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Unternehmensnachrichten | Do, 31.05.2012 11:02

Aus Schlamm wird Strom – mit Ulmer Ingenieurleistung

Im Hauptklärwerk Mühlhausen bei Stuttgart, Baden-Württembergs größtem Klärwerk, wurde eine neue Schlammfaulung in Betrieb genommen. Das Ingenieurbüro Conplaning GmbH Ulm / Neu-Ulm war maßgeblich an der Planung und Realisierung der technischen Einrichtungen beteiligt.

Alternative Energiegewinnung: Im Hauptklärwerk Mühlhausen bei Stuttgart wurden zwei neue Schlammfaultürme in Betrieb genommen, um auch Klärschlamm zur Gewinnung von Strom nutzen zu können. (Foto: Conplaning GmbH)

Alternative Energiegewinnung: Im Hauptklärwerk Mühlhausen bei Stuttgart wurden zwei neue Schlammfaultürme in Betrieb genommen, um auch Klärschlamm zur Gewinnung von Strom nutzen zu können. (Foto: Conplaning GmbH)


Im Rahmen des Neubaus der Schlammfaulung wurden zwei neue Faultürme mit jeweils 32,5 Meter Höhe und 22 Meter Durchmesser errichtet. Hier werden aus Klärschlamm zukünftig pro Jahr bis zu sechs Millionen Kubikmeter Gas produziert. Das Gas wird von einem Blockheizkraftwerk zur Erzeugung von Wärme und Strom genutzt. Rund 30 Millionen Kilowattstunden stehen damit pro Jahr zur Verfügung. Die neuen Faultürme ersetzen die mittlerweile 60 Jahre alten Faulbehälter und tragen durch ihr größeres Volumen zur Schmutzwasser-Entsorgung für 1,2 Millionen Einwohner der Stadt Stuttgart und der umliegenden Gemeinden bei. Die Landeshauptstadt Stuttgart investierte 41,2 Millionen Euro in dieses Projekt, das auch den Neubau von verschiedenen Gebäuden für die technischen Einrichtungen umfasst.

Damit die Baumaßnahmen überhaupt erst in Angriff genommen werden konnten, mussten die Ulmer Spezialisten vorab eine Baustrom-Infrastruktur aufbauen. Im weiteren Verlauf der Arbeiten wurden dann die elektrotechnischen Einrichtungen geplant, wie zum Beispiel die Hoch- und Niederspannungsanlagen oder die Installationen für die Licht- und Kraftverteilung. Besondere Aufmerksamkeit erforderte der Brand- und Gasdichtigkeitsschutz bei Kabeldurchbrüchen. Ausgearbeitet haben die Ingenieure auch die elektrotechnische Mess-, Steuer- und Regeltechnik im Abwasserbereich beispielsweise für die Steuerung der Systemaggregate der Schlammfaulung und Entwässerung.

Große Bedeutung kam den sicherheitstechnischen Einrichtungen zu. Notabschalteinrichtungen, eine Gaswarnanlage und eine unterbrechungsfreie Stromversorgung sorgen für den reibungs- und gefahrlosen Betrieb der Anlage. Auch die Klimatisierung der Betriebsräume, die Trinkwasserversorgung, die Schmutzwasserentsorgung, die Be- und Entlüftungseinrichtungen und die Heizungsanlagen wurden neben anderen technischen Einrichtungen von den Ingenieuren aus Ulm konzipiert.

Die Conplaning GmbH mit ihren 55 Mitarbeitern konnte bei diesem Projekt auf ihre umfangreichen Erfahrungen bei der Planung der Elektro-, Mess-, Steuer- und Regelungstechnik für Kläranlagen zurückgreifen. Das Unternehmen war schon mehrfach in den Klärwerken der Stadtentwässerung Stuttgart (SES) tätig und hat außerdem das Forschungsprojekt für die Brennstoffzellenversuchsanlage zur Klärgasverwertung im Klärwerk Stuttgart-Möhringen begleitet. Mitgewirkt hat das Unternehmen auch seit Jahren bei den kontinuierlichen Baumaßnahmen in der Kläranlage Steinhäule der Städte Ulm / Neu-Ulm und der umliegenden Kommunen.

(Redaktion)