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Wirtschaft | Fr, 27.03.2015 11:20

Arbeitsvolumen um 1,3 Prozent gestiegen

In Baden‑Württemberg nahm die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden 2014 um 103 Millionen Stunden zu. Dies entspricht einem Zuwachs gegenüber 2013 um 1,3 Prozent. Wie das Statistische Landesamt nach neuesten vorläufigen Berechnungen des »Arbeitskreises Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder« mitteilt, leisteten die 6,02 Millionen Erwerbstätigen insgesamt gut 8,2 Milliarden Arbeitsstunden. Die so genannte Pro‑Kopf‑Arbeitszeit, also die Zahl der durchschnittlich geleisteten Arbeitsstunden je Erwerbstätigen, betrug in Baden‑Württemberg wie bereits ein Jahr zuvor 1.363 Stunden.


Ausschlaggebend für die positive Entwicklung des Arbeitsvolumens in BadenWürttemberg war in erster Linie der Zuwachs an Erwerbstätigen (+74.600 Personen; +1,3 Prozent). Dieser kam der Gruppe der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zugute. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit standen zur Jahresmitte 2014 insgesamt fast 4,27 Millionen Personen in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis, 92.200 oder 2,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Zuwachs bei den Teilzeitbeschäftigten betrug 4,1 Prozent und war spürbar stärker als bei der Zahl der Vollzeitbeschäftigten (+1,7 Prozent). Die per Saldo neu entstandenen TeilzeitArbeitsplätze tragen nur mit ihrem Arbeitszeitanteil und damit entsprechend ihrer geringeren Arbeitszeit weniger zum Arbeitsvolumen bei als Vollzeitstellen. Dies gilt auch für die Beschäftigten, die ausschließlich geringfügig entlohnte Minijobs ausüben. Ihre Zahl stieg 2014 um +0,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Diese Entwicklungen spiegeln sich 2014 auch in der Zahl geleisteten Arbeitsstunden nach Wirtschaftsbereichen wider. Im vergangenen Jahr ging zwar mit +65 Millionen Stunden zahlenmäßig der größte Zuwachs an geleisteten Arbeitsstunden auf das Konto des Dienstleistungssektors (Produzierendes Gewerbe: +37 Millionen Stunden), prozentual betrachtet war der Zuwachs im Dienstleistungssektor mit 1,2 Prozent jedoch geringer als im Produzierenden Gewerbe (+1,4 Prozent). Ausschlaggebend hierfür ist die um ein Vielfaches höhere Teilzeitquote der Beschäftigten im Dienstleistungssektor im Vergleich zur Industrie.

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit lag der Anteil der in Teilzeit arbeitenden sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in den Dienstleistungsbereichen mit 33 Prozent mehr als dreimal so hoch als im Produzierenden Gewerbe (10 Prozent). Hinzu kommt, dass 83 Prozent aller Personen mit Minijobs im Dienstleistungssektor tätig sind, so dass im Dienstleistungssektor häufiger als in der Industrie Arbeitsplätze mit einem vergleichsweise geringeren vertraglich vereinbarten Umfang an Arbeitsstunden vertreten sind. Während die Zahl der Erwerbstätigen im Dienstleistungssektor um 1,4 Prozent zunahm (+57.300), stieg diese im Produzierenden Gewerbe wegen der im Laufe des Jahres konjunkturell nachlassenden Dynamik lediglich um 0,8 Prozent (+15.400 Erwerbstätige). Im Verarbeitenden Gewerbe, dem mit Abstand größten Wirtschaftsbereich im Produzierenden Gewerbe, war das Stellenplus 2014 mit 0,3 Prozent (+4 400 Erwerbstätige) nur noch halb so stark wie ein Jahr zuvor.

Insbesondere die verhaltene Erwerbstätigenentwicklung im Verarbeitenden Gewerbe, aber auch die unterschiedlichen Erwerbstätigenentwicklungen in den einzelnen Dienstleistungsbranchen trugen dazu bei, dass 2014 der Zuwachs an geleisteten Arbeitsstunden im Südwesten mit 1,3 Prozent im Bundesländervergleich nur unterdurchschnittlich ausfiel. Bundesweit stieg die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden um 1,5 Prozent auf 58 Milliarden Stunden und die durchschnittliche ProKopfArbeitszeit eines Erwerbstätigen erhöhte sich um 0,6 Prozent auf 1.371 Stunden.

(Redaktion)