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Vermischtes | Do, 17.11.2011 09:59

Ausstoß von Treibhausgasen in Baden-Württemberg geht stark zurück

2009 wurden in Baden-Württemberg knapp 14 Millionen Tonnen weniger Treibhausgase emittiert als im internationalen Referenzjahr 1990. Schon allein im Jahr 2009 wurden gegenüber 2008 6,8 Millionen Tonnen weniger Treibhausgase emittiert. Diese Reduktionsrate von 8,3 Prozent konnte in Baden-Württemberg seit 1990 noch nie erreicht werden und sie liegt zudem noch 2 Prozent höher als die vergleichbare Reduktionsrate für Deutschland. Dies zeigen Auswertungen des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg.


Pro Einwohner lagen die Treibhausgasemissionen in Baden-Württemberg mit 7 Tonnen um nahezu ein Viertel (23,7 Prozent) niedriger als 1990. Damit liegt Baden-Württemberg rund 35 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt mit über 11 Tonnen Treibhausgasemissionen pro Einwohner und Jahr.

„Der Rückgang der Treibhausgasemissionen im Jahr 2009 stimmt mich grundsätzlich positiv, ist aber kein Grund zum Ausruhen. Die vorliegenden Zahlen belegen vielmehr, dass wir unsere Anstrengungen zum Ausbau der erneuerbaren Energien fortsetzen und beschleunigen müssen“, erklärte Umweltminister Franz Untersteller anlässlich der Vorstellung der Zahlen in Stuttgart.

Die 2009 gegenüber 1990 im Land erreichte Reduktion der Treibhausgasemissionen um 14 Millionen Tonnen CO2 ist größtenteils auf die nach 2006 erreichte Trendwende bei energiebedingten CO2-Emissionen zurückzuführen. Verstärkt durch die tief greifende Wirtschafts- und Finanzkrise gingen die CO2-Emissionen 2009 auf 66,2 Millionen Tonnen zurück. Das ist die niedrigste Emissionsfracht seit Beginn vergleichbarer Berechnungen im Jahr 1975. Gegenüber 1990 beträgt die Abnahme 11 Prozent (-8,2 Mill. t), gegenüber 1995 sogar 15,3 Prozent. „Aufgrund des Wirtschaftsaufschwungs müssen wir für 2010 und 2011 wieder von einem Anstieg der Treibhausgasemissionen auch in Baden-Württemberg ausgehen“, erklärte der Umweltminister. Danach werde der Ausbau der erneuerbaren Energien aber zu einem spürbaren und dauerhaften Rückgang der CO2-Emissionen bis zum Ende des Jahrzehnts führen.

Der Hauptgrund für den Rückgang der CO2-Emissionen gegenüber 1990 um 11 Prozent liegt in der Entwicklung des Energiemixes im Land. Zwar ging der Primärenergieverbrauch nach 2006 ebenfalls erkennbar zurück, er lag aber im Jahr 2009 noch um gut 8 Prozent über dem Wert des Basisjahres 1990. Stark verändert hat sich seither die Zusammensetzung des Primärenergieverbrauchs. Besonders emissionsmindernd wirkte sich der erheblich verringerte Einsatz an Steinkohle aus, der 2009 unter den des Jahres 1983 fiel. Gleichfalls positiv für die Entwicklung der CO2-Emissionen war die massive Umschichtung beim Verbrauch weg vom Heizöl und hin zum deutlich CO2-ärmeren Erdgas. Auch der per Saldo gestiegene Stromimport wirkt sich mindernd auf die CO2-Bilanz im Land aus. Der Anteil der Kernenergie lag 2009 mit 24,3 Prozent fast exakt beim Wert des Jahres 1990.

Der gesteigerte Anteil erneuerbarer Energien am Primärenergieverbrauch wirkt sich auf die Höhe der CO2-Intensität des Energieverbrauchs und damit auf die CO2-Emissionen im Land nachhaltig mindernd aus. Der Anteil erneuerbarer Energien stieg von unter 2 Prozent im Referenzjahr 1990 auf über 9,3 Prozent im Jahr 2009. Dies ist hauptsächlich auf die außerordentliche Ausweitung der energetischen Nutzung von Biomasse einschließlich biogener Abfälle zurückzuführen. Durch die Steigerung ihres Einsatzes auf den 7,5-fachen Wert des Jahres 1999 macht Biomasse 2009 mehr als Dreiviertel (77 Prozent) der im Land genutzten erneuerbaren Energien aus. Zum Vergleich: die aus Wind und Sonne gewonnene Energie hat bei einer Steigerung auf den gegenüber 1999 mehr als 11fachen Wert im Jahr 2009 einen Anteil von knapp 10 Prozent an den erneuerbaren Energien erreicht.

(Redaktion)