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Wirtschaft | Do, 14.06.2012 07:40

Arbeitsvolumen in Deutschland wieder auf Rekordniveau

Im ersten Quartal 2012 stieg die Zahl der geleisteten und bezahlten Arbeitsstunden der Erwerbstätigen in Deutschland auf mehr als 15 Milliarden. Das ist der höchste Stand seit 20 Jahren. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das eine Zunahme von 2,3 Prozent. Dies berichtet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).


Zwei Drittel des gestiegenen Arbeitsvolumens beruhen auf der erhöhten Anzahl der Erwerbstätigen, ein Drittel ergibt sich aus längeren Arbeitszeiten. „Die kräftige Zunahme der Arbeitszeit sollte allerdings nicht überbewertet werden, denn durch die Lage der Feiertage im Kalender gab es im ersten Quartal einen Arbeitstag mehr als im Vorjahr“, betonten die Arbeitsmarktforscher Eugen Spitznagel und Ines Zapf. So hat sich die tarifliche bzw. betriebsübliche Arbeitszeit der Vollzeitbeschäftigten kaum verändert und belief sich im ersten Quartal 2012 auf 37,96 Wochenstunden.

Die Zahl der Kurzarbeiter betrug im Durchschnitt der ersten drei Monate rund 220.000 Personen. Im ersten Quartal des Vorjahres waren es noch 290.000. Dabei schlägt das Saisonkurzarbeitergeld in dieser Jahreszeit besonders stark zu Buche. Die konjunkturelle Kurzarbeit, die in den Jahren 2009 und 2010 bei der Bewältigung der Wirtschaftskrise von großer Bedeutung war, spielt inzwischen eine geringe Rolle.

Auf die Arbeitszeitkonten wurden im ersten Quartal 2012 erstmals seit Beginn des Jahres 2010 wieder weniger Stunden als im Vorquartal gebucht. Zudem wurden auch weniger bezahlte Überstunden geleistet. „Die Rückgänge bei den besonders konjunkturflexiblen Komponenten der Arbeitszeit – bezahlte Überstunden und Stunden auf Arbeitszeitkonten – können als Vorboten einer langsameren Gangart der Wirtschaft gedeutet werden“, erklärten die Arbeitsmarktforscher des IAB.

Die bisher gute wirtschaftliche Entwicklung hat vor allem die Vollzeitbeschäftigung beflügelt. Sie lag im ersten Quartal um 1,8 Prozent über dem Vorjahresstand. Die Teilzeitbeschäftigung nahm mit 1,0 Prozent schwächer zu. Generell hängt die Vollzeitbeschäftigung stärker als die Teilzeitbeschäftigung von der Konjunktur ab.

Der Krankenstand lag im ersten Quartal 2012 mit 4,17 Prozent aller Arbeitnehmer unter dem Niveau des Vorjahres.

(Redaktion)