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Vermischtes | Do, 15.03.2012 07:30

Baden-Württemberg hat zweitjüngste Bevölkerung in Deutschland

Anfang der 50er-Jahre lag das Durchschnittsalter der Bevölkerung in Baden-Württemberg bei lediglich knapp 35 Jahren. Das hat sich bis zum Jahr 1970 praktisch nicht geändert. Seither ist die Gesellschaft aber deutlich gealtert: In den 1990er-Jahren hat sich das Durchschnittsalter um 1,4 Jahre erhöht, im vergangenen Jahrzehnt lag der Anstieg sogar bei 2,6 Jahren. Dies berichtet das Statistische Landesamt.

Entwicklung des Durchschnittsalters der Bevölkerung in Baden-Württemberg seit 1952. (Grafik: Stat. Landesamt)

Entwicklung des Durchschnittsalters der Bevölkerung in Baden-Württemberg seit 1952. (Grafik: Stat. Landesamt)


Dennoch weist der Südwesten nach Hamburg und gemeinsam mit Berlin die zweitjüngste Bevölkerung auf: Die Baden-Württemberger waren Ende 2010 im Schnitt 42,8 Jahre alt, die Bewohner in der Freien und Hansestadt Hamburg „nur“ 42,4 Jahre. Am ältesten ist die Bevölkerung in Sachsen-Anhalt mit im Durchschnitt 46,5 Jahren, gefolgt von den anderen Neuen Bundesländern.

Ursächlich für die Alterung der Bevölkerung in Baden-Württemberg ist zum einen eine zu geringe Geburtenrate: Diese liegt seit mehr als drei Jahrzehnten bei lediglich 1,4 Kindern je Frau. Zum anderen hat auch die enorm gestiegene Lebenserwartung –seit Anfang der 1970er-Jahre um etwa 9 Jahre – zu einem stetigen Anstieg des Durchschnittsalters geführt.

Dass Baden-Württemberg trotz einer zwischenzeitlich nur noch durchschnittlichen Geburtenrate und der höchsten Lebenserwartung der Bundesländer bundesweit mit die jüngste Bevölkerung aufweist, ist vor allem auf eine zeitweise starke Zuwanderung zurückzuführen. Denn die Zuziehenden sind im Schnitt deutlich jünger als die einheimische Bevölkerung und haben somit die Alterung der Bevölkerung abgeschwächt.

Ganz anders die Entwicklung in den Neuen Bundesländern: Diese hatten noch Anfang der 90er-Jahre eine jüngere Bevölkerung als das frühere Bundesgebiet – aber der enorme Wegzug gerade jüngerer Menschen in Verbindung mit einem vorübergehenden drastischen Rückgang bei der Geburtenrate hatte den Alterungsprozess enorm beschleunigt.

Eine weitere Alterung der Bevölkerung in Baden-Württemberg und in den anderen Bundesländern ist aufgrund der bestehenden Struktur „vorprogrammiert“. Das Durchschnittsalter im Südwesten könnte sich bis zum Jahr 2060 nochmals um voraussichtlich knapp 7 Jahre auf dann annähernd 50 Jahre erhöhen. Diesen Trend würde auch eine wieder ansteigende Zuwanderung nach Baden-Württemberg lediglich etwas abschwächen, nicht aber verhindern.

(Redaktion)