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Vermischtes | Mi, 30.06.2010 09:34

Baden-Württemberg hat bundesweit die niedrigste Armutsrisikoquote

Nach den Ergebnissen des Mikrozensus, der größten amtlichen Haushaltsbefragung in Deutschland, lag im Jahr 2008 in Baden-Württemberg die Armutsrisikoquote bei 10,2 Prozent, das heißt, jeder zehnte Baden-Württemberger ist von Armut bedroht.


Die Armutsgefährdungsquote ist gemäß einer EU-Definition der Anteil der Personen, die mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Bevölkerung auskommen müssen. Im Vergleich aller Bundesländer weist Baden-Württemberg somit die niedrigste Armutsrisikoquote auf, gefolgt von Bayern (10,8 Prozent), Hessen (12,7 Prozent), Hamburg und Schleswig-Holstein (jeweils 13,1 Prozent). Die höchsten Armutsrisikoquoten sind in Mecklenburg-Vorpommern (24,0 Prozent), Bremen (22,2 Prozent) und Sachsen-Anhalt (22,1 Prozent) zu beobachten. Bundesweit betrug die Armutsrisikoquote 14,4 Prozent. Gegenüber 2005 blieb die Armutsrisikoquote sowohl in Baden-Württemberg als auch in Deutschland nahezu unverändert. Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise dürften sich erst in den Daten für 2009 widerspiegeln.

In der regionalen Betrachtung lagen die Armutsrisikoquoten im Stadtkreis Stuttgart (14,2 Prozent) und in den Regionen Rhein-Neckar (12,6 Prozent) und Neckar-Alb (11,5 Prozent) am höchsten, während mit 8,0 Prozent in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg die Armutsrisikoquote landesweit am geringsten war.

Von den Männern in Baden-Württemberg waren 9,4 Prozent und von den Frauen 10,9 Prozent von Armut bedroht. Nach Altersgruppen betrachtet, wiesen junge Menschen, die unter 18-Jährigen mit 11,9 Prozent und die 18 bis unter 25-jährigen Baden-Württemberger mit 15,9 Prozent die höchsten Armutsrisikoquoten auf. Auch bei den Senioren war mit 11,3 Prozent eine leicht überdurchschnittliche Armutsrisikoquote zu beobachten In allen anderen Altersgruppen lag die Armutsrisikoquote unter dem Landeswert.

Das Armutsrisiko ist eng mit der Arbeitsmarktbeteiligung gekoppelt: So war von den erwerbstätigen Baden-Württembergern nur jeder Zwanzigste (5,2 Prozent) von Armut bedroht, während diese Quote bei den Erwerbslosen um ein vielfaches höher war (42,7 Prozent).

Ein besonders hohes Armutsrisiko wiesen auch die Haushalte alleinerziehender Mütter und Väter auf, bei denen eine Armutsrisikoquote von 31,8 Prozent ermittelt wurde. Eine auffällig hohe Armutsrisikoquote ist mit 19,5 Prozent auch in Single-Haushalten zu beobachten. Demgegenüber liegt die Armutsrisikoquote bei Zwei-Personenhaushalten ohne Kinder lediglich bei 6,9 Prozent.

Deutliche Unterschiede waren auch bei Baden-Württembergern mit und ohne Migrationshintergrund erkennbar: Während die Armutsrisikoquote der Baden-Württemberger ohne Migrationshintergrund bei 7,4 Prozent lag, war die Quote bei Migranten mit 17,9 Prozent mehr als doppelt so hoch.

(Redaktion/Stat. LA)