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Wirtschaft | Di, 12.02.2013 08:54

Ausgaben für Innovationen bei deutschen Unternehmen auf Rekordniveau

Die Innovationsausgaben der Unternehmen in Deutschland stiegen im Jahr 2011 um 9,2 Prozent auf einen neuen Rekordwert von 131,9 Milliarden Euro. Allerdings konzentrierte sich die Zunahme auf die Großunternehmen. Die kleinen und mittleren Unternehmen hielten sich bei Innovationsaktivitäten zurück. So sank der Anteil der Unternehmen, die Innovationen eingeführt haben, auf unter 40 Prozent. Der mit neuen Produkten erzielte Umsatzanteil erreichte im Jahr 2011 14,2 Prozent. Dies sind Ergebnisse der aktuellen "Innovationserhebung für Deutschland 2012".


Die Unternehmen der deutschen Wirtschaft gaben im Jahr 2011 insgesamt 131,9 Milliarden Euro für Innovationsaktivitäten aus. Damit lag das Innovationsbudget der deutschen Wirtschaft um 1,9 Milliarden Euro über den Planwerten für 2011 aus der Vorjahreserhebung. Den größten Ausgabenzuwachs verzeichneten die Unternehmen der forschungsintensiven Industrie und der sonstigen Industrie. So trugen insbesondere der Fahrzeugbau und die Elektroindustrie kräftig zur Ausweitung des Innovationsbudgets bei. Darüber hinaus ging das Budgetwachstum vor allem auf das Konto der Unternehmen des Maschinenbaus, der Chemie- und Pharmaindustrie sowie des Energiesektors.

Hohe Innovationsausgaben sind eine Voraussetzung dafür, später mit neuen Produkten und verbesserten Verfahren erfolgreich zu sein. Somit kann die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen gesichert werden.

Die von den Unternehmen im Frühjahr und Sommer 2012 angegebenen Planzahlen lassen erwarten, dass die Innovationsausgaben 2012 und 2013 weiter zunehmen werden. Die Unternehmen werden im Jahr 2012 voraussichtlich 138 Milliarden Euro in Innovationsaktivitäten investiert haben. 2013 ist ein weiterer Zuwachs auf dann 140,7 Milliarden Euro wahrscheinlich.

 „Innovatoren“ sind Unternehmen, die Produkt- oder Prozessinnovationen eingeführt haben. Ihr Anteil an allen Unternehmen sank im Jahr 2011 auf 39,5 Prozent. Damit liegt dieser Anteil um drei Prozentpunkte unter dem bereits niedrigen Niveau der Jahre 2009 und 2010. Besonders geringe Innovatorenquoten weisen die Unternehmen der Branchen Bergbau- und Energieversorgung, Wasserversorgung und Entsorgung sowie das Transportgewerbe auf. Besonders hohe Innovatorenquoten verzeichnen dagegen die Unternehmen in Branchen wie EDV/ Telekommunikation, der Chemie- und Pharmaindustrie. Auch im Maschinenbau und der Elektroindustrie ist die Quote hoch.

Die direkten Erträge der deutschen Wirtschaft aus Produkt- und Prozessinnovationen blieben 2011 etwa auf dem Vorjahresniveau konstant. So erzielte die deutsche Wirtschaft im Jahr 2011 mit Produktinnovationen einen Umsatz von rund 728 Milliarden Euro. Dies entspricht 14,2 Prozent des gesamten Umsatzes der deutschen Wirtschaft. Der Umsatzanteil lag damit leicht unter dem Vorjahresniveau von 14,8 Prozent. Bei den Prozessinnovationen zeigt sich eine Verschiebung von kostensenkenden zu qualitätsverbessernden Prozessinnovationen.

Im Jahr 2011 konnten rund 18 Prozent der Unternehmen mit Hilfe von neuen Verfahren Verbesserungen der Qualität erzielen – nach 16 Prozent im Vorjahr. Diese Qualitätsverbesserungen führten zu einem Anstieg des Umsatzes in Höhe von 2,6 Prozent (2010: 1,7 Prozent). Bei 12 Prozent der Unternehmen führten neue Verfahren zu Kostensenkungen, dies entspricht dem Vorjahreswert. Die mit Prozessinnovationen erzielten Einsparungen bei den Kosten beliefen sich 2011 auf durchschnittlich 3,5 Prozent, 2010 lag diese Quote noch bei 3,7 Prozent.

Die "Innovationserhebung für Deutschland 2012" wird vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung sowie infas - Institut für angewandte Sozialwissenschaft durchgeführt. Auftraggeber ist das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

(Redaktion)