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Wirtschaft | Mi, 03.08.2011 08:56

Aufschwung im baden-württembergischen Mittelstand geht weiter

Der Aufschwung im baden-württembergischen Mittelstand setzt sich im laufenden Jahr 2011 mit großer Dynamik fort. Das prognostiziert der Bund der Selbständigen Baden-Württemberg (BDS) auf Basis einer Konjunkturumfrage zur Jahresmitte unter 828 Unternehmen.


Demnach blicken viele kleine und mittlere Unternehmen nicht nur auf ein exzellentes Geschäftshalbjahr zurück, sondern haben teils sogar noch optimistischere Erwartungen für die zweite Jahreshälfte. Entsprechend wollen zahlreiche Betriebe weiter neue Mitarbeiter einstellen. Das BDS-Mittelstandsbarometer des Verbandes steigt auf ein Allzeithoch. Der Umfrage entsprechend bewerten rund 44 Prozent der befragten Unternehmen ihre derzeitige Geschäftslage als gut. 46 Prozent sind immerhin zufrieden, nur noch 10 Prozent der Unternehmen bezeichnen ihre aktuelle Geschäftslage als schlecht. Damit überwiegt der Anteil derjenigen Unternehmen, die mit der aktuellen Geschäftsentwicklung zufrieden sind, wieder deutlich.

Noch besser sind die Aussichten für das zweite Halbjahr 2011. Hier erwarten bis zum Jahresende rund 47 Prozent eine gute Geschäftsentwicklung. Dem stehen knapp 9 Prozent der Befragten gegenüber, die schlechte Erwartungen in die zweite Jahreshälfte 2011 haben. Knapp 45 Prozent erwarten einen befriedigenden Verlauf im ersten Halbjahr 2011.

Nach der allgemeinen Wirtschaftslage befragt, bewerten diese knapp sechs Prozent der Betriebe als schlecht, aber 47 Prozent als gut. Ebenfalls knapp die Hälfte der Befragten (47 Prozent) bewertet die gefühlte wirtschaftliche Grundstimmung als befriedigend.

„Die derzeitige Entwicklung ist noch deutlich besser, als es sich zu Jahresbeginn abgezeichnet hat. Das ist erfreulich, birg aber auch Risiken“, kommentierte BDS-Präsident Günther Hieber die Ergebnisse. Die Politik dürfe nun nicht den Fehler machen, die sprudelnden Steuereinnahmen als selbstverständlich zu betrachten und die Ausgaben erhöhen. „Wir sollten die gute Konjunktur für eine echte Steuerstrukturreform nutzt, die weiter geht als die bisherigen Vorschläge. Wichtig sind dabei zum einen Steuervereinfachungen. Zum anderen brauchen die Betriebe nach der substanzzehrenden Krise wieder die Möglichkeit, eine gesunde Eigenkapitaldecke aufzubauen“, so der Fachanwalt für Steuerrecht.

Im Branchenvergleich liegen erneut alle Branchen deutlich im positiven Bereich und alle mit einer positiven Tendenz, allerdings auf etwas unterschiedlichem Niveau. Bei Dienstleistern, Freien Berufen und in der Industrie geht die Entwicklung auf hohem Niveau weiter. Besonders erfreulich ist aus Sicht des Verbandes die anhaltend gute Aufwärtsentwicklung im Einzelhandel, der viele Jahre das Sorgenkind des Mittelstandes war. Auch im Handwerk ist die konjunkturelle Situation nach einer leichten Winterabschwächung weiterhin positiv.

Der Studie zufolge gibt es deutliche Unterschiede im Vergleich der Unternehmensgrößen. Je größer die Unternehmen, umso besser die derzeitige Geschäftslage. Auch die Zukunftserwartungen für die kommenden Monate sind bei den großen Mittelständlern am besten, während die Einzelunternehmen ohne Mitarbeiter noch eher zurückhaltend optimistisch sind. 52 Prozent der größeren Mittelständler mit zwischen 50 und 250 Mitarbeitern bewertet die Aussichten als gut, nur rund 4 Prozent als schlecht. Insgesamt zeigt sich, dass die größeren Unternehmen zwar von der Krise am meisten betroffen waren, nun aber von der konjunkturellen Erholung auch am meisten profitieren werden. Je kleiner die Unternehmen hingegen sind, umso weniger spüren sie die Ausschläge des konjunkturellen Auf und Ab.

Auf dem Arbeitsmarkt konnte der Mittelstand im zurückliegenden Jahr weitere Arbeitsplätze schaffen und damit für zusätzliche Belebung des Arbeitsmarktes sorgen. Der Anteil der Unternehmen, die ihre Mitarbeiterzahl reduziert haben, lag mit neun Prozent deutlich unter der Zahl der Betriebe, deren Mitarbeiterzahl zugenommen hat (21,4 Prozent). Nur rund sechs Prozent der Befragten mussten dabei Mitarbeiter betriebsbedingt kündigen. Im kommenden Halbjahr wird die Zahl der Mitarbeiter in über drei Viertel der Betriebe konstant bleiben. Die Zahl derjenigen, die eine Reduzierung der Mitarbeiterzahl ankündigen, liegt bei unter sechs Prozent. Über 17 Prozent der Betriebe planen hingegen steigende Mitarbeiterzahlen. Das BDS-Beschäftigungsbarometer steigt um knapp acht Punkte auf ‚plus 11,5. Der Mittelstand wird im kommenden Halbjahr wie in den Monaten zuvor kontinuierlich weiter Arbeitsplätze schaffen, wodurch der Mangel an Fachkräften weiter an Dominanz gewinnt.

Bei den Investitionen bleiben viele Unternehmen nach dem deutlichen Plus zum Jahresbeginn wieder etwas zurückhaltender. Die Zahl der Unternehmen, die ihre Investitionen verringern wollen, ist mit 18,1 Prozent im Vergleich zum Winter (19,7 Prozent) erneut gefallen. Das gleiche gilt aber auch für diejenigen, die in den kommenden Monaten mehr investieren wollen. Ihre Zahl fällt von 21,2 Prozent auf 18,1 Prozent. Fast zwei Drittel der befragten Unternehmen planen, ihre Investitionen auf dem bisherigen Niveau zu halten. Die langfristige Tendenz deutet daher weiter auf eine gute Investitionsbereitschaft im Mittelstand hin.

(Redaktion)