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Wirtschaft | Mo, 28.07.2014 09:31

Aufschwung in Baden-Württemberg setzt sich fort

Die Wirtschaft in Baden-Württemberg entwickelt sich besser als erwartet. Für das Gesamtjahr 2014 prognostiziert das Statistische Landesamt ein reales Wachstum des baden-württembergischen Bruttoinlandsprodukts von rund 2,5 Prozent. Der Gesamtkonjunkturindikator zeigt bis zum dritten Quartal eine steigende Tendenz an. Erst im Winterhalbjahr ist nach heutigem Kenntnisstand mit einer leichten konjunkturellen Abkühlung zu rechnen.


Die Inlandsumsätze des Verarbeitenden Gewerbes lagen im Durchschnitt der Frühjahresmonate März bis Mai um 1,5 Prozent über ihrem Vorjahreswert. Damit konnten die inländischen Industrieumsätze das noch in den Wintermonaten erzielte Wachstumstempo nicht halten. Vom Winter zum Frühjahr gingen die Erlöse leicht zurück (−0,4 Prozent).

Sehr unterschiedlich stellt sich die Lage im Maschinenbau und im Fahrzeugbau dar. Der Maschinenbau konnte im Vorjahresvergleich aus dem Inlandsgeschäft nur eine Umsatzsteigerung von 0,4 Prozent verbuchen. Gegenüber den Vormonaten bedeutet das ein Minus von 1,2 Prozent. Im Fahrzeugbau dagegen stiegen die Inlandsumsätze um 4,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr und um 0,3 Prozent gegenüber der Vorperiode.

Eine beeindruckende Vorjahreswachstumsrate weisen auch die Pharmaindustrie (14,2 Prozent) und die Elektroindustrie (9,8 Prozent) auf. In beiden Branchen wuchsen die Inlandserlöse auch gegenüber den Wintermonaten kräftig (um 3,0 Prozent bzw. 5,7 Prozent). Positive Konjunktursignale senden im Frühjahr auch die Produzenten von Vorleistungsgütern (+1,7 Prozent zum Vorjahr und +0,5 Prozent zur Vorperiode), deren Umsatz- und Auftragszahlen einen Vorlaufcharakter aufweisen.

In der Bauwirtschaft lagen die geleisteten Arbeitsstunden (trotz durch den milden Winter bedingter Vorzieheffekte) im Frühjahr 2,2 Prozent über ihrem Vorjahresniveau. Die gute konjunkturelle Lage ist auch im Einzelhandel angekommen: Die Umsätze stiegen im Vorjahresvergleich um 2,2 Prozent und saisonbereinigt um 2,0 Prozent gegenüber dem Winter. Auch im Großhandel stiegen die Erlöse (im Durchschnitt der Monate Februar bis April um 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und saisonbereinigt um 2,0 Prozent gegenüber dem vorangegangenen Dreimonatszeitraum). Das Konsumklima wird weiterhin durch den Beschäftigungsaufbau und die nach wie vor moderate Preisentwicklung begünstigt.

Der Wert der Inlandsaufträge im Verarbeitenden Gewerbe insgesamt übertraf im Frühjahr den des Vorjahres um 3,5 Prozent. Die Zuwachsraten haben sich damit im Frühjahr abgeschwächt. Im Vergleich zur Vorperiode stagnierten die Inlandsbestellungen nahezu. Dies dürfte allerdings nur eine Momentaufnahme sein. Analog zur Umsatzentwicklung stiegen auch die Auftragseingänge der Vorleistungsgüterproduzenten (um 2,9 Prozent zum Vorjahr, um 0,1 Prozent zur Vorperiode).

Die Auslandsumsätze der baden-württembergischen Industrie lagen im Durchschnitt der Frühjahrsmonate März bis Mai um 3,2 Prozent über ihrem Vorjahreswert. In den Wintermonaten war das Vorjahresplus mit 8,4 Prozent noch deutlich höher. Dieser recht hohe Wert war zwar zu einem Gutteil auf einen schwachen Vergleichszeitraum zurückzuführen. Die Zahlen am aktuellen Rand zeigen jedoch tatsächlich eine konjunkturelle Abschwächung an, wie der Verlauf der Auslandsumsätze bestätigt: So lagen diese für das Verarbeitende Gewerbe Baden-Württembergs im Frühjahr um 0,7 Prozent unter dem Wert der Vorperiode.

Das konjunkturelle Muster des Verarbeitenden Gewerbes findet sich auch bei den Investitionsgüterproduzenten: Die Umsätze lagen im Frühjahr ebenfalls 3,2 Prozent über denen des Vorjahres, jedoch saisonbereinigt 1,3 Prozent unter denen der Wintermonate. Dies ist insbesondere auf den Maschinenbau zurückzuführen. Hier lag das Vorjahresplus bei 2,0 Prozent, gegenüber der Vorperiode gingen die Auslandsumsätze jedoch um 1,7 Prozent zurück. Besser ist dagegen die Situation im Fahrzeugbau: Die Auslandserlöse hielten sich gegenüber dem Winter mit +0,2 Prozent und wiesen ein Vorjahresplus von 4,9 Prozent auf.

Dass sich die Auslandsnachfrage abschwächt, lässt sich auch an der Entwicklung der Auftragseingänge ablesen: Wie schon beim den Umsätzen schwächen sich die Vorjahresveränderungsraten seit Jahresbeginn kontinuierlich ab und drehten zuletzt sogar ins Minus: Im Frühjahr lag der Wert der Auslandsbestellungen arbeitstäglich bereinigt um 1,8 Prozent unter dem des Vorjahreszeitraums. Saisonbereinigt ging der Wert der Auftragseingänge um 5,5 Prozent gegenüber den Wintermonaten zurück.

Die ausländische Nachfrage nach baden-württembergischen Industrieprodukten dürfte damit zumindest vorläufig ihren Zenit überschritten haben. Da die Konjunktur auf wichtigen europäischen und außereuropäischen Märkten weiter anziehen dürfte, könnten sich die Aussichten im weiteren Jahresverlauf wieder aufhellen.

(Redaktion)