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Wirtschaft | Fr, 08.03.2013 10:33

Arbeitsvolumen in Deutschland 2012 leicht gestiegen

Die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland nahm im Jahr 2012 trotz der verhaltenen konjunkturellen Entwicklung um 1,1 Prozent zu. Gleichzeitig ist die Arbeitszeit um 0,4 Prozent gesunken. Durch die Zunahme der Erwerbstätigkeit stieg die Zahl der insgesamt geleisteten Arbeitsstunden auf rund 58 Milliarden Stunden. Das berichtet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).


„Die Stundenproduktivität ist 2012 nur um 0,3 Prozent gestiegen, die Arbeitszeit gesunken – der Arbeitsmarkt ist nach bewährtem Muster durch die Konjunkturflaute gekommen“, sagt Enzo Weber, Leiter des Forschungsbereichs „Prognosen und Strukturanalysen“. Jeder Arbeitnehmer hat im Jahr 2012 durchschnittlich 1.397 Stunden gearbeitet. Das waren 0,7 Prozent weniger als 2011. Der Rückgang der Arbeitszeit ist vor allem kalenderbedingt: Aufgrund der Lage der Feiertage gab es 2012 zwei potenzielle Arbeitstage weniger als im Vorjahr.

Die tarifliche bzw. betriebsübliche Wochenarbeitszeit lag mit knapp 30 Stunden fast genauso hoch wie 2011. Vollzeitbeschäftigte arbeiteten im Schnitt rund 38 Stunden pro Woche. Bei den Teilzeitbeschäftigten waren es 14,8 Stunden.

Im Durchschnitt leistete jeder Beschäftigte im Jahr 2012 knapp 48 Überstunden. Das ist eine Stunde weniger als im Vorjahr. Die Guthaben auf den Arbeitszeitkonten sind ebenfalls um eine Stunde je Arbeitnehmer gesunken. Beim Urlaub zeigt sich hingegen ein leichter Anstieg. Dies resultiert aus Angleichungen des Urlaubsanspruchs zwischen Ost- und Westdeutschland. Allerdings wurden in einigen Branchen auch die Urlaubstage erhöht.

2012 waren durchschnittlich 3,59 Prozent der Beschäftigten krank gemeldet. „Zu dieser gegenüber dem Vorjahr etwas niedrigeren Krankenstandsquote könnte der abflachende Aufwärtstrend am Arbeitsmarkt beigetragen haben“, erklären die IAB-Arbeitsmarktforscherinnen Susanne Wanger und Ines Zapf.

Nach vorläufigen Hochrechnungen lag die Zahl der Kurzarbeiter im Jahr 2012 deutlich unter dem Niveau des Jahres 2011. Hier erwarten die IAB-Forscher jedoch, dass die Kurzarbeiterzahlen infolge der schwachen Konjunktur zum Jahresende 2012 noch ansteigen. „Angesichts der aktuellen Aufhellung der Stimmungslage sollte dieser Effekt aber begrenzt bleiben“, so Enzo Weber.

(Redaktion)