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Wirtschaft | Fr, 18.07.2008 11:15

Auftaktveranstaltung zum neuen Interreg IV-Programm "Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein" stößt auf großes Interesse

Rund 33 Millionen Euro Fördermittel für grenzüberschreitende Zusammenarbeit bis 2013 bereitgestellt


Rund 160 Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben sich am Donnerstag, 17. Juli 2008, in Friedrichshafen über Fördermöglichkeiten der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Rahmen des neuen Interreg IV-Programms "Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein" informiert. Tübingens Regierungsvizepräsident Dr. Wolf Hammann hob in seiner Eröffnungsansprache den Beitrag von Interreg zur europäischen Einigung und zum Zusammenwachsen innerhalb Europas hervor, denn Interreg bringe die Menschen über Grenzen hinweg zueinander und mache so Europa konkret erlebbar.

Das neue Programm, so Dr. Wolf Hammann, verfüge über zwei Förderschwerpunkte, „Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Innovation“ einerseits sowie „Standortqualität und Ressourcenschutz“ andererseits. In diesem Rahmen könnten grenzüberschreitende Projekte unter anderem in den Bereichen Wirtschaft, Tourismus, Infrastruktur, Bildung, Forschung, Arbeitsmarkt und Beschäftigung, Standortattraktivität, Raumplanung, Umwelt- und Naturschutz, Kultur sowie Gesundheit und Soziales mit bis zu 60 Prozent ihrer Kosten gefördert werden. Hierfür stelle die EU-Kommission allein für den Baden-Württemberg, Bayern und Vorarlberg betreffenden Gebietsteil rund 24 Millionen und damit rund sechs Millionen Euro mehr als bisher zur Verfügung. Da auf Schweizer Seite neben dem Schweizer Bund zukünftig auch die Kantone eigene Fördermittel einbrächten, komme es dort sogar zu einer Verdoppelung der Fördermittel auf acht Millionen Euro, so dass zusammen mit der Beteiligung des Fürstentums Liechtenstein in Höhe von einer Millionen Euro bis 2013 für die Förderung von grenzüberschreitenden Projekten rund 33 Millionen Euro zum Abruf bereit stehen.

Angesichts von über 140 bereits konkret vorliegenden Projektideen rechnet der Tübinger Regierungsvizepräsident mit einem neuen, deutlichen Schub für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit rund um den Bodensee und entlang des Alpen- und Hochrheins. Ausdrücklich lud er Projektinteressierte ein, sich mit weiteren Projektideen in die grenzüberschreitende Zusammenarbeit einzubringen. „Je mehr und je bessere Projekte wir fördern können, desto größer ist der grenzüberschreitende Mehrwert für die Region“, so Dr. Wolf Hammann.

Zugleich hob er das neue Motto des Programms „wir fördern Europa“ hervor. Das Motto richte sich einerseits an die Programmverantwortlichen einschließlich der Europäischen Kommission als Fördergeber, andererseits aber insbesondere an die Projektträger selbst, die mit ihren grenzüberschreitenden Projekten ganz entscheidend zum Gelingen des Programms und zu einem gegenseitigen Verständnis in Europa beitragen, betonte der Tübinger Regierungsvizepräsident. Kaum ein Programm sei besser geeignet, um die Menschen in Europa zusammenzubringen als Interreg. Zum Beleg verwies er darauf, dass es in der nun zu Ende gehenden dritten Förderperiode bei 132 geförderten Projekten gelungen sei, mehr als 850 verschiedene Projektpartner grenzüberschreitend zu vernetzen. Dies bedeute, dass sich an einem Interreg-Projekt im Durchschnitt mehr als sechs verschiedene Projektträger beteiligen. Hier werde Europa ganz konkret erlebbar, hier entstünden neue konkrete Netzwerke über Grenzen hinweg und machten diese durchlässiger.

Zusatzinformationen:
Interreg ist ein Programm der Europäischen Kommission zur Förderung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit, an dem sich auch Nicht-EU-Staaten beteiligen können.

Zum Fördergebiet gehören auf deutscher Seite der Bodenseekreis, die kreisfreien Städte Kempten und Memmingen, die Landkreise Konstanz, Lindau, Oberallgäu, Unterallgäu und Ravensburg, der Schwarzwald-Baar-Kreis sowie die Landkreise Sigmaringen, Tuttlingen und Waldshut. Österreich ist durch das Land Vorarlberg beteiligt. Zum Programmgebiet gehören ferner das Fürstentum Liechtenstein und in der Schweiz die Kantone Aargau, Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, Glarus, Graubünden, Schaffhausen, St. Gallen, Thurgau und Zürich.

Förderfähig sind Projekte, an denen sich Projektpartner aus mindestens zwei verschiedenen Ländern, wovon eines ein Mitgliedstaat der Europäischen Union sein muss, beteiligen.

Förderanträge können sowohl von privaten und juristischen Personen, sonstigen Institutionen als auch von öffentlichen Trägern gestellt werden.

Ansprechpartner in Baden-Württemberg ist das Regierungspräsidium Tübingen, Gregor Cornelsen, Konrad-Adenauer-Str. 20, D-72072 Tübingen, Telefon 07071/757-3240, Telefax 07071/757-93240,
E-Mail: gregor.cornelsen@rpt.bwl.de.

Quelle: Regierungspräsidium Tübingen