Sign In

Welcome, Login to your account.

Vermischtes | Mo, 26.09.2011 15:03

Armutsgefährdung in Baden-Württemberg leicht angestiegen

Nach den Ergebnissen des Mikrozensus, der größten amtlichen Haushaltsbefragung in Deutschland, lag im Jahr 2010 in Baden-Württemberg die Armutsgefährdungsquote gemessen am Bundesmedian bei 11 Prozent. Dies teilt das Statistische Landesamt mit.


Die Armutsgefährdungsquote ist gemäß der EU-Definition der Anteil der Personen, die mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Bevölkerung auskommen müssen. Gemessen am mittleren Einkommen in Deutschland ist etwa jeder Neunte in Baden-Württemberg von einem erhöhten Armutsrisiko bedroht, während der Anteil armutsgefährdeter Personen in Mecklenburg-Vorpommern (22,4 Prozent) doppelt so hoch ist. In Deutschland sind 14,5 Prozent der Menschen armutsgefährdet.

Im Vergleich zu 2005 ist in Baden-Württemberg der Anteil armutsgefährdeter Personen leicht von 10,6 auf 11,0 Prozent angestiegen, in Westdeutschland blieb er mit 13,3 Prozent (+0,1 Prozentpunkte) nahezu unverändert, während er in Ostdeutschland von 20,4 auf 19,0 Prozent (-1,4 Prozentpunkte) gesunken ist.

Unter Berücksichtigung der baden-württembergischen Einkommensverhältnisse gelten 14 Prozent der hiesigen Bevölkerung als armutsgefährdet. Von den Männern in Baden-Württemberg waren gut 13 Prozent und von den Frauen knapp 15 Prozent von Armut bedroht. Nach Altersgruppen betrachtet, wiesen die unter 18-Jährigen mit gut 17 Prozent und die 18- bis unter 25-Jährigen mit 21,5 Prozent die höchsten Armutsrisikoquoten auf. Ebenso liegt der Anteil armutsgefährdeter Senioren mit rund 15 Prozent leicht über dem Landesdurchschnitt von 14 Prozent.

Das Armutsrisiko ist eng mit der Arbeitsmarktbeteiligung sowie mit dem Qualifikationsniveau gekoppelt. Fast die Hälfte aller erwerbslosen Baden-Württemberger (gut 48 Prozent) ist von Armut bedroht, während nur rund 7 Prozent der Erwerbstätigen einem Armutsrisiko ausgesetzt sind. Ein gutes Drittel der als gering qualifiziert eingestuften Personen, rund 14 Prozent der Qualifizierten und knapp 5 Prozent der Hochqualifizierten gelten in Baden-Württemberg als armutsgefährdet.2)

Betrachtet man die einzelnen Haushaltstypen hinsichtlich ihrer Armutsgefährdung, ergeben die Berechnungen bei 44 Prozent der Haushalte allein erziehender Mütter und Väter ein Armutsrisiko. Ebenso sind kleine und sehr große Haushalte armutsgefährdet. So ist knapp jeder Vierte Single-Haushalt (24 Prozent) von Armut bedroht. Knapp 22 Prozent der Haushalte mit zwei Erwachsenen und drei oder mehr Kindern weisen ein Armutsrisiko auf. Dagegen ist die Armutsgefährdung von Haushalten mit zwei Erwachsenen und einem Kind (8 Prozent) bzw. mit zwei Kindern (9,5 Prozent) nicht mal halb so hoch.

Deutliche Unterschiede waren auch bei Baden-Württembergern mit und ohne Migrationshintergrund erkennbar: Während von den Baden-Württembergern ohne Migrationshintergrund jeder Zehnte von Armut bedroht war, war es bei den Baden-Württembergern mit Migrationshintergrund nahezu jeder Vierte.

(Redaktion)