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Wirtschaft | Do, 27.01.2011 07:36

Aufwärtstrend in Baden setzt sich fort – Unternehmer blicken optimistisch in die Zukunft

Die Konjunkturumfrage des wvib (Wirtschaftsverband Industrieller Unternehmen Baden e.V.) zeigt, dass es für fast alle Betriebe im Verbandsgebiet weiter bergauf geht. Ein durchschnittliches Umsatzplus im zweiten Halbjahr 2010 von 27% gibt die Geschwindigkeit der rasanten Aufholjagd der Industrie im Südwesten vor.


Dr. Christoph Münzer, Hauptgeschäftsführer des wvib freut sich mit den Mitgliedsunternehmen: "Die Konjunktur macht Bungee-Sprünge – und die Schwarzwald AG macht dabei eine erstaunlich gute Figur!" Im Rahmen der wvib-Winter-Pressekonferenz gab der Verband die Ergebnisse der Konjunkturumfrage zum zweiten Halbjahr 2010 bekannt, an der sich rund 380 Mitgliedsfirmen beteiligt haben. Im Unternehmernetzwerk wvib sind ca. 1.000 produzierende Unternehmen mit über 168.000 industriellen Arbeitsplätzen und einem Umsatz von rund. 26 Milliarden Euro zusammengeschlossen.

Noch über dem Durchschnittswert beim Umsatzzuwachs liegen die Firmen aus dem Fahrzeugbau. Diese Unternehmen hat die Krise besonders stark getroffen, sie verzeichneten in den ersten sechs Monaten 2010 noch ein Minus von 6% und konnten sich im 2. Halbjahr über ein Plus von 43% freuen. Ebenfalls überdurchschnittliche Umsatzzuwächse melden die Betriebe aus dem Bereich Maschinenbau mit einem Umsatzplus von 34%, gefolgt von Elektrotechnik/Optik mit 27% Plus.

Im zweiten Halbjahr erzielten 87% der Unternehmen Umsatzzuwächse, 6% der Betriebe konnten von Juli bis Dezember kein Wachstum verbuchen und bei 7% ist der Umsatz noch mal gesunken. Diese Werte verbreiten eine positive Stimmung im Unternehmerlager und der Blick nach vorne sieht auch sehr optimistisch aus: 64% der Unternehmen rechnen in den nächsten sechs Monaten mit einer weiteren Steigerung der Umsätze, 33% mit gleich bleibenden Umsätzen, nur noch 3% mit einer Schrumpfung. Der Konjunkturmotor läuft wieder rund.

Das Auslandsgeschäft bestimmt maßgeblich den konjunkturellen Kurs der produzierenden Unternehmen im Südwesten. 65% der Unternehmen melden steigende Exporte im zweiten Halbjahr, bei 28% sind die Lieferungen ins Ausland auf gleichem Niveau geblieben und nur 7% meldeten einen Rückgang in diesem Zeitraum.

Von Juli bis Dezember 2010 haben sich die Auftragsbücher weiter gut gefüllt. Die Unternehmen melden ein durchschnittliches Plus im Auftragseingang von 36%. Die Vergleichszahl vom zweiten Halbjahr 2009  lautet noch Minus 16%. Noch weit über diesem schon sehr hohen Durchschnittswert liegt der Maschinenbau mit plus 52%. Ebenfalls über dem Durchschnitt liegen die Branchen aus dem Fahrzeugbau (47%) und der Elektrotechnik/Optik (42%). Weniger als die Hälfte des Durchschnittswerts verbuchten die Firmen aus der industrienahe Dienstleistung: Hier gab es „nur“ ein Auftragsplus von 15%.

Im ersten Halbjahr 2010 freuten sich 76% der Unternehmen über einen Zuwachs im Auftragseingang, im zweiten Halbjahr ist der Anteil nochmal gestiegen: 87% melden Zuwachs. Eine vergleichbare Zahl gab es zuletzt Ende 2006, damals meldeten 82% der Firmen einen Zuwachs im Auftragseingang. Die Zahl der Firmen, die einen Rückgang verkraften mussten, hat sich nochmal verringert. Beklagten von Januar bis Juni noch 12% der Unternehmen rückläufige Zahlen im Auftragseingang so waren es von Juli bis Dezember nur noch 4%. In der Seitwärtsbewegung liegen die Zahlen weiter nah beieinander: 2009 sind bei 8% der Unternehmen die Auftragseingänge unverändert gewesen, im ersten Halbjahr 2010 waren es 12% und im zweiten Halbjahr 2010 9% der Unternehmen.

Die Erwartungen im Auftragseingang sind gegenüber dem ersten Halbjahr fast unverändert. 54% der Unternehmen (1.HJ 51%) rechnen mit weiter steigenden Auftragseingängen, 43% (1.HJ 42%) mit unveränderten Zahlen und nur 3% (1.HJ 7%) fürchten Rückgänge. Der Steigflug der Schwarzwald AG dürfte sich also auch in naher Zukunft noch etwas fortsetzen.

Die Kurzarbeit ist in den allermeisten Betrieben inzwischen Vergangenheit. Die aktuellen Themen der Personalabteilungen lauten Fachkräfte finden und binden. Das bestätigen auch die Zahlen der Umfrage: In der zweiten Jahreshälfte haben mehr als die Hälfte aller Betriebe (56%) wieder Personal eingestellt, ein knappes Drittel 29% der Unternehmen kann die aktuelle Auftragslage noch mit der unveränderten Mannschaft bewältigen, immerhin noch 15% der Unternehmen mussten nochmal Entlassungen vornehmen.

Bei den 1.000 wvib-Mitgliedern wurden im zweiten Halbjahr insgesamt 2.900 zusätzliche Stellen besetzt. Am einstellungsfreudigsten waren die Unternehmen aus den Bereichen Elektrotechnik/Optik (926 zusätzliche Arbeitsplätze), Metallverarbeitung (784) und Maschinenbau (630). Für die kommenden sechs Monate sieht der Trend positiv aus. Knapp 44% der Betriebe machen sich auf die Suche nach neuen Mitarbeitern, 52% wollen mit der dem gleichen Personal weitermachen und nur noch 4% rechnen damit, Personal abbauen zu müssen.

Der konjunkturelle Aufschwung spiegelt sich auch in der Auslastung der Kapazitäten wieder. Insgesamt liefen bei rund 80% der Unternehmen im 2. Halbjahr 2010 die Maschinen wieder auf vollen Touren. 10% melden sogar eine Überauslastung und 71% Vollauslastung. Immerhin noch 19% der Betriebe sind unterausgelastet und könnten weitere Aufträge mit den zur Verfügung stehenden Kapazitäten abwickeln. Am meisten boomt es bei den Firmen aus der kunststoffverarbeitenden Industrie: Hier sind zwar nur 5% überausgelastet, aber 81% voll ausgelastet. Wo Licht ist, ist meist auch Schatten: Die Unternehmer dieser Branche klagen über fehlende und zum Teil überteuerte Rohstoffe. 

Die Investitionsquote ist nach 7% im ersten Halbjahr um einen Prozentpunkt gesunken. 6% sind ein guter Durchschnittswert, der nur von den Unternehmen aus der Dienstleistungsbranche mit 7% übertroffen wird. Die optimistische Stimmung der Unternehmer spiegelt sich auch in der Investitionsbereitschaft wieder. 43% planen im ersten Halbjahr 2011 mehr zu investieren, 47% wollen ihr Investitionsvolumen halten und nur 10% wollen weniger investieren.

(Redaktion)