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Vermischtes | Fr, 18.11.2011 13:10

Baden-Württemberger haben deutschlandweit die höchste Lebenserwartung

In Baden-Württemberg kann heute ein neugeborener Junge auf eine durchschnittliche Lebenserwartung von 78,9 Jahren hoffen, ein neugeborenes Mädchen sogar auf 83,5 Jahre. Dies geht aus den jüngsten Sterbetafelberechnungen für den Zeitraum 2008/10 hervor.

Die Lebenserwartung ist innerhalb Deutschlands in Baden-Württemberg am höchsten. (© cookfly  / pixelio.de)

Die Lebenserwartung ist innerhalb Deutschlands in Baden-Württemberg am höchsten. (© cookfly / pixelio.de)


Damit liegt die Lebenserwartung Neugeborener nach Angaben des Statistischen Landesamtes um neun bzw. zehn Jahre höher als Anfang der 70er-Jahre. Seinerzeit betrug die durchschnittliche Lebenserwartung bei der Geburt 68,5 Jahre für Jungen und 74,5 Jahre für Mädchen. Seit Mitte der 90er-Jahre hat sich aber der Unterschied bei der Lebenserwartung zwischen Frauen und Männern verringert: Damals lebten die Frauen im Schnitt immerhin 6,4 Jahre länger als Männer, derzeit „nur“ noch 4,6 Jahre.

Die stetig steigende Lebenserwartung ist vor allem auf die deutlich verringerte Säuglingssterblichkeit zurückzuführen. Diese ist nunmehr auf etwa ein Siebtel des Standes von 1970/72 zurückgegangen. Während Anfang der siebziger Jahre etwa 20 von jeweils 1 000 Lebendgeborenen im ersten Lebensjahr starben, sind es gegenwärtig nur ca. drei von 1 000 Neugeborenen. Aber auch im höheren Alter hat die Sterblichkeit aufgrund der verbesserten gesundheitlichen Vorsorge und Gesundheitsversorgung beträchtlich abgenommen. So können nach den aktuellen Sterblichkeitsverhältnissen 75-jährige Männer eine weitere Lebensdauer von durchschnittlich 11 Jahren erwarten; Anfang der 70er-Jahre waren es lediglich etwa sieben Jahre. Bei den 75-jährigen Frauen sind es derzeit sogar 13 Jahre, 1970/72 waren es dagegen nur etwas mehr als acht Jahre.

Baden-Württemberg hat seit Beginn der 70er-Jahre im bundesweiten Vergleich regelmäßig die höchste Lebenserwartung Neugeborener. Im Zeitraum 2008/10 lag die Lebenserwartung neugeborener Mädchen in Deutschland bei 82,6 Jahren, die der Jungen bei 77,5 Jahren. Damit haben baden-württembergische Knaben bei der Geburt die Aussicht auf eine um 17 Monate höhere Lebenserwartung als im Bundesdurchschnitt, bei den Mädchen sind es immerhin 11 Monate mehr.

Bei der männlichen Bevölkerung weisen Hessen und Bayern nach Baden-Württemberg die höchste Lebenserwartung auf, bei den neugeborenen Mädchen belegt Sachsen hinter dem Südwesten den zweiten Platz. Am Ende der Rangskala befinden sich bei den Männern Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Bei den Frauen hat das Saarland und Sachsen-Anhalt die geringste Lebenserwartung. Auffällig ist, dass die Spannweite der Länderunterschiede bei den Männern mit 3,4 Jahren deutlich größer als bei den Frauen ausfällt (1,9 Jahre).

Innerhalb Baden-Württembergs weist die weibliche Bevölkerung des Landkreises Tübingen die höchste Lebenserwartung auf, gefolgt vom Landkreis Böblingen und vom Enzkreis. Am geringsten ist derzeit die Lebenserwartung der Frauen im Stadtkreis Mannheim. Auch die Lebenserwartung der Männer zählt im Landkreis Tübingen zur Spitze, lediglich übertroffen von derjenigen im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald und im Bodenseekreis. Am niedrigsten ist die durchschnittliche Lebenserwartung der Männer derzeit im Landkreis Schwäbisch Hall.

Die Gründe für die regional unterschiedliche Lebenserwartung sind vielfältig. Entscheidend hierfür dürfte nicht zuletzt das Bildungsniveau und die daraus resultierende Einkommenssituation sein: Je besser der Bildungsstand und die Einkommensverhältnisse, desto niedriger fällt tendenziell die Sterblichkeit aus.

Die höhere Lebenserwartung der Frauen gegenüber der der Männer ist teilweise genetisch bedingt, vor allem aber auch auf unterschiedliche Verhaltensweisen zurückzuführen: Frauen ernähren sich im Schnitt gesünder; sie setzen sich im Alltag weniger Gefahren aus, verüben deutlich seltener Suizid und nehmen häufiger Gesundheitsvorsorgeuntersuchungen in Anspruch.

(Redaktion)