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Wirtschaft | Mi, 01.09.2010 11:46

Außenhandel gibt Baden-Württemberg Auftrieb

Wie das Statistische Landesamt feststellt wurden im ersten Halbjahr 2010 Waren im Wert von 72,9 Mrd. Euro aus Baden-Württemberg ausgeführt. Dieser Wert liegt gut ein Fünftel (22,0 Prozent) über der von Januar bis Juni 2009 erzielten, aber noch 6,3 Prozent unter der in den ersten sechs Monaten 2008 erzielten Exportziffer. Eingeführt wurden im ersten Halbjahr 2010 Waren im Wert von 61,9 Mrd. Euro. Das sind 14,1 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum und 3,0 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2008. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2009 haben die baden-württembergischen Exporte im Bundesvergleich überdurchschnittlich zugelegt (Bund: plus 17,1 Prozent), während die Importe in etwa im Gleichschritt mit den gesamtdeutschen Importen zugenommen haben.


Damit setzt der baden-württembergische Außenhandel seinen starken Aufwärtstrend ungebrochen fort. Allein im Juni wurden Güter im Wert von 13,7 Mrd. Euro exportiert. Nur der März war dieses Jahr noch etwas stärker, ansonsten wurden ähnliche Werte nur in sehr guten Vorkrisenmonaten erzielt. Die Quartalsbetrachtung ergibt ein Exportwachstum gegenüber dem ersten Quartal 2010 von 7,3 Prozent und gegenüber dem 2. Quartal 2009 von 28,0 Prozent. Parallel wächst der Warenimport in ähnlichen Größenordnungen (plus 9,3 beziehungsweise plus 22,5 Prozent gegenüber dem Vor- bzw. dem Vorjahresquartal).

Die wichtigste Ausfuhrkategorie waren im zweiten Quartal des laufenden Jahres erneut Kraftfahrzeuge und Kfz-Teile, die im Wert von 8,7 Mrd. Euro ans Ausland verkauft wurden, was satte 56,8 Prozent über den Verkäufen des zweiten Quartals 2009 liegt. An zweiter Stelle stehen die Maschinenexporte (7,9 Mrd. Euro, das sind 20,8 Prozent mehr als im Vorjahresquartal). Es folgen pharmazeutische und ähnliche Erzeugnisse (2,8 Mrd. Euro, damit 3,4 Prozent über dem Vorjahresquartal), Datenverarbeitungsgeräte, elektronische und optische Erzeugnisse (2,6 Mrd. Euro, plus 42,4 Prozent) und Elektrische Ausrüstungen (2,5 Mrd. Euro, plus 22,7 Prozent). Von April bis Juni wurden nach Baden-Württemberg vor allem eingeführt: Pharmazeutische und ähnliche Erzeugnisse (4,7 Mrd. Euro, das sind 10,7 Prozent mehr als im 2. Quartal 2009), Maschinen (4,0 Mrd. Euro, plus 37,8 Prozent), Datenverarbeitungsgeräte, elektronische und optische Erzeugnisse (3,2 Mrd. Euro, plus 47,6 Prozent), Kraftfahrzeuge und Kfz-Teile (2,7 Mrd. Euro, plus 19,7 Prozent) sowie Chemische Erzeugnisse (2,2 Mrd. Euro, plus 6,8 Prozent).

Fast jeder elfte Export-Euro wurde von Januar bis Juni des laufenden Jahres mit den Vereinigten Staaten erzielt (8,7 Prozent der Gesamtexportwerte). Damit haben die USA unseren westlichen Nachbarn als größtes Zielland baden-württembergischer Exporte abgelöst: 8,5 Prozent aller Exporte gingen nach Frankreich. Nach der Schweiz auf Rang 3 (8,2 Prozent) ist China inzwischen der viertgrößte Auslandskunde Baden-Württembergs, nachdem es 2009 noch auf Rang 8 unserer Exportpartner zu finden war. Das Reich der Mitte hat in den ersten sechs Monaten Güter im Wert von 5,1 Mrd. Euro aus dem Südwesten bezogen, das entspricht 7,1 Prozent aller Ausfuhren – und ist fast doppelt so viel wie im ersten Halbjahr 2009.

Dementsprechend geht der Anteil des Handels, den wir mit europäischen Ländern betreiben, weiter zurück und nähert sich der Zwei-Drittel-Marke (Januar bis Juni 2010: 67,5 Prozent aller Ausfuhren), während bereits 17,4 Prozent unserer Exportgüter nach Asien geliefert werden.

An Importen kommt wertmäßig am meisten über die deutsch-schweizerische Grenze nach Baden-Württemberg – 9,5 Prozent unserer Einfuhren stammen aus der Schweiz. Es folgen die USA, Frankreich und Italien und auf Rang 5 wiederum China, woher 6,2 Prozent der baden-württembergischen Einfuhren stammen.

(Redaktion/Stat. LA)