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Wirtschaft | Di, 12.03.2013 10:26

Bereitschaft zur Einstellung neuer Mitarbeiter bei deutschen Unternehmen relativ stabil

Auf die ersten Anzeichen für eine konjunkturelle Erholung reagieren deutsche Arbeitgeber noch zurückhaltend. Die Anzahl der Unternehmen, die Neueinstellungen planen, geht sogar leicht zurück. Das ist das Ergebnis des Manpower Arbeitsmarktbarometers für das zweite Quartal 2013. Im Vergleich zum Vorquartal verringert er sich um einen Prozentpunkt.


Für den Zeitraum April bis Juni 2013 planen acht Prozent der über 1.000 befragten Unternehmen in Deutschland, neue Mitarbeiter einzustellen. Trotz der aktuell guten Prognosen für das Wirtschaftswachstum bis 2014 ist diese Zahl im Vergleich zum Vorquartal um einen Prozentpunkt gesunken. Der Anteil der Arbeitgeber, die Personal abbauen wollen, liegt konstant bei vier Prozent. Die große Mehrheit der Unternehmen plant keine personellen Veränderungen. Ihr Anteil ist um zwei Prozentpunkte gewachsen und liegt bei 86 Prozent. Auch wollen zwei Prozent der befragten Unternehmen derzeit keine Prognose abgeben. Aus den Ergebnissen ergibt sich ein saisonal bereinigter Netto-Beschäftigungsausblick von plus vier Prozent.

„Die Ergebnisse des Arbeitsmarktbarometers zeigen, dass die Unternehmen vorsichtig geworden sind“, sagt Vera Calasan, Chefin der ManpowerGroup. „Zwar sehen manche Experten ein Ende der Finanz- und Wirtschaftskrise schon in greifbarer Nähe. Doch die Arbeitgeber warten jetzt lieber ab, ob der vorhergesagte Aufschwung auch tatsächlich bei ihnen ankommt. Zudem haben wir beobachtet, dass die Einstellungsbereitschaft trotz Krise zuletzt relativ konstant war – viele Unternehmen sind also personell bereits gut aufgestellt.“

Zu den wenigen Branchen, die vermehrt Neueinstellungen planen, zählt wie schon in den Quartalen zuvor der Finanzbereich. Der Netto-Beschäftigungsausblick ist dort erneut um einen Prozentpunkt gestiegen und erreicht plus 15 Prozent. Auch im Baugewerbe zeichnet sich ein Positivtrend ab. Der saisonal bereinigte Saldo steigt von drei auf sieben Prozent. In allen anderen Sektoren verschlechtern sich dagegen die Beschäftigungsaussichten. Sehr deutlich geschieht das beispielsweise im Bereich Handel und Gastronomie, wo der Wert von plus neun auf minus ein Prozent fällt.

Regional betrachtet zeigt das Arbeitsmarktbarometer nur im Westen Deutschlands nach oben. Zehn Prozent der dort befragten Unternehmen planen, neue Mitarbeiter einzustellen. Das Ruhrgebiet ist hiervon allerdings ausgenommen. Dort setzt sich der Negativtrend des ersten Quartals 2013 fort, der saisonal bereinigte Saldo sinkt von null auf minus drei Prozent. In Norddeutschland bleibt der Ausblick konstant bei vier Prozent. Im Süden sinkt der Wert von um zwei Prozentpunkte auf fünf. Im Osten fällt er um einen Prozentpunkt.

Von allen Metropolregionen steht München weiterhin am besten da: Zwar sinkt der Saldo dort leicht im Vergleich zum ersten Quartal, liegt aber immer noch bei zehn Prozent. Berlin kann die positive Entwicklung des Vorquartals dagegen nicht aufrechterhalten: neun Prozent der Unternehmen in der Hauptstadt rechnen mit einem Personalabbau.

(Redaktion)