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Vermischtes | Fr, 14.10.2011 12:13

Baden-Württemberger zieht es wieder seltener ins Ausland

Die Zahl der Deutschen, die Baden-Württemberg in Richtung Ausland verlassen hat, ist im vergangenen Jahr und damit im zweiten Jahr in Folge gesunken. Waren es im Jahr 2008 immerhin noch rund 31.200 „Auswanderer“, so lag deren Zahl im Jahr 2010 nur noch bei 26.200. Dagegen hatte sich noch in den Jahren zuvor die Zahl derjenigen, die den Südwesten ins Ausland verlassen haben, stetig erhöht. Zusammen genommen haben damit in den Jahren von 2001 bis 2010 knapp 237.000 Baden-Württemberger mit deutscher Staatsangehörigkeit ihren Wohnsitz ins Ausland verlegt, teilte das Statistische Landesamt mit.


Bevorzugtes Zielland ist mit deutlichem Abstand die benachbarte Schweiz. Hierhin zog es seit Anfang 2001 rund 55.500 deutsche Staatsbürger aus Baden-Württemberg. Es folgten Fortzüge in die USA (22.200), nach Frankreich (18.600), Österreich (12.200) Spanien (12.100) und in das Vereinigte Königreich (9.800). Gut zwei Drittel aller Auslandsfortzüge hatten ein europäisches Land zum Ziel.

Ob es sich bei diesen Zahlen tatsächlich und auch in diesem Umfang um dauerhafte Fortzüge im Sinne von „Auswanderung“ handelt, ist nach Einschätzung des Statistischen Landesamtes allerdings mehr als fraglich. In der amtlichen Wanderungsstatistik liegen derzeit keine Informationen darüber vor, inwieweit die dort dokumentierten Zu- und Fortzüge mit dauerhafter Ein- oder Auswanderung gleich gesetzt werden können. Vielmehr – so das Statistische Landesamt – ist davon auszugehen, dass ein Teil der Fortzüge von Deutschen ins Ausland nur vorübergehende Aufenthalte sind (etwa aus beruflichen Gründen), denen nach gewisser Zeit eine Rückkehr nach Deutschland folgt. Das legen nicht zuletzt die Zahlen über die Zuzüge von Deutschen aus dem Ausland nach Baden-Württemberg nahe. So kehrten zwischen 2001 und 2010 insgesamt knapp 172.000 deutsche Staatsbürger aus dem Ausland zurück.

Damit weist die Bilanz aus Zu- und Fortzügen seit dem Jahr 2001 ein Minus von annähernd 65.000 Deutschen auf. Insbesondere gegenüber der Schweiz ist der Wanderungsverlust enorm: Werden den Fortzügen seit 2001 die Zahl der Rückkehrer nach Baden-Württemberg gegenübergestellt, so ergibt sich ein Minus von insgesamt rund 34.000 Personen gegenüber dem Nachbarland. Mehr als die Hälfte des gesamten Wanderungsverlusts entfiel damit auf Umzüge in die Schweiz. Deutlich geringer, aber dennoch ebenfalls nennenswert, war die negative Wanderungsbilanz vor allem auch gegenüber Österreich (-5.800) und den USA (-4.300).

Aufgrund der großen Bedeutung der Schweiz für den (negativen) Wanderungssaldo Baden-Württembergs mit dem Ausland ist es wenig verwunderlich, dass diejenigen Kreise mit den höchsten Wanderungsverlusten bei der deutschen Bevölkerung ganz überwiegend direkt an die Schweiz angrenzen. So sind aus dem Landkreis Konstanz allein im vergangenen Jahr per Saldo 673, aus dem Landkreis Lörrach 430 und aus dem Landkreis Waldshut 279 Deutsche in die Schweiz gezogen.

Aber nicht nur für die drei Landkreise am Hochrhein war und ist die Schweiz das bevorzugte „Auswanderungsland“. Für die deutsche Bevölkerung in immerhin 32 weiteren Kreisen war im vergangenen Jahr das südliche Nachbarland diesbezüglich die Nr. 1. Dagegen zog die deutsche Bevölkerung aus vier Kreisen (Stadtkreise Heilbronn und Pforzheim sowie der Hohenlohe- und der Neckar-Odenwald-Kreis) am häufigsten nach Polen; Frankreich war für drei grenznah gelegene Kreise (Stadtkreis Baden-Baden sowie der Landkreis Rastatt und der Ortenaukreis) das beliebteste Ziel; und die deutsche Bevölkerung im Landkreis Böblingen und im Rhein-Neckar-Kreis ist bevorzugt in die USA umgezogen.

(Redaktion)