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Marketing & Personal | Fr, 15.04.2011 11:12

Attraktivität von Arbeitgebern: Angenehmes Arbeitsklima und Work-Life-Balance sind wesentliche Faktoren

Bewerber haben im Web-2.0-Zeitalter andere Anforderungen an Unternehmen und bewerben sich auch anders als früher. Diese Kandidaten werfen einen vollkommen neuen Blick auf den Bewerbungsprozess und ihre Rolle als mögliche Mitarbeiter. Die neuen Bewerber sind selbstbewusster und stellen neue Ansprüche an Arbeitgeber. Wo früher ein fester Job - im besten Fall für das ganze Arbeitsleben - im Vordergrund stand, wollen Mitarbeiter heute ihre Arbeitszeit flexibel einteilen, sich stetig weiterbilden und verschiedene Karrierechancen offen halten. Die wesentlichen Kriterien für die Attraktivität eines Arbeitgebers sind dabei ein angenehmes Arbeitsklima, gute Möglichkeiten zur Weiterbildung und zum Wissensaustausch sowie ein hoher Stellenwert der Work-Life-Balance.

Die heutigen Stellenbewerber sind wesentlich selbstbewusster und haben viele Anforderungen an potentielle Arbeitgeber. (Foto: Monster)

Die heutigen Stellenbewerber sind wesentlich selbstbewusster und haben viele Anforderungen an potentielle Arbeitgeber. (Foto: Monster)


Diese Erkenntnisse resultieren aus der Arbeitnehmerstudie "Bewerbungspraxis 2011" von Monster und dem Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS) der Universitäten Bamberg und Frankfurt am Main, im Rahmen derer über 10.000 Stellensuchende und Karriereinteressierte befragt wurden. Die Studie betont aber auch die Wechselwilligkeit der Arbeitnehmer. Demnach beabsichtigen mehr als sechs von zehn Umfrageteilnehmern, sich in nächster Zeit nach einem neuen Arbeitsplatz bei einem anderen Arbeitgeber umzusehen und über ein Drittel der Befragten plant, den aktuell bestehenden Arbeitsvertrag zu kündigen. Das Arbeitsmarktumfeld kommt den wechselwilligen Arbeitnehmern dabei entgegen: Mehr als die Hälfte der Studienteilnehmer hat bereits ein Stellenangebot eines anderen Unternehmens vorliegen. Hier zeigt sich ein weiterer Trend: Wer nach einer neuen Herausforderung sucht, sieht sich eher extern als in der eigenen Firma um.

An dieser Stelle herrscht großer Handlungsbedarf für die Unternehmen in Deutschland, die oftmals noch nicht die veränderten Ansprüche von Mitarbeitern entsprechend umgesetzt haben. Dennoch sind sich die Unternehmen der Wichtigkeit dieser Themen durchaus bewusst. Laut der Arbeitgeberbefragung "Recruiting Trends 2011" von CHRIS und Monster zählen zu den internen Top-3-Schlüsselherausforderungen im HR-Bereich die Mitarbeiterbindung und der Aufbau eines nach innen gerichteten Arbeitgeber-Images (internes Employer Branding), um auch weiterhin der bevorzugte Arbeitgeber der eigenen Mitarbeiter zu bleiben.

Ein weiterer Aspekt, der den neuen Bewerber auszeichnet, ist seine Internet-Affinität: Der Candidate 2.0 ist mit dem World Wide Web aufgewachsen und gut vernetzt. Informationen zu potenziellen Arbeitgebern holt er sich vornehmlich online, z.B. auch in sozialen Netzwerken wie Facebook oder über Unternehmensvideos in YouTube. Außerdem nutzt der Candidate 2.0 das Web, um sich von interessanten Arbeitgebern finden zu lassen anstatt selbst aktiv zu suchen. Und über digitale CV (wie sie z.B. bei Monster hinterlegt werden können) stellen sie ihre Daten für Arbeitgeber zur Verfügung. Aus diesem Grund ist der typische Candidate 2.0 auch mit einem Profil in einer Karriereplattform vertreten.

"Arbeitgeber werden zukünftig ihre Recruitingstrategien an den veränderten Anforderungen der Bewerber ausrichten müssen, um im Kampf um Talente zu bestehen", sagt Bernd Kraft, Vice President Sales Central Europe von Monster Deutschland. "Das heißt auch, dass die Recruiter in den Unternehmen Kernthemen wie Arbeitgeberattraktivität, Nutzung neuer Kanäle und Mitarbeiterbindung für sich definieren und umsetzen müssen."

"Erfolgreiche Ansprache und Rekrutierung des Candidate 2.0 stellt grundlegend neue Herausforderungen an Unternehmen. Recruiter müssen bestimmte Zielgruppen im Social Web finden und sie und ihr Umfeld ernst nehmen und wirklich verstehen können. Der Engpass ist nicht, sich bei Facebook anmelden zu können sondern zielgruppengerecht und authentisch zu kommunizieren. Das erfordert letztlich eine komplette Neuausrichtung der Arbeit und Arbeitsteilung in der Personalrekrutierung", kommentiert Prof. Dr. Tim Weitzel vom Lehrstuhl für Informationssysteme in Dienstleistungsbereichen der Universität Bamberg.

(Redaktion)