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Wirtschaft | Do, 16.08.2012 08:34

Baden-württembergische Unternehmen steigern Exportraten

Auf den Auslandsmärkten sind baden-württembergische Unternehmen weiter erfolgreich. Trotz der Schwächetendenzen in der Eurozone steigerten die Betriebe im Südwesten von Januar bis Mai 2012 ihre Exporte um insgesamt sechs Prozent auf 74,6 Milliarden Euro.


„Der baden-württembergische Außenhandel ist und bleibt robust, das werden auch die Exportzahlen der Sommermonate zeigen“, äußert sich Dr. Herbert Müller zuversichtlich. Der Präsident der IHK Region Stuttgart, die als Federführer im Bereich der Außenwirtschaft für die zwölf IHKs im Land spricht, verweist dabei auf das unverändert hohe Niveau der Ausfuhrdokumente, die die Kammern derzeit ausstellen. „Mehr Ursprungszeugnisse und Carnets sind ein verlässlicher Indikator für weiter steigendes Exportgeschäft“, so Dr. Müller. Angesichts der ebenfalls weitgehend stabilen Inlandskonjunktur hält der IHK-Präsident für Baden-Württemberg im Gesamtjahr 2012 ein Wirtschaftswachstum von zwei Prozent für erreichbar.

Den Grund für die Stabilität der baden-württembergischen Exporte während der Eurokrise sieht der IHK-Präsident vor allem in den Zielmärkten. Größter Abnehmer von Waren aus dem Südwesten waren in den ersten fünf Monaten des Jahres die USA. Mit 7,2 Milliarden Euro ging fast ein Zehntel der Ausfuhren in die Vereinigten Staaten. Daneben spielte der asiatische Markt mit einem Exportvolumen von insgesamt 17,8 Milliarden eine entscheidende Rolle – Tendenz steigend. In China schafft vor allem die staatliche Förderung der sieben Schlüsselindustrien Energieeinsparung, Umweltschutz, neue Informationstechnologien, Biotechnologie, hochwertige Prozessausrüstungen, nicht-fossile Energien, neue Materialien sowie alternative Kfz-Antriebstechniken wachsende Märkte für baden-württembergische Exporte. Aber auch kleinere Absatzgebiete wie Südkorea, das 2011 ein Freihandelsabkommen mit der EU abgeschlossen hat, stärken den Außenhandel der Südwestwirtschaft nachhaltig.

Gute Handelsbeziehungen mit der Schweiz tragen zur Stabilität des europäischen Außenhandels bei. Mit Exporten im Wert von 6,5 Milliarden und Importen von 5,3 Milliarden ist die Schweiz wichtigster Außenhandelspartner der Südwestunternehmen. „Ihre globale Reichweite ist eine der großen Stärken der Exportwirtschaft in Baden-Württemberg“, sagt IHK-Präsident Dr. Müller. Gegen Risiken wie die Eurokrise sei die heimische Wirtschaft so viel besser abgesichert.

Die Schuldenkrise in Europa und die Konsolidierungsmaßnahmen der EU-Staaten werden nach Einschätzung der IHK auch an der Südwestwirtschaft auf Dauer nicht spurlos vorbei gehen. Zwei Drittel aller Ausfuhren Baden-Württembergs gehen ins europäische Ausland, über die Hälfte davon in Eurostaaten. Angesichts der Bedeutung der europäischen Exportmärkte warnt Dr. Müller umso mehr davor, zusätzliche Handelshemmnisse durch überbordende nationale Bürokratie zu schaffen. Konkret nennt er die noch laufenden Diskussionen um die so genannte Gelangensbestätigung. Mit diesem vom Bund eingeführten Nachweisdokument für steuerfreie EU-Lieferungen soll der ausländische Kunde für jede Warenlieferung eine tages- und ortsgenaue Empfangsbestätigung an den deutschen Lieferanten übermitteln. Ein solcher Bürokratismus müsse unter allen Umständen vermieden werden.

(Redaktion)