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Vermischtes | Di, 22.11.2011 09:02

Baden-Württemberg gehört beim Lernen in Deutschland zur Spitzengruppe

Fast alle Kreise und kreisfreien Städte aus Baden-Württemberg belegen beim Vergleich der Lernbedingungen in Deutschland Spitzenpositionen. Stuttgart erreicht unter den 13 deutschen Großstädten mit über 500.000 Einwohnern den dritten Rang. Bei den kleineren und mittleren baden-württembergischen Großstädten gewinnt Heidelberg vor Heilbronn und Ulm, gefolgt von Karlsruhe, Mannheim, Pforzheim und Freiburg. Wie im gesamten Bundesgebiet zeigt sich auch in Baden-Württemberg: Auf dem Land sind die Lernumfelder oft besser als in den Städten. Das sind die zentralen Ergebnisse des Deutschen Lernatlas, den die Bertelsmann Stiftung vorgestellt hat.


Der Deutsche Lernatlas zeigt die Bedingungen für lebenslanges Lernen in Deutschland. Er verdeutlicht den Stellenwert des Lernens in den 412 deutschen Kreisen und kreisfreien Städten und illustriert, inwieweit eine Kommune über die Lernvoraussetzungen verfügt, um wirtschaftlich und sozial erfolgreich zu sein.

„Wo lebenslang gelernt wird, sind die Menschen glücklicher, das Zusammenleben sozial gerechter und die Gesellschaft wohlhabender. Der Deutsche Lernatlas zeigt uns, wo die Voraussetzungen für lebenslanges Lernen am besten sind“, erklärte Jörg Dräger, für Bildung zuständiges Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung. „Der Deutsche Lernatlas verdeutlicht, dass Lernen mehr ist als Schule.“ Weil Menschen am Arbeitsplatz, als Mitglieder in Vereinen oder politischen Organisationen, in der Familie, in der Freizeit und im Gemeinwesen lernen, erfasst der Deutsche Lernatlas auch Kennzahlen für berufliches, soziales und persönliches Lernen. Er bietet so die einzigartige Möglichkeit, die Lernbedingungen in allen Lebensbereichen greifbar und vergleichbar zu machen.

Überraschungssieger: Gute Lernumfelder trotz wirtschaftlichem Rückstand machbar

Die baden-württembergischen Kreise und kreisfreien Städte schneiden im bundesweiten Vergleich der Lernbedingungen so gut ab, dass der schlechteste baden-württembergische Vertreter in allen Regionstypen immer noch über dem Bundesdurchschnitt liegt. Auch einige Regionen mit eher ungünstiger ökonomischer Ausgangslage punkten: Nur Bayern liegt vor Baden-Württemberg, wenn es um diese Überraschungssieger geht, die trotz nicht so guter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen zu den besten Lernregionen gehören. Die baden-württembergischen Überraschungssieger sind die Städte Heidelberg, Freiburg und Pforzheim sowie der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald.

20 Jahre nach der deutschen Einheit zeigt sich bei den Lernbedingungen in Deutschland weniger ein Unterschied zwischen Ost und West, sondern vielmehr ein deutliches Süd-Nord-Gefälle: Deutschlands Lernhauptstädte und beste Lernregionen liegen vor allem in Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen. Beim „Schulischen Lernen“ schneidet beispielsweise auch Thüringen sehr gut ab.

Für den Deutschen Lernatlas wurden über 300 Kennzahlen aus unterschiedlichen Quellen überprüft. Nach einem in Kanada entwickelten mathematischen Verfahren wurden daraus 38 Kennzahlen ausgewählt, die besonders aussagekräftig für die Lernbedingungen vor Ort und für nahezu alle Kommunen verfügbar sind. Diese wurden dann zu einem Gesamtindex kombiniert, der abbildet, wie gut die Entwicklungschancen der Bürger in den verschiedenen Lebensbereichen, Lernformen und Lernorten sind. „Mit dem Deutschen Lernatlas will die Bertelsmann Stiftung mehr Transparenz über die Lernbedingungen schaffen“, erläuterte Dräger.

Alle Ergebnisse, Einzelprofile für die 412 deutschen Kreise und kreisfreien Städte, ein Bundesländervergleich sowie ausführliche Karten und Diagramme können online unter www.deutscher-lernatlas.de abgerufen werden.

(Redaktion)