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Wirtschaft | Di, 02.02.2010 09:29

Auftragseingänge der Südwestindustrie weiter auf Erholungskurs: Im Dezember 21,5 Prozent mehr Aufträge als im Vorjahr

Die Nachfrage nach Industriegütern aus Baden-Württemberg befindet sich weiter auf Erholungskurs. Die in der Tendenz aufwärtsgerichte Bewegung befindet sich jedoch noch deutlich unterhalb dem Niveau vor 2005. Nach Feststellung des Statistischen Landesamtes stiegen die Auftragseingänge der Südwestindustrie preisbereinigt im Dezember 2009 im Vorjahresvergleich kräftig um 21,5 Prozent an.


Damit gab es den zweiten Monat in Folge mehr Aufträge als im Vorjahresmonat. Die maßgeblichen Impulse kamen hierbei aus dem Auslandsgeschäft, wozu insbesondere auch einige Großaufträge beitrugen. In dem sprunghaften Anstieg der Auslandsnachfrage um 38,5 Prozent kommt teilweise auch ein Basiseffekt zum Ausdruck. Die Inlandsbestellungen brachten im Dezember 2009 nur ein schwaches Plus von 1,5 Prozent in die Auftragsbücher. Im Vormonatsvergleich gingen im Dezember die Auftragseingänge der Industrie um 3 Prozent zurück.

Insgesamt brachte das Jahr 2009 ein bisher beispielloses Rekord-Minus in die Auftragsbücher der Südwestindustrie: Preisbereinigt blieb die Nachfrage nach Industrieprodukten um 26 Prozent hinter dem Vorjahresergebnis zurück. Zum Vergleich: Damit fiel der Nachfrageeinbruch noch weit stärker aus als im Rezessionsjahr 1993 und 1974 im Zuge der ersten Ölkrise (jeweils ‑8 Prozent) oder im Jahr 2008 (‑8,5 Prozent), als die Banken- und Finanzkrise zunehmend auf die Realwirtschaft ausstrahlte. Erosionsartig brachen dabei die Auslandsorders (‑26,5 Prozent) und die Bestellungen aus dem Inland (- 25,5 Prozent) weg. Bei den Herstellern von Konsumgütern fiel der Nachfrageeinbruch noch am geringsten aus (‑13 Prozent). Die Hersteller von Vorleistungsgütern (‑21 Prozent) und insbesondere die Hersteller von Investitionsgütern (‑29 Prozent) haben 2009 hingegen ein tiefrotes Minus in den Auftragsbüchern stehen.

Der massive Nachfrageeinbruch hatte 2009 so gut wie alle Branchen erfasst und ins Minus rutschen lassen. Unter den bedeutenden Industriebranchen des Landes verbuchten die Schlüsselbranchen Maschinenbau (‑33,5  Prozent) und die Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen (‑26,5  Prozent) die stärksten Einbußen im Vergleich zum Vorjahr. Aber auch die Herstellung von Metallerzeugnissen (‑26,5 Prozent), die Metallerzeugung und –bearbeitung (‑23 Prozent) sowie die Herstellung von elektrischen Ausrüstungen (‑21,5 Prozent) und die Herstellung von DV-Geräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen (‑17 Prozent) stecken tief im Minus. Mit einem Auftragsrückgang von 8,5  Prozent fiel in der Herstellung von pharmazeutischen Erzeugnissen der Nachfrageeinbruch noch am geringsten aus.

(Stat. Landesamt)