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Wirtschaft | Fr, 24.09.2010 11:33

Baden-Württembergs Wirtschaft wächst im ersten Halbjahr 2010 um 5 Prozent

Getragen von der positiven Entwicklung der Südwestindustrie verzeichnet die baden-württembergische Wirtschaft ein kräftiges Wachstum. Im ersten Halbjahr 2010 stieg das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum an. Dies ergaben die von Dr. Carmina Brenner, Präsidentin des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg und Vorsitzende des Arbeitskreises »Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder«, der Presse vorgestellten regionalen Wirtschaftszahlen auf Länderebene.


Nach dem massiven Rückgang der Wirtschaftsleistung im Jahr 2009, dem stärksten Konjunktureinbruch seit Bestehen des Landes, konnte die Wirtschaft im Südwesten in der ersten Jahreshälfte 2010 deutlich kräftiger zulegen als im Durchschnitt aller Bundesländer. Für Deutschland ergab sich eine Zunahme des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts – dem umfassenden Maß für die insgesamt erbrachten wirtschaftlichen Leistungen – von 3,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Aufgrund ihrer stärkeren Konjunkturdynamik erweist sich die Südwestwirtschaft im Ländervergleich als wesentlicher Wachstumsmotor. Mit ihrer expansiven Halbjahresentwicklung hat die baden-württembergische Wirtschaft die Phase der Rezession hinter sich gelassen.

Die im bisherigen Jahresverlauf zu beobachtende starke Aufwärtsbewegung der baden-württembergischen Wirtschaft ist vor allem auf die Erholung und das einsetzende hohe Wachstumstempo der Südwestindustrie zurückzuführen. Mit der zum Jahreswechsel 2009/2010 wieder anziehenden Weltkonjunktur hat sich die Nachfrage nach Industriegütern aus Baden-Württemberg deutlich belebt und befindet sich auf Erholungskurs. Im Juni 2010 verzeichnete die Südwestindustrie bereits den achten Monat in Folge mehr Aufträge als im jeweiligen Vorjahresmonat. Im ersten Halbjahr 2010 übertrafen die preisbereinigten Auftragseingänge das entsprechende Vorjahresergebnis um 29 Prozent, wobei die Auslandsnachfrage mit einem Zuwachs von 34,5 Prozent spürbar kräftiger ausfiel als das Auftragsplus aus dem Inland mit 22,5 Prozent. Wichtiger Tragpfeiler der hiesigen Wirtschaft ist somit einmal mehr der Export. Die sich füllenden Auftragsbücher spiegeln sich auch in der Umsatzentwicklung wider. Hauptsächlich gestützt von den um 23,5 Prozent zugenommenen Exportgeschäften stiegen die preisbereinigten Industrieumsätze insgesamt im ersten Halbjahr 2010 um 14 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum an.

Die stärksten Antriebskräfte unter den wesentlichen baden-württembergischen Industriebranchen waren in der ersten Jahreshälfte 2010 im hier zu Lande besonders gewichtigen Fahrzeugbau zu registrieren, dessen preisbereinigte Umsätze im Vorjahresvergleich um knapp 35 Prozent Plus zunahmen. Deutliche Umsatzsteigerungen konnten auch die Bereiche Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen (24 Prozent), Herstellung von Metallerzeugnissen (20 Prozent) und der Bereich Metallerzeugung und ‑bearbeitung (19 Prozent) verbuchen, während der Maschinenbau (3 Prozent) noch nicht so stark zulegen konnte.

Die insgesamt günstige Entwicklung in der Südwestindustrie ist jedoch vor dem Hintergrund des niedrigen Vorjahresniveaus zu sehen, an dem die aktuellen Monatswerte gemessen werden. Insoweit spiegelt sich auch ein deutlicher statistischer Basiseffekt in den aktuellen Wachstumsraten wider, der sich im Jahresverlauf abschwächen dürfte.

Das in Baden-Württemberg mit einem Wertschöpfungsanteil von rund 27 Prozent weit überdurchschnittlich vertretene Verarbeitende Gewerbe (Deutschland: 19 Prozent) erwies sich erneut als der zentrale Wachstumsmotor des Landes und trug wesentlich zu der im Bundesvergleich günstigeren Halbjahresbilanz 2010 bei.

(Redaktion/Stat. LA)