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Wirtschaft | Mi, 09.06.2010 09:36

BDI-Mittelstandspanel: "Stimmungsbarometer zeigt nach oben"

Die mittelständischen Industrieunternehmen zeigen sich in der Einschätzung ihrer Wirtschaftslage durchweg positiver als noch im vergangenen Herbst. Auch für den weiteren Jahresverlauf stehen die Zeichen auf Erholung. Das ist ein Ergebnis der jüngsten Umfrage des BDI-Mittelstandspanels 2010.


"Der Trend des Stimmungsbarometers zeigt nach oben. Ein Stimmungsplus verbuchen vor allem die Unternehmen, die exportorientiert sind", sagte der Vorsitzende des BDI/BDA-Mittelstandsausschusses Arndt G. Kirchhoff am Dienstag in Berlin. "Von einer tief greifenden und eindeutig positiven Entwicklung kann aber noch nicht gesprochen werden", unterstrich Kirchhoff.

Die Umfrage zeigt, dass die Bundesregierung die Erwartungen eines wirtschaftspolitisch gestützten Aufschwungs bislang noch nicht erfüllen konnte. 90 Prozent gehen davon aus, dass in naher Zukunft keine wesentlichen wirtschaftspolitischen Verbesserungen umgesetzt werden.

Eine Mehrheit von 83 Prozent befürwortet eine Kürzung der Staatsausgaben zur Konsolidierung. Aus der Sicht von 54 Prozent der Industrieunternehmen ist eine Stimulierung des Wachstums durch investive Ausgaben des Staates sinnvoll.

"Der deutsche Mittelstand hat bewiesen, dass er mit der Krise sehr gut fertig werden kann. Aber jetzt muss er zeigen, dass er auch für den Aufschwung gerüstet ist", sagte Peter Englisch, Partner bei Ernst & Young. Eine gute Voraussetzung, von Krise auf Wachstum umzuschalten, sei die Innovationskraft gerade mittelständischer Unternehmen. "Innovationen können in einem fragilen konjunkturellen Umfeld das eigene Unternehmen stabilisieren und besser aufstellen", so Englisch. Vor diesem Hintergrund sei es ein ermutigendes Signal, dass rund die Hälfte der befragten Unternehmen des BDI-Mittelstandpanels in Forschung und Entwicklung aktiv ist und sich intensiv mit möglichen Innovationen beschäftigt.

Eine allmähliche Belebung der Investitionstätigkeit erwartet IKB-Chef-Volkswirt Kurt Demmer, wenn sich die derzeit positiven Konjunktursignale als nachhaltig erweisen: "Dann werden immer mehr Unternehmen Investitionspläne wieder aus der Schublade holen, die sie in der Krise vorübergehend ad acta gelegt haben", so Demmer. Im Vordergrund stehen Ersatzbeschaffungen und Modernisierungen. "Mit Prozessoptimierungen, einer verbesserten IT-Ausstattung und dem Einsatz modernster Fertigungstechnologie wollen sich die Unternehmen für den Aufschwung rüsten" sagte Demmer. Dazu sei in den meisten Fällen auch ein ausreichender Finanzierungsspielraum vorhanden. Die Umfrage zeigt, dass sich der Zugang zu Investitionskrediten etwas verbessert hat. "Steigende Erträge werden sich nach und nach positiv auf die Bonitäten auswirken. Zudem verfügen viele Firmen durch ihren strikten Sparkurs über erhebliche Liquiditätspolster, auf die sie nun zurückgreifen", so Demmer.

Der konjunkturelle Aufschwung in der deutschen Industrie stabilisiert sich. Dies belegen auch die Unternehmenskennzahlen: Nach zum Teil hohen zweistelligen Umsatzeinbrüchen im Jahr 2009 erwarten 42 Prozent der Industrieunternehmen 2010 steigende Umsätze, allerdings in der Regel nur im einstelligen Bereich. "Bis das Niveau von vor der Krise wieder erreicht ist, wird einige Zeit vergehen. Positive Impulse für den Arbeitsmarkt sind von den mittelständischen Industrieunternehmen in 2010 kaum zu erwarten, und auch die Renditen werden sich auf breiter Front nur langsam erholen", kommentiert Professor Frank Wallau vom Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn. "Im internationalen Vergleich sind die deutschen Unternehmen durch ihre Innovationsfähigkeit für die zukünftigen Herausforderungen jedoch gut aufgestellt."

(ots)