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Vermischtes | Do, 05.08.2010 10:22

Bevölkerungsrückgang in Baden-Württemberg setzt sich fort

Die Einwohnerzahl Baden-Württembergs ist im Jahr 2009 um etwa 4 600 Personen auf rund 10.745000 Einwohner zurückgegangen. Damit hat sich der Bevölkerungsrückgang nach Angaben der Präsidentin des Statistischen Landesamtes, Dr. Carmina Brenner, im vergangenen Jahr fortgesetzt. Im Jahr 2008, in dem die Einwohnerzahl erstmals seit 1984 wieder gesunken ist, lag der Rückgang nur bei knapp 300 Personen.


Ursache dieser Entwicklung ist nach Angaben des Statistischen Landesamtes zum einen, dass das Geburtendefizit, also die Differenz zwischen Geborenen und Gestorbenen, von rund 4.500 Personen im Jahr 2008 auf zuletzt knapp 7.900 deutlich angestiegen ist. Zum anderen ist der Wanderungsgewinn im Jahr 2009 gegenüber 2008 nochmals zurückgegangen: Im vergangenen Jahr lag das Wanderungsplus lediglich bei 3.400 Personen; im Jahr 2008 waren dagegen noch rund 4.400 Personen mehr nach Baden-Württemberg zu- als fortgezogen. Im Jahr 2001 betrug der Wanderungsgewinn sogar noch gut 69.000 Personen.

Zum Vergleich: In Deutschland sterben bereits seit 1972 mehr Menschen als geboren werden. Die Bevölkerungszahl geht bundesweit schon seit 2002 leicht zurück und beträgt derzeit noch knapp 82 Millionen. So gesehen ist Baden-Württemberg in einer relativ günstigen Situation, nicht zuletzt deshalb, weil der Südwesten seit Anfang der 50er-Jahre auch aufgrund der enormen Zuwanderung das stärkste Bevölkerungswachstum der alten Bundesländer aufwies (+ 64 Prozent). „Allerdings wird nun auch Baden-Württemberg von der demografischen Wende eingeholt“, so Brenner. Von den 44 Stadt- und Landkreisen Baden-Württembergs konnten im vergangenen Jahr nur noch 15 ihre Einwohnerzahl steigern. Unter ihnen gab es immerhin 5 Kreise, bei denen das Plus über 1.000 Personen lag und zwar in den Stadtkreisen Freiburg im Breisgau, Stuttgart und Karlsruhe sowie den Landkreisen Tübingen und Konstanz. Von Rückgängen in einer Größenordnung von mehr als 1.000 Personen waren dagegen die Landkreise Böblingen und Göppingen sowie der Ostalb- und der Schwarzwald-Baar-Kreis betroffen.

Der Stadtkreis Freiburg im Breisgau mit dem höchsten Bevölkerungszuwachs hat hierbei sowohl von einem Geburtenüberschuss als auch von Wanderungsgewinnen profitiert; diese günstige Konstellation gab es 2009 nur noch in den Landkreisen Tübingen, Ludwigsburg und Biberach sowie in den Stadtkreisen Stuttgart, Heidelberg und Ulm. Dagegen waren im vergangenen Jahr in immerhin 20 Kreisen sowohl der Geburten- als auch der Wanderungssaldo negativ.

Für die nächsten Jahre erwartet das Statistische Landesamt, dass sich der Bevölkerungsrückgang im Land fortsetzen wird. Zwar ist davon auszugehen ist, dass die Lebenserwartung der Bevölkerung künftig weiter ansteigt; dennoch wird sich das Geburtendefizit aufgrund der Altersstruktur der Bevölkerung – immer mehr älteren stehen immer weniger junge Menschen gegenüber – aller Voraussicht nach stetig vergrößern. Die zu erwartenden künftigen Wanderungsgewinne werden aller Voraussicht nach das steigende Geburtendefizit nicht mehr kompensieren können. Dabei liegt die Herausforderung in Zukunft weniger in einer abnehmenden Zahl der Bevölkerung. Entscheidend wird vielmehr sein, wie auf die zunehmende Alterung der Menschen reagiert wird. „Das betrifft alle gesellschaftliche Bereiche, seien es die Schulen, die Belegschaften der Unternehmen oder der Bedarf an Altenpflegeeinrichtungen“, so Brenner.

(Redaktion/Stat. LA)