Sign In

Welcome, Login to your account.

Vermischtes | Fr, 26.08.2011 09:08

Baden-Württemberger sind durchschnittlich 42,8 Jahre alt - Älteste Bevölkerung in Baden-Baden, jüngste in Tübingen

Die Alterung der Bevölkerung in Baden-Württemberg setzt sich weiter fort. Die Einwohner des Landes waren zum Jahresende 2010 im Durchschnitt 42,8 Jahre alt. Seit Mitte der 1990er-Jahre bis zum Jahr 2003 lag der jährliche Anstieg bei etwa 0,2 Jahren. Abgesehen vom Jahr 2008 fiel danach die Zunahme des Durchschnittsalters gegenüber dem Vorjahr um 0,3 Jahre etwas höher aus. Dies teilt das Statistische Landesamt mit.


Das Alter der männlichen Bevölkerung lag Ende 2010 im Durchschnitt bei 41,6 Jahren. Maßgeblich bedingt durch die im Allgemeinen niedrigere Lebenserwartung waren die Männer somit durchschnittlich um 2,4 Jahre jünger als die baden-württembergischen Frauen (44 Jahre).

Nach wie vor deutliche regionale Unterschiede ergaben die Berechnungen des Durchschnittsalters für die 44 Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg, wie das Statistische Landesamt weiter mitteilte. Hierbei lebt im Stadtkreis Baden-Baden, unverändert gegenüber den zurückliegenden Jahren, mit durchschnittlich 47,5 Jahren die älteste Bevölkerung (Frauen: 49,3 Jahre, Männer: 45,5 Jahre). Dagegen hat die im Durchschnitt jüngste Bevölkerung (40,9 Jahre), wie in den Vorjahren auch, der Landkreis Tübingen aufzuweisen (vgl. Schaubild 2), was unter anderem auf einen hohen Anteil an Studierenden zurückzuführen ist.

Für die 1.102 Gemeinden Baden-Württembergs fielen die regionalen Unterschiede beim Durchschnittsalter sogar noch höher aus als auf der Ebene der Stadt- und Landkreise. Hierbei wiesen zum Jahresende 2010 drei kleinere Kommunen ein durchschnittliches Alter ihrer Einwohner auf, das unter 37 Jahren liegt. In der Gemeinde Wörnersberg (Landkreis Freudenstadt) lebt mit einem Altersdurchschnitt von 36 Jahren, wie in den beiden letzten Jahren, die jüngste Bevölkerung des Landes. Es folgten die Kommunen Riedhausen (36,2 Jahre), Fleischwangen (36,6 Jahre) und Boms (37,3 Jahre) – alle aus dem Landkreis Ravensburg. Auf der anderen Seite der Skala haben insgesamt 8 Gemeinden den hohen Wert der Stadt Baden-Baden (47,5 Jahre) noch übertroffen. Dies waren mit 48,4 Jahren die Gemeinden Ibach (Landkreis Waldshut) und Beuron (Landkreis Sigmaringen), die vom Kurbetrieb geprägten Kommunen Bad Dürrheim (48,5 Jahre) im Schwarzwald-Baar-Kreis, Bad Herrenalb (48,8 Jahre) im Landkreis Calw, Badenweiler (49,5 Jahre) im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald. Ebenso wiesen das zum Jahresende 2010 noch bestehende und bewohnte, gemeindefreie Gebiet Gutsbezirk Münsingen (50 Jahre) im Landkreis Reutlingen sowie die Ex- bzw. Enklave Büsingen am Hochrhein (50,7 Jahre) im Landkreis Konstanz hohe Werte auf. Die Ende 2010 älteste Bevölkerung im Land mit im Durchschnitt 50,8 Jahren hat, wie in den beiden Vorjahren, die Gemeinde Untermarchtal im Alb-Donau-Kreis, deren Ergebnis sicherlich wesentlich von den Bewohnern des dort ansässigen Klosters geprägt wird.

Die starken regionalen Unterschiede beim Altersdurchschnitt haben vielfältige Ursachen. Maßgeblichen Einfluss auf die Altersstruktur und damit auch auf das Durchschnittsalter der Bevölkerung hat die Geburtenrate. Ebenso bestimmen die Anzahl der Wanderungsbewegungen von Familien mit Kindern sowie die zuvor genannten Sondereinflüsse, wie ein hoher Anteil an Studierenden, der Sitz eines Klosters oder die Prägung einer Kommune durch Kurbetrieb, die Höhe des Durchschnittsalters in einem Teilraum. Sowohl eine hohe Geburtenrate als auch der Zuzug junger Menschen wirken sich hierbei dämpfend auf den Alterungsprozess aus.

Auch wenn die Bevölkerungsentwicklung insgesamt in den Gemeinden bzw. Stadt- und Landkreisen Baden-Württembergs unterschiedlich ausfällt, wird die Zahl der älteren Menschen in Zukunft absolut als auch relativ im Vergleich zur Zahl junger Menschen ansteigen. Damit steigt auch das Durchschnittsalter im Südwesten weiter an und es ergeben sich so genannte Basiseffekte: In Gebieten mit einer heute noch jungen Bevölkerung wird der Alterungsprozess in der Regel dynamischer verlaufen. Dies ist dadurch begründet, dass derzeit stark besetzte jüngere Altersjahrgänge in ein höheres Alter hineinwachsen und nicht durch nachwachsende Generationen ausgeglichen werden. Dagegen wird in Gebieten, die bereits heute einen hohen Altersdurchschnitt aufweisen (z. B. Stadtkreis Baden-Baden), die Alterung eher langsamer ablaufen.

(Redaktion)