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Wirtschaft | Do, 09.06.2011 14:22

Aufschwung im baden-württembergischen Tourismus hält an

Der im Frühjahr 2010 begonnene Aufschwung Tourismusgewerbes im Südwesten setzte sich auch über die Jahreswende hinweg mit sogar noch verstärkter Dynamik fort. Nach Feststellung des Statistischen Landesamtes nahmen die Gästeübernachtungen in der heimischen Beherbergungsbranche (Betriebe mit mehr als acht Schlafgelegenheiten) im Winterhalbjahr 2010/11 (November 2010 bis April 2011) gegenüber dem vorhergehenden Winter um 5,3 Prozent zu.


Mit dem neuen Rekordwert von 17,1 Mill. wurde erstmals in einer Wintersaison die Schwelle von 17 Mill. Übernachtungen überschritten. Dabei übertrafen die Übernachtungen in jedem einzelnen Monat das jeweilige Vorjahresergebnis. Insbesondere im April 2011 profitierte die Branche mit einem zweistelligen Übernachtungszuwachs (+ 10,4 Prozent) von der späten Lage der Osterfeiertage und der vergleichsweise günstigen Witterung.

Wie bereits im vergangenen Jahr nahmen die Auslandsgäste beim Aufschwung eine Vorreiterrolle ein, denn ihre Übernachtungen stiegen im Winterhalbjahr um stattliche 10,6 Prozent auf über 2,9 Mill. Allerdings erreichten auch die Übernachtungszuwächse bei den Gästen aus Deutschland mit 4,3 Prozent (auf 14,1 Mill. Übernachtungen) eine Dimension wie zuletzt im Winterhalbjahr 2007/08. Insgesamt stehen damit die Vorzeichen dafür günstig, dass auch in der anbrechenden Sommersaison – dem für die Tourismusbranche wichtigeren Jahresabschnitt (siehe Schaubild) – eine weiterhin günstige Entwicklung zu erwarten ist.

In dieses insgesamt positive Bild fällt jedoch auch ein Wermutstropfen: Die Vorsorge- und Reha-Kliniken haben weiterhin mit anhaltenden Übernachtungsrückgängen zu kämpfen. Im Winterhalbjahr 2010/11 waren diese Einbußen mit 5,5 Prozent sogar besonders ausgeprägt. Darunter haben insbesondere einige klassische Kurorte des Landes zu leiden, für die dieser Geschäftszweig weiterhin von wesentlicher Bedeutung ist. Zwar schlagen diese Rückgänge nicht in vollem Umfang auf die jeweiligen Gesamtergebnisse durch, weil die Orte meist auch an der positiven Entwicklung in anderen Marktsegmenten partizipieren. Insgesamt sorgte die negative Bilanz im Kurbereich aber immer noch dafür, dass im Winterhalbjahr 2010/11 für die Gesamtheit der Mineral- und Moorbäder und der Heilklimatischen Kurorte im Land ein geringes Übernachtungsminus (0,3 bzw. 0,2 Prozent) zu Buche schlug. Auch in der Zusammenfassung aller prädikatisierten Gemeinden fiel das Übernachtungsplus im Winterhalbjahr mit 1,4 Prozent deutlich bescheidener aus als in den Sonstigen Gemeinden (ohne Prädikat), die ihr Übernachtungsergebnis gegenüber dem vorhergehenden Winter um stattliche 9,3 Prozent steigern konnten.

Auch die Hotellerie (Hotels, Hotels garnis, Gasthöfe und Pensionen) als Kernstück des Tourismus erzielte im vergangenen Winterhalbjahr überdurchschnittliche Übernachtungszuwächse um 8,3 Prozent. Bei einem Plus von 6,5 Prozent gilt dies in etwas abgeschwächtem Umfang für die Gesamtheit der Parahotellerie, zu der Einrichtungen wie Campingplätze, Jugendherbergen und Hütten, Erholungs- und Ferienheime, Ferienwohnungen und Schulungsheime gezählt werden können. In der regionalen Betrachtung übertrafen im Winterhalbjahr alle Reisegebiete bis auf den Hegau (– 3 Prozent) ihr Ergebnis aus dem vorhergehenden Winter, wenn auch in sehr unterschiedlichem Umfang. So blieben auf der einen Seite die drei Teilbereiche des Schwarzwalds mit Zuwächsen zwischen 0,1 Prozent (Mittlerer Schwarzwald) und 2,5 Prozent (Südlicher Schwarzwald) sowie das Württembergische Allgäu-Oberschwaben mit 2,5 Prozent deutlich hinter der Landesentwicklung zurück. Auf der anderen Seite legten mit der Region Stuttgart (+ 10,7 Prozent) und dem Bodensee (+ 15,2 Prozent) zwei Reisegebiete bei den Übernachtungen sogar zweistellig zu.

(Redaktion)