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Vermischtes | Do, 06.05.2010 09:31

Baden-Württemberg im Bundeswettbewerb „Gesundheitsregionen der Zukunft“ zum zweiten Mal erfolgreich

Georg Schütte, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), prämierte am Mittwoch auf dem Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit in Berlin die Gewinner der zweiten Runde des Wettbewerbs "Gesundheitsregionen der Zukunft". Die herausragenden Konzepte der Regionen Hamburg, Greifswald und Mannheim überzeugten die hochrangig besetzte, unabhängige Jury. Sie werden in den kommenden vier Jahren mit jeweils rund 7,5 Millionen Euro gefördert.

BMBF-Wettbewerb Gesundheitsregionen der Zukunft 2010 (v.l.n.r) Ulf Fink, Kongresspräsident; Prof. Dr. Reinhard Busse, Juryvorsitzender des BMBF-Wettbewerbs; Dr. Wolfgang Siebenhaar, Geschäftsführer der Metropolregion Rhein-Neckar; Dr. Maren Kentgens, Projektleiterin der GesundheitsMetropole Hamburg; Dr. Nils Olaf Hübner, Projektleiter der Gesundheitsregion Ostseeküste; Dr. Georg Schütte, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) (Foto: BMBF)

BMBF-Wettbewerb Gesundheitsregionen der Zukunft 2010 (v.l.n.r) Ulf Fink, Kongresspräsident; Prof. Dr. Reinhard Busse, Juryvorsitzender des BMBF-Wettbewerbs; Dr. Wolfgang Siebenhaar, Geschäftsführer der Metropolregion Rhein-Neckar; Dr. Maren Kentgens, Projektleiterin der GesundheitsMetropole Hamburg; Dr. Nils Olaf Hübner, Projektleiter der Gesundheitsregion Ostseeküste; Dr. Georg Schütte, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) (Foto: BMBF)


Dazu kommt derselbe Betrag von Partnern aus den drei Regionen. "Wir brauchen eine Gesundheitsforschung, die so schnell wie möglich den Patienten zugute kommt", betonte Schütte bei der Siegerehrung. "Die Gesundheitsregionen zeigen, wie das individuelle Potenzial von Verantwortlichen aus der medizinischen Forschung, Entwicklung und Gesundheitsversorgung mobilisiert werden kann." Die 18-köpfige Jury mit Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesundheitswesen betonte in ihrer Erklärung: "Diese Regionen forschen exzellent, vernetzen die relevanten Akteure, vor Ort' effektiv und werden die Ergebnisse zum Wohle der Menschen in die Praxis überführen."

Die Gesundheitsregion Ostseeküste (Greifswald) wird mit der finanziellen Förderung nun ein Aktionsbündnis gegen multiresistente Bakterien aufbauen. Diese Bakterien sind ein zunehmendes Problem bei der Behandlung älterer oder chronisch kranker Patienten. Als Modellregion für Deutschland soll gezeigt werden, wie die Ausbreitung der Erreger eingedämmt werden kann. Die Gesundheitsmetropole Hamburg stellt sich mit dem "Netzwerk Psychische Gesundheit" der Herausforderung, die psychische Gesundheit der Bevölkerung nachhaltig zu verbessern. Die Gesundheitsmetropole fokussiert sich dabei vor allem auf Psychosen, Depressionen, Essstörungen und Alkoholmissbrauch im Jugendalter.

Die zentrale Zielsetzung der „Metropolregion Rhein-Neckar – Raum für Gesundheit“ ist das Patient Empowerment – die Befähigung des Patienten, aktiv, informiert und eigenverantwortlich am Gesundheitswesen teilzunehmen. Dazu sollen die Behandlungsdaten in einer patientengeführten elektronischen Akte zusammengeführt werden. Diese gilt es zu entwickeln und in enger Zusammenarbeit mit den regionalen Leistungserbringern zu erproben. Desweiteren wird ein Konzept entwickelt für ein technik-unterstütztes Arzneimitteltherapiesicherheitssystem, das die Qualität der medikamentösen Behandlung von Patienten erhöht. Ein netzbasiertes, softwaregestütztes Case Management mit integriertem Telemonitoring soll das Selbstsorgeverhalten chronisch Kranker verbessern und wird am Beispiel von Patienten mit Diabetes mellitus erprobt. Konzeptbegleitend ist ein kontinuierliches, regionales Gesundheitsmonitoring geplant.

„Dass Baden-Württemberg erneut erfolgreich war, ist Ausdruck der hervorragend aufgestellten Gesundheitsnetzwerke im Land, beispielsweise dem Gesundheitsforum Baden-Württemberg, und Ergebnis auch der im Land geförderten und gut aufgestellten medizinischen Forschung. Die Gesundheitsregionen sind Mitglied im Gesundheitsforum, in dem alle wesentlichen Akteure des Gesundheitswesens kooperieren mit dem Ziel, cluster- und forschungspolitische sowie gesundheitswirtschaftliche Aktivitäten in Baden-Württemberg zu fördern“, sagten Gesundheitsministerin Dr. Monika Stolz, Wissenschaftsminister Professor Dr. Peter Frankenberg und Wirtschaftsminister Ernst Pfister anlässlich der Bekanntgabe der Siegerprojekte des bundesweiten Wettbewerbs „Gesundheitsregionen der Zukunft“.

"Bisher war die Gesundheitswirtschaft in Deutschland traditionell in Forschung, Entwicklung und Verwertung getrennt. Der Wettbewerb 'Gesundheitsregionen der Zukunft' trägt nun dazu bei, diese Bereiche zu verzahnen.", sagte Georg Schütte. Das BMBF zeichnete bereits im vergangenen Jahr mit den Regionen Neckar-Alb/Stuttgart und Nordbrandenburg zwei herausragende Gesundheitsregionen aus. Um das breit gefächerte Spektrum der innovativen Konzepte möglichst vieler Gesundheitsregionen zu analysieren, initiiert das BMBF nun eine wissenschaftliche Begleitforschung für die Arbeit der Regionen. Anschließend sollen Erkenntnisse und Empfehlungen zur Verfügung stehen, die auch auf andere Regionen übertragen werden können.

(Redaktion/BMBF/MASFSBW)