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Wirtschaft | Mi, 20.10.2010 10:02

Baden-württembergische Unternehmen erholen sich deutlich von der Krise

Die Unternehmen in Baden-Württemberg haben sich offensichtlich von der Krise erholt. Mehr als die Hälfte der Betriebe verzeichnet wieder Umsatzsteigerungen. Neben der steigenden Auslandsnachfrage nimmt auch die Inlandsnachfrage zu. Am Arbeitsmarkt wird mit einer weiteren positiven Entwicklung gerechnet. Das bestätigt die aktuelle Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammern in Baden-Württemberg, an der sich mehr als 4.000 Unternehmen aller Branchen, Größenklassen und Landesteile beteiligt haben.


Demnach schätzen fast 40 Prozent ihre Lage gut ein (Frühsommer: 29 Prozent), nur noch 10 Prozent geben schlecht laufende Geschäfte an (Frühsommer: 15 Prozent). Auch in der Industrie hat die Zufriedenheit deutlich zugenommen: 39 Prozent der Unternehmen beurteilen ihre Lage gut (Frühsommer: 26 Prozent). Bei den Betrieben in ungünstiger aktueller Lage hat sich der Anteil von 17 Prozent auf nur noch 10 Prozent gegenüber dem Frühsommer verringert.

Bei den Erwartungen für die nächsten zwölf Monate gehen 42 Prozent der Unternehmen von einer weiterhin guten Geschäftsentwicklung aus, annähernd so viele wie im Frühsommer. Schlechter laufende Geschäfte erwarten nur noch 9  Prozent, gegenüber 11 Prozent im Juni. Fast die Hälfte der Industriebetriebe zeigt sich optimistisch. Positive Erwartungen hatten im Frühsommer noch 57 Prozent der Betriebe, was zeigt, dass in vielen Industrieunternehmen der Aufschwung schon etwas eher einsetzte als in anderen Branchen, und es daher einer wachsenden Zahl von Industrieunternehmen bereits wieder so gut geht, dass sie nicht mehr von einer weiteren Verbesserung ihre Geschäfte ausgehen. Mit schlechteren Geschäften rechnen gleich bleibend 8 Prozent der Industrieunternehmen.

„Von großer Bedeutung für die weitere Entwicklung wird die Auslandsnachfrage bleiben. Die Mehrzahl der exportierenden Unternehmen will ihr Auslandsgeschäft ausbauen. Auch die Zahl der Betriebe, die ihre Inlandsinvestitionen aufstocken wollen, ist nochmals deutlich gestiegen“, erklärt BWIHK-Präsident Bechtold.

Insgesamt geht die Südwestwirtschaft von einem stabilen Erholungskurs aus. Wachsende Sorgen bereiten allerdings Risikofaktoren wie steigende Rohstoff- und Energiepreise sowie die Kostenentwicklung. Sorgen um steigende Arbeitskosten machen sich aktuell 40 Prozent der Unternehmen, höhere Material- und Energiekosten befürchten sogar 48 Prozent.

Die verbesserte Lage in den Unternehmen wirkt sich positiv auf den Arbeitsmarkt aus. Ende September waren bei den Arbeitsagenturen im Land etwas mehr als 258.000 Arbeitlose registriert, was einer Quote von 4,6 Prozent entspricht (Deutschland: 7,2 Prozent). Kurzarbeit wird weiter abgebaut. Wollten zu Jahresbeginn nur 11 Prozent der Betriebe zusätzliches Personal einstellen, will aktuell jedes vierte Unternehmen die Beschäftigung aufstocken. „Für die Unternehmen wird es aber immer schwerer, qualifizierte Fachkräfte zu finden. Der Anteil der Betriebe, die im Fachkräftemangel ein wichtiges Geschäftsrisiko sehen, ist von 18 auf 27 Prozent gestiegen“, konstatiert Präsident Bechtold.

Blick in die Branchen: Die Industrie bleibt Zugpferd der Konjunktur. Vor allem im Maschinenbau sind die Auftragsbücher wieder zunehmend gefüllt. Die Lage der Bauindustrie hat sich weiter stabilisiert. Für die Zukunft bleibt sie jedoch skeptisch. Im Handel hat sich die Stimmung deutlich aufgehellt. Die positive Arbeitsmarktentwicklung wirkt sich positiv auf das Konsumklima und auf den Einzelhandel aus. Der Großhandel profitiert von der Erholung der Industriekunden. Die Dienstleister verzeichnen ebenfalls eine stärkere Nachfrage – vor allem die Finanzierungsdienstleister, der ITK-Service und die kaufmännischen und rechtlichen Beratungsdienste. Auch das Transport- und Verkehrsgewerbe meldet steigende Umsätze. 90 Prozent der Kapazitäten sind bereits wieder ausgelastet. Das Hotelgewerbe erholt sich schneller als die Gastronomie. Bereits jedes zweite Hotel ist mit seiner Lage zufrieden. Die Gastwirte hoffen, den negativen Umsatztrend umkehren zu können. Die Mehrzahl der Betriebe will mehr investieren, seinen Personalbestand aber nicht verändern.

(Redaktion)