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Wirtschaft | Di, 26.01.2010 09:39

BMWi und Verbände starten Initiative "Gründerland Deutschland"

"Günderland Deutschland" heißt eine neue Initiative, in der das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) mit Unterstützung der Wirtschaft Maßnahmen bündeln will, die zur Stärkung des Unternehmergeistes hierzulande beitragen sollen.


Gemeinsam mit dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK), dem Zentralverband des Deutschen Handwerks und dem Bundesverband der Freien Berufe stellte das BMWi das Projekt am heutigen Montag bei einer Pressekonferenz in Berlin vor.

Bei der Veranstaltung bedauerte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben , dass Gründungspolitik in Deutschland in den vergangenen Jahren "mehr und mehr zur Sozialpolitik geworden" sei und sich vielfach auf immer neue Förderinstrumente stütze. Die Bundesagentur für Arbeit sei mit mittlerweile mit einem Volumen von 1,6 Milliarden Euro der größte Gründungsfinanzierer, sagte der DIHK-Hauptgeschäftsführer. Insgesamt gebe es 192 Förderprogramme für Existenzgründer. Gleichzeitig weise Deutschland im Vergleich der Industrienationen die zweitgeringste Gründungsneigung auf. "Hier stimmt etwas nicht – wir müssen gegensteuern", so Wansleben.

Wichtig sei zunächst "eine bessere Integration der heute immer noch existierenden Parallelwelten von Schule und Hochschule auf der einen und Wirtschaft auf der anderen Seite". Ziel müsse sein, dass sich jeder Schüler, jeder Student mit dem Thema Unternehmertum auseinandersetze – etwa im Rahmen eines Fachs "Wirtschaft". Zudem sollten Hochschulen Forschungsausgründungen systematisch begleiten, so Wansleben.

Hier setze das BMWi bei seiner Initiative mit Elementen wie der "Gründerwoche Deutschland" und der Neuauflage des "Exist"-Hochschulwettbewerbs "richtige und wichtige Akzente", lobte Wansleben. Die Organisation der Industrie- und Handelskammern (IHKs) werde das Ministerium dabei "nach Kräften unterstützen". Bei der Verankerung des Themas "Unternehmertum" in Schulen und Hochschulen seien vor allem auch die Bundesländer gefordert.

Unternehmensgründer stießen in Deutschland aber auch auf "ganz handfeste Probleme". Es gelte, die Finanzierungschancen für innovative Gründungen zu verbessern und jungen Unternehmen das Leben durch Bürokratieabbau leichter zu machen, sagte der DIHK-Hauptgeschäftsführer. Er lobte in diesem Zusammenhang die GmbH-Reform, forderte aber auch, das für Kleinunternehmer seit 2005 obligatorische Steuerformular "Einnahme-Überschussrechnung" ersatzlos abzuschaffen. "Wir müssen wieder dahin zurückkommen, dass nicht schon Kioskbesitzer einen Steuerberater brauchen."

Wansleben betonte, dass der Service für Existenzgründer zu den strategischen Kernaufgaben der IHK-Organisation zählt: Pro Jahr helfen IHKs mehr als 300.000 Existenzgründern mit Gesprächen und Beratungen zu ihrem Geschäftskonzept.

"Und wir wollen noch mehr tun: In ihren Startercentern wollen die IHKs bundesweit einen Gründerservice aus einer Hand anbieten – von der Erstauskunft über den Businessplan-Check bis hin zur Gewerbeanmeldung", berichtete der DIHK-Hauptgeschäftsführer. In Hamburg und Rheinland-Pfalz sei die rechtsgültige Gewerbeanzeige bereits in den IHKs möglich.

Wansleben appellierte an die anderen Bundesländer, "diesen erfolgreichen Beispielen zu folgen und den IHKs die rechtsgültige Gewerbeanzeige zu ermöglichen". Dies erspare Gründern das Rennen "von Pontius zu Pilatus" und beschleunige den Gründungsvorgang.

Mehr Infos zur Initiative "Gründerland Deutschland" finden Sie auf der Website des BMWi (siehe Link).

(DIHK)