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Wirtschaft | Mi, 07.07.2010 10:29

Außenhandel in Baden-Württemberg: Krise überstanden

Wie das Statistische Landesamt feststellt, wurden im ersten Quartal des laufenden Jahres Waren im Wert von 35,2 Mrd. Euro aus Baden-Württemberg ausgeführt. Das sind 16,2 Prozent mehr als im ersten Quartal des Krisenjahres 2009. Letzteres hatte seinerseits allerdings Exportwerte von fast 22 Prozent unter denen des ersten Quartals 2008 verzeichnet, so dass die Exportleistung im Lande bislang erst in etwa wieder bei 90 Prozent der Vorkrisenquartale des Jahres 2008 liegt. Aber die Genesung des baden-württembergischen Zugpferdes Export schreitet zügig voran, und zwar schneller als die des bundesweiten Exports (dieser lag von Januar bis März 2010 um 10,3 Prozent über den Werten des entsprechenden Vorjahreszeitraums).


Parallel zu den Exporten erstarkt auch die Importnachfrage im Südwesten. Hier lagen die Einfuhrwerte des ersten Quartals 2010 in Höhe von 29,6 Mrd. Euro bei etwa neun Zehnteln des Vorkrisenniveaus. Gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal haben sie um 6,2 Prozent zugelegt. Da die baden-württembergischen Einfuhren weniger (außen)konjunkturabhängig sind, sind sie in der Krise weniger zurückgegangen als die Ausfuhren. Das gewohnte Polster eines üppigen Überschusses der Exporte über die Importe, das in der Krise deutlich geschrumpft war, ist inzwischen wieder im Aufbau begriffen, wozu nicht zuletzt der sehr exportstarke März beigetragen hat.

Trotz der vor allem saisonal bedingt niedrigeren Ausfuhren im April (es wurden Waren im Wert von 11,9 Mrd. Euro ausgeführt gegenüber 14,0 Mrd. im März 2010) zeichnet sich ab, dass der Außenhandel weiter an Vitalität zunimmt. Dafür sprechen die Auftragsbücher der Industrie, die sich etwas schneller mit Auslands- als mit Inlandsorders füllen. Gut zwei Drittel (67,8 Prozent) aller Exporte gingen in den ersten vier Monaten 2010 an das europäische Ausland, 8,4 Prozent gingen in die USA und 6,9 Prozent nach China. Der Exportmarkt China gewinnt für den baden-württembergischen Außenhandel rasant an Bedeutung. Im Jahresdurchschnitt 2009 gingen noch 5,2 Prozent aller Exporte ins Reich der Mitte, womit China unser achtgrößtes Abnehmerland war. Während der ersten vier Monate des laufenden Jahres ist China nach Frankreich (8,6 Prozent der Gesamtausfuhr), den USA und der Schweiz (8,3 Prozent) bereits zum viertwichtigsten Zielland baden-württembergischer Exporte aufgestiegen, gefolgt von den Niederlanden (6,7 Prozent), Österreich (6,1 Prozent) und Großbritannien (5,8 Prozent).

Dabei sind die in der Krise schwer gebeutelten Kraftfahrzeuge und Kfz-Teile mittlerweile wieder zur wichtigsten Exportgüterkategorie geworden. Mit Ausfuhrwerten in Höhe von 10,7 Mrd. Euro in den Monaten Januar bis April 2010 zeichnen sie für 22,8 Prozent aller baden-württembergischen Exporte in diesem Zeitraum verantwortlich. Knapp dahinter liegen Maschinen mit 9,5 Mrd. Exportwerten und einem Anteil von 20,1 Prozent. Danach folgen auf der Ausfuhrliste pharmazeutische und ähnliche Erzeugnisse (8,1 Prozent), Datenverarbeitungsgeräte, elektronische und optische Erzeugnisse (6,9 Prozent) und elektrische Ausrüstungen (6,6 Prozent).

(Redaktion/Stat. LA)