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Wirtschaft | Di, 22.03.2011 08:06

BDI-Außenwirtschafts-Report: Perspektiven für die Weltwirtschaft grundsätzlich gut

"Auch die Entwicklung der Weltwirtschaft steht unter dem Eindruck der furchtbaren Katastrophe in Japan und der politischen Umwälzungen in Nordafrika. Die Folgen der Ereignisse in Japan für die Entwicklung der Weltwirtschaft und die deutsche Wirtschaft bleiben offen." Das sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Werner Schnappauf anlässlich der Veröffentlichung des neuen BDI-Außenwirtschafts-Reports.


"Die Katastrophe in Japan zeigt, dass wir weltweit mit Herausforderungen konfrontiert sind, die nur gemeinsam und grenzüberschreitend lösbar sind", betonte Schnappauf. Der Anteil Japans am Welthandel beträgt 4,6 Prozent - während der deutsche Anteil bei 9,0 Prozent liegt. Für China und die USA ist Japan ein bedeutenderer Handelspartner als für Deutschland: Japan belegte im deutschen Außenhandel im Jahr 2010 bei den Einfuhren Platz 14 (Anteil: 2,3 Prozent) und bei den Ausfuhren Platz 18 (1,3 Prozent). Auf einigen Produktmärkten, etwa für elektronische Steuer- und Speicherbausteine, hat Japan allerdings weltweit eine herausragende Stellung.

Die Auswirkungen der Entwicklung in Japan und dazu auch der politischen Ereignisse in Nordafrika auf die Weltwirtschaft lassen sich zurzeit noch nicht endgültig abschätzen.

Positiv zu vermerken ist der optimistische Ausblick für die US-Wirtschaft. Hinzu kommt die bislang unvermindert starke Dynamik der Märkte in Asien. Ebenso dynamisch hat sich im letzen Jahr Osteuropa entwickelt, in das 15,2 Prozent der deutschen Exporte gingen, ungefähr so viel wie nach Asien.

Nach den endgültigen Zahlen legten die deutschen Ausfuhren 2010 insgesamt um 18,1 Prozent zu. Damit wurde der Großteil des Exportrückgangs aus dem Krisenjahr wettgemacht (-18,3 Prozent).

Mit 3,8 Prozent der Gesamtexporte geht nur ein kleiner Teil der deutschen Ausfuhren in die Region Nordafrika. Allerdings kommen 14,4 Prozent der deutschen Erdölimporte aus der Region. Im Januar lagen die Importpreise insgesamt um 11,8 Prozent über dem Vorjahresstand - der stärkste Anstieg seit der Ölkrise der 80er Jahre.

"Schon jetzt ist die Rohstoffversorgung eine große Herausforderung für die Industrie", unterstrich Schnappauf. Die Importpreise für Eisenerz lagen im Januar sogar um 99,1 Prozent über dem Vorjahresniveau, bei den energetischen Rohstoffen waren es 31,5 Prozent und bei Stahl 31,1 Prozent.

(Redaktion/BDI)