug (+60 Millionen Stunden). Zahlenmäßig war der Arbeitsstundenzuwachs in der Industrie damit fast genauso stark wie im Dienstleistungssektor (89 Prozent), der Zuwachs an Arbeitsplätzen dagegen lediglich ein Viertel so stark.

Die Bilanz bei den erwerbstätigen Personen fiel im Vergleich zu den Arbeitsvolumen umgekehrt aus. Der Erwerbstätigenzuwachs im Dienstleistungssektor war mit 1,3 Prozent etwa doppelt so stark wie im Produzierenden Gewerbe mit 0,7 Prozent. Über alle Wirtschaftsbereiche hinweg verlangsamte sich 2013 der Erwerbstätigenzuwachs unter dem Eindruck der in der ersten Jahreshälfte schwachen konjunkturellen Impulse (2012: +1,3 Prozent, 2013: 1,1 Prozent). Gleichzeitig verstärkte sich der Zuwachs an geleisteten Arbeitsstunden (2012: +0,5 Prozent, 2013: +1,4 Prozent).

(Redaktion)